23.06.2017

Arte, WDR und der Antisemitismus: Versagen, Warntafeln und Dauer-Propaganda-Sendungen

Mitunter erlebt unsereiner beim Studium der Medien ja durchaus gewaltige Überraschungen. Angeblich sollen laut einer Studie des „Spiegel“ „Ausländer bei der Wohnungssuche schlechtere Chancen haben als Bewerber mit deutschen Namen“ – echt jetzt? Wer hätte das gedacht. Oder: bei der Bundeswehr soll es Soldaten mit rechtsradikalen Ansichten geben. Ach. Die deutschen Medien decken es auf. Schonungslos. Investigativ.

Nur beim Antisemitismus tun sie sich schwer. Da haben Arte und WDR einen Dokumentarfilm zum Thema Antisemitismus in Auftrag gegeben und ihn dann, da er nicht „...

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23.06.2017

Oskar Maria Graf: Antisemitismus und deutsches Tüchtigkeitsprotzertum

„Was mich aber bei meinen Deutschlandbesuchen gerade in der ‚wirtschaftswunderlichen’ Bundesrepublik am meisten anwiderte, war, ganz abgesehen von einem bereits latent gewordenen Antisemitismus, das wiedererwachte, engstirnig provinzielle deutsche Tüchtigkeitsprotzertum.“
(Oskar Maria Graf)

23.06.2017

Neue Helden: Macron. En Marche. Demokratie?

Die europäischen Medien haben einen neuen Liebling: Macron!
Seine Partei, En Marche, erreichte im ersten Wahlgang der Parlamentswahl (in dem tatsächlich alle Parteien antreten durften) gerade einmal 32,3 Prozent der abgegebenen Stimmen. Bei einer Wahlbeteiligung von 48,7 Prozent bedeutet das: Nur etwa 16 Prozent der Franzosen haben Macrons Partei En Marche gewählt.
Doch im Parlament erhielt En Marche letztlich 308 von 577 Sitzen, also über 53 Prozent.
Na, das nennen wir dann Demokratie, oder?

23.06.2017

Nein, bitte nicht schon wieder Dercon...

Nein, nicht schon wieder „Dercon“ und die „Volksbühne“ – wiewohl die Abwicklung eines erfolgreichen Theaters durch sozialdemokratische Provinzpolitiker (nämlich Müller und Renner) unverändert schmerzt und empört und noch lange nicht vergessen ist und niemals vergeben werden wird.

Was aber fast schon wieder lustig ist: Das, was Dercon von der alten Volksbühne übernimmt, ist ihr mit Abstand schwächster Teil, nämlich das Musikprogramm und der völlig überforderte und inkompetente Musik-„Kurator“. Der hat gleich fürs erste Programm unter Dercon etwas ganz Besonderes angekündigt, nämlich...

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23.06.2017

Chris Dercon fühlt sich unfrei und ihm kann geholfen werden

„Ich habe mich noch nie so unfrei gefühlt wie in Berlin“, verriet Chris Dercon der „Zeit“.
Dem Mann kann geholfen werden. Wollen wir zusammenlegen und ihm ein One-Way-Ticket nach London spendieren? Und seinen Musik-Mohr darf er gerne gleich mitnehmen.

23.06.2017

Harry Belafonte fordert zivilen Ungehorsam gegenüber Trump

Der große Harry Belafonte, 90 Jahre alt, hat dieser Tage den amerikanischen Präsidenten scharf attackiert und dazu aufgerufen, die USA durch zivilen Ungehorsam für Donald Trump „unregierbar“ zu machen. „Ich helfe den Leuten, die Dinge anders zu sehen“, sagte Belafonte früher. Von Künstlern dieses Kalibers und mit dieser Haltung bräuchten wir mehr.

23.06.2017

Hartwig Masuch über unabhängige Musiker*innen

„Ganz wenige Künstler erzeugen so viel Reibung, dass es warm wird und alle in der Nähe sein wollen. Unabhängigkeit ist das Erfolgsrezept. Unabhängigkeit hat langfristig den Wert der Musikindustrie geschaffen. Schauen Sie sich Hits an, die als Me-too-Songs, als Kopien entstanden sind und die heute keinen Wert mehr haben, weil sie zu leichtgewichtig waren. Und dann schauen Sie sich U2 an, The Clash, die Rolling Stones, Sade. Das sind nur einige wenige Beispiele. Musik, die sich nicht direkt ableiten lässt, schafft Wert und loyale Hörer.“
Hartwig Masuch, Chef des weltweit...

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23.06.2017

Audiolith zeigt Haltung - Respekt!

Das Indie-Label Audiolith setzte laut „taz“ letztes Jahr ein Zeichen und hat seinen gesamten Labelkatalog von 1.600 Songs als MP3-Download für 25 Euro „flat“ ins Netz gestellt. Die Einnahmen in Höhe von 20.000 Euro haben die Audiolith-Leute an Cadus gespendet, ein mobiles Krankenhaus für Syrien und den Nordirak.
Respekt!

