21.05.2018

Judentum und Arbeiterbewegung. Unbezahlbar

Eine Neuerscheinung, die mich sehr interessiert:

„Judentum und Arbeiterbewegung. Das Ringen um Emanzipation in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts“, unlängst erschienen bei De Gruyter.
Der Preis? Schlappe 119,95 Euro. Egal, ob gedruckt oder als E-Book.

Ein Buch, das über den Kampf gegen „die doppelte Unterdrückung als Proletarier und Juden“ berichtet, das sich aber weder Proletarier noch zum Beispiel Student*innen oder Interessierte ohne explizit nicht-proletarischen Hintergrund je werden leisten können?
Hier geht es nicht um Diskurs, sondern nur darum, ein Buch zu veröffentlichen, das sich nur die Bibliotheken leisten können. Und eine Volks- oder Studienausgabe wird strikt verweigert, sogar als E-Book bleibt das Buch ein Luxus.
Solche Bücher sollten eigentlich günstig im Netz zu lesen sein – falls, ja falls Verlag und Autor*innen ein Interesse daran haben würden, daß ihre Bücher auch gelesen werden...

21.05.2018

CSU-Granden beten in Tuntenhausen

Also mal ehrlich – was mir wirklich gut gefällt: Daß sich die CSU-Parteielite seit jeher am letzten Sonntag im April in der „Wallfahrtskirche zu Tuntenhausen“ („Spiegel“) of all places zum Beten trifft.

21.05.2018

Trügerische Erinnerungen: "Unsere Mütter, unsere Väter" haben mehr als doppelt so viele Juden versteckt, wie 1939 in Deutschland gelebt haben!

In der Studie „Trügerische Erinnerungen. Wie sich Deutschland an die Zeit des Nationalsozialismus erinnert“ der Universität Bielefeld und der Stiftung Erinnerung erantwortung Zukunft (EVZ) geben nicht nur 18 Prozent der befragten Deutschen an, daß Vorfahren von ihnen unter den „Tätern des Zweiten Weltkriegs“ waren, sondern genauso viele behaupten, daß Vorfahren von ihnen Verfolgten geholfen hätten („zum Beispiel Juden versteckt“).

Niklas Lämmel hat in „Konkret“ nachgerechnet:
„Selbst wenn man davon ausgeht, daß sich jeweils fünf Deutsche an einen gemeinsamen heldenhaften Vorfahren erinnern und jeweils fünf Deutsche zusammen einem Juden Unterschlupf gewährten, dann haben ‚unsere Mütter, unsere Väter’ 590.400 der 276.700 Juden versteckt, die 1939 noch in Deutschland lebten.“

21.05.2018

Jetzt neu: Birkenstock für Ihre Hände!

Das hat uns noch gefehlt:
Wenn Sie möchten, daß auch Ihre Hände nach original Öko-Fußschweiß riechen – Birkenstock hat eine Bio-Handcreme für Sie auf den Markt gebracht!
 

 

18.05.2018

Bad news for Copyright-Cops: Leistungsschutzrecht für Presseverlage ist ein grandioser Flop!

Kurzes Update für unsere Copyright-Cops:
Die Bundesregierung hatte bekanntlich den Bückling gemacht vor Deutschlands Großverlegern, angeführt vom Axel Springer-Konzern, und wider alle Vernunft ein Leistungsschutzrecht für Presseverleger eingeführt, von dem bezweifelt werden darf, ob es überhaupt rechtskonform zustande gekommen ist; nicht wenig spricht dafür, daß der Europäische Gesetzhof entscheiden wird, daß das Gesetz unzulässig ist. Die Bundesrepublik würde dann schadensersatzpflichtig werden.

Doch jenseits der juristischen Frage beweist auch die Praxis die grandiose Unsinnigkeit des von CDU, CSU und SPD verabschiedeten Gesetzes: Im Jahresbericht 2017 der VG Media, die die Presseverlage in dem Streit vertritt, kann man nachlesen, daß durch das neue Leistungsschutzrecht im vergangenen Jahr gerade einmal Einnahmen in Höhe von 30.000 Euro erzielt wurden. Im gleichen Jahr hat man aber 2.250.099,06 Euro für die Rechtsdurchsetzung ausgegeben.

Doch seitens der Bundesregierung ist man uneinsichtig, nein, geradezu stur und störrisch: denn die Regierung setzt sich gar für eine europäische Variante dieses unsinnigen Gesetzes ein. Hauptsache, man ist unverbrüchlich auf Seiten der Medienkonzerne, koste es, was es wolle – Geld, Sinn und Verstand...

16.05.2018

Live Nation sitzt im Glashaus und geht auf Frauensuche

Eine der absurdesten Meldungen des Jahres kommt vom weltweiten Branchenführer der Konzertindustrie, dem umstrittenen US-amerikanischen Großkonzern Live Nