| SUPER CAYOR DE DAKAR |
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Super Cayor de Dakar sind die führende Band des "Mbalax", einer besonderen afro-kubanischen Musikform zwischen African Highlife, Son und Salsa.
Die afro-kubanische Musik hat bei der Entstehung der modernen Musikformen Afrikas eine wichtige Rolle gespielt: als Modeerscheinung in den Metropolen der Kolonialmächte in den 50er Jahren populär, wurde diese Musikrichtung sowohl von den Kolonialherren und -damen als auch von den afrikanischen Eliten auf den schwarzen Kontinent gebracht - "zurückgebracht" möchte man vielleicht für den "Afro"-Anteil der Musik sagen. Die Afrikaner erkannten ihre eigenen Rhythmen leicht wieder, und so spielten die frühen Bands in den neuen unabhängigen Staaten Afrikas afro-kubanische Titel nach. In Ghana wurde dieser Musikstil schlicht als "Pacheco" bezeichnet (nach dem Musiker Johnny Pacheco). Die eher sozialistisch orientierten Staaten wie Guinea und Mali fanden für ihre Musiker gute Ausbildungsplätze in Kuba, und so entwickelten sich in diesen Ländern spezifische Bandstrukturen, die traditionelle Musikformen auf westlichen Instrumenten interpretierten - immer mit einem "Latin touch".
In Zentralafrika und im Senegal war die afro-kubanische Musik direktes Vorbild, das kopiert wurde. im Kongo war das eher die Rumba, im Senegal waren es Pachanga und Son. Ende der 70er Jahre entwickelten junge Musiker, darunter Youssou N'Dour, im Senegal eine neue Musikform - später "Mbalax" benannt (gesprochen: m'balach) -, bei der ursenegalesische Rhythmen eine immer wichtigere Rolle spielten. Über 10 Jahre lang dominierte der Mbalax Senegals Musikszene, bis Mitte und Ende der 80er Jahre der Trend zurückging.
1993 landete schließlich die Studioband "Africando" (drei senegalesische Sänger und lateinamerikanische Studiomusiker aus New York) mit ihrem Album "Trovador" einen relativen Erfolg und löste damit ein Salsa-Revival im Senegal aus, das bis heute anhält. Zur Zeit spielen Super Cayor viermal pro Woche in Dakar, jeweils von Mitternacht bis 4 Uhr morgens. Super Cayor de Dakar bezeichnen ihren Stil als "Salsa - Mbalax": Ein maßgeschneidertes senegalesisches Perkussions-Set ersetzt die Timbales. Die Band hat ein großes Repertoire an Eigenkompositionen, spielt aber auch Copyright-Versionen kubanischer Songs.
Leadsänger Mame Path‚ Gadiaga alias "James" hat schon mit "Royal Band de Thies", mit "Laghem de Kaolack", mit "Xalam" und mit Ibra Kass‚'s "Star Band" gearbeitet (Youssou N'Dour debütierte in der "Star Band", aus der sich dann "Etoile de Dakar" und schließlich "Super Etoile" entwickelte). James und Gitarrist M'bol gründeten die Band 1992. Super Cayor hat drei Kassetten auf dem senegalesischen Markt veröffentlicht, die besten Titel davon erschienen 1997 als CD (Pam oa 206). Ein weiteres Album erscheint im Sommer 1999 zur zweiten Europatournee von Super Cayor de Dakar. Auf dem soeben erschienen Sampler "African Salsa" (Stern's) ist Super Cayor prominent vertreten.
"Super Cayor de Dakar, die die modernste Spielart des Salsa präsentieren, stehen für die Entwicklungen der letzten Jahre - die musikalischen wie die technischen. Ihre Songs kreuzen die traditionelle Salsa mit der vertrackten Hochtempopopmusik Senegals, dem Mbalax. Das alles ist piekfein produziert, hart und klar - eine glanzvolle Renaissance des African Salsa." Kölner StadtRevue |