23.06.2017

Free Music Production im Haus der Kunst

Eine beeindruckende Ausstellung ist noch bis zum 20.8. im Münchner Haus der Kunst zu sehen: „Free Music Production“, über das legendäre FMP-Label, „das von 1968 bis 2010 als Plattform für die Produktion, Präsentation und Dokumentation von Musik Unvergleichliches geleistet hat“, wie es im Heft zur Ausstellung heißt (ein Katalog ist in Vorbereitung).
Man sieht tolle Fotos, man hört großartige „freie“ Musik, man sieht die wunderbaren Schallplatten-Cover, man staunt über die Auseinandersetzung mit Produktionsbedingungen, über frühen Feminismus, über „Free Jazz und Kinder“, und...

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23.06.2017

Sportreporter schreiben Geschichte II

Ich hatte ja unlängst an dieser Stelle bereits darum gebeten, ob die Damen und vor allem die Herren (vor allem: Sport-)Journalisten nicht bitte damit aufhören könnten, jeden Köttel, der auf dem medialen Feldweg herumliegt, damit zu titulieren, daß dieser Köttel gerade „Geschichte geschrieben“ habe.
Diese Bitte wird hiermit eindringlich erneuert. Es geht einfach nicht an, daß wie in der FAS vom 4.6.2017 behauptet wird, „Real Madrid Geschichte schreibt“, bloß weil der Fußballverein gerade mal „als erstes Team den Titel in der Königsklasse verteidigt“ hat.
Und es ist...

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23.06.2017

SG Sonnenhof Großaspach hat "Dorfclub" als Markenzeichen eintragen lassen

Kommen Sie aber bitte nicht auf die Idee, einen Fußballverein als „Dorfklub“ zu bezeichnen! Dann nämlich werden Tantiemen fällig. Der SG Sonnenhof Großaspach, 1994 von Spielerberater und Hotelier Uli Ferber gegründet (dem Ehemann der Schlagersängerin Andrea Berg, die entsprechend im Stadion der SG Sonnenhof auch ihr einmal jährlich stattfindendes „Heimspiel“ bestreitet), hat sich den Begriff „Dorfclub“ nämlich beim Deutschen Patent- und Markenamt als Markenzeichen eintragen lassen, womit der Begriff geschützt ist.
Das sind schon ganz besondere Marken dort im Klöpferbachtal...

23.06.2017

Die Grünen lassen am Sonntag nicht mehr online einkaufen

Die Grünen wollen künftig den Online-Einkauf am Sonntag regulieren. Sie wollen Menschen, die am heiligen Sonntag arbeiten, zwar nicht gleich mit der Todesstrafe belegen, wie es das Alte Testament verlangt („Wer eine Arbeit tut am Sabattag, der soll des Todes sterben“, Zweites Buch Mose, 31.15), aber sie wollen „zur Verteidigung des Sonntags“ die Möglichkeiten zum Online-Einkauf am Sonntag einschränken – jedenfalls, wenn es nach den niedersächsischen Grünen geht. Online einkaufen sollen die Menschen dürfen, denn natürlich sind die Grünen eine konsumfreundliche Partei. Aber...

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03.06.2017

Partei "Die Linke" leistet heftigsten Widerstand, indem sie einem CDU/CSU/SPD-Gesetz zur Privatisierung öffentlichen Eigentums einhellig zustimmt

Daß die Sozialdemokraten zwei unterschiedliche Parteien sind, nämlich eine, die seit über hundert Jahren hin und wieder auch einmal etwas Vernünftiges fordert, und eine andere, die, sobald sie an der Regierung ist, das Gegenteil umsetzt, ist hinlänglich bekannt, nicht zufällig heißt es ja: „Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten!“ (Aktuell allerdings: Wer hat uns verraten? Metadaten! Die Geschichte ist eben längst über die EsPeDe hinweggegangen...)

Daß die Grünen eine ehemalige Protestpartei sind, die sich über dem Umweg einiger etwas merkwürdiger...

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03.06.2017

Musiklegenden im deutschen Staatsfernsehen

Musiksendungen im deutschen Staatsfernsehen, Pfingstsamstag 2017:
Der Kultursender 3sat sendet vier Stunden vom Festival „Rock am Ring“, also ein Programm, das ein Großkonzern der Musikindustrie „kuratiert“, also: aus den kommerziell erfolgreichsten langweiligen Rockgruppen des Planeten zusammengebucht hat, von der Schlagerrockcombo Die Toten Hosen bis zu Rammstein.
Kontrastprogramm auf SWR3: „Die größten Musiklegenden“. Untertitel: „Von John Lennon bis Roy Black“. Im Ernst jetzt.
Zu Mariä Himmelfahrt folgt dann der zweite Teil der „größten Musiklegenden“: Von Johann...

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03.06.2017

Ich mag sterben 2000er in Rückengeschäft

Latest hottest Scheiß:
Auf RTL gibt es jetzt eine Nostalgie-Show namens „I like die 2000er“.
Ich mag sterben 2000er?
Wie darf man das nun wieder verstehen?
Vielleicht findet das Ganze im „Back Shop“ statt, also im „Rückengeschäft“? Und die Moderator*innen servieren Café Togo?

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