01.03.2014

Musikindustrie Ergebnisse 2013

Nur damit wir nicht vergessen, womit wir es hier
generell zu tun haben, nämlich mit der Kulturindustrie, mit der Musikindustrie
– dieser Tage haben die großen Konzerne der Bewußtseinsindustrie ihre
Jahreszahlen veröffentlicht:

Live Nation
Entertainment, der weltgrößte Konzertveranstalter und gleichzeitig
weltgrößter Tickethändler, erzielte „beim
Jahresumsatz, dem Free Cash Flow sowie dem angepaßten Betriebsergebnis
Rekordwerte“ („Musikmarkt“). Im Jahr 2013 setzte Live Nation demnach 6,5
Milliarden US-Dollar um, elf Prozent mehr als 2012. Das angepaßte
Betriebsergebnis lag Ende 2013 bei 505 Millionen Dollar, was einem Zuwachs um
zehn Prozent im Vergleich zu 2012 entspricht. Weltweit haben im vergangenen
Jahr fast 60 Millionen Menschen Live-Nation-Konzerte besucht, 19 Prozent mehr
als noch 2012. Live Nation war laut Eigenaussage „an 21 der 25 umsatzstärksten Tourneen in Nordamerika beteiligt“
gewesen. –

Der deutsche Monopolist („Marktführer“ heißt das
heutzutage verniedlichend), die CTS
Eventim AG also, deren Chef Klaus-Peter Schulenberg im Juni 2013 vom
amerikanischen Wirtschaftsinformationsdienst „Bloomberg“ das erste Mal zu den
„Dollar-Milliardären“ gezählt wurde, schrieb ebenfalls Rekordzahlen: Der
Konzernumsatz stieg laut vorläufigem Geschäftsbericht des Konzerns in 2013 um
20,8 Prozent auf 628,3 Millionen Euro. Das „normalisierte EBITDA“ (also der operative
Gewinn) der CTS Eventim AG stieg um 13,7 Prozent auf 136,3 Millionen Euro.Im Segment
Ticketing verzeichnete CTS Eventim einen um 16,5 Prozent auf 269,7 Millionen
Euro gestiegenen Umsatz. 2013 verkaufte CTS Eventim allein 23,8 Millionen
Tickets über das Internet, was eine Steigerung von rund 16 Prozent gegenüber 2012
bedeutet. Der Ticketverkauf über das Internet ist für die Ticketingkonzerne
bekanntlich besonders profitabel, laut Schulenberg „ist die Wertschöpfung im
Online-Ticketing pro Karte sechsmal höher als beim herkömmlichen Verkauf“. –

Der weltgrößte
Tonträgerkonzern, die Universal Music
Group, hat den Umsatz 2013 um 13 Prozent auf 4,9 Milliarden Euro
gesteigert. Dabei überstiegen die Online-Verkäufe laut „FAZ“ erstmals den
Umsatz mit Tonträgern. Die Erlöse mit Abonnements und Streaming sind demnach um
75 Prozent gewachsen. Der Betriebsgewinn der Universal Music Group ist jedoch
durch die Integration von EMI um 3 Prozent gesungen auf "nur" noch 511 Millionen
Euro.Der Mutterkonzern
von Universal, Vivendi, hat 2013
einen Umsatz von 22,1 Milliarden Euro gemacht; der Nettogewinn betrug fast 2
Milliarden Euro. –

In all unseren
Überlegungen über die kulturelle Selbstbestimmung, über das Grundrecht auf
Teilhabe am kulturellen Leben sollten wir diese Zahlen stets einbeziehen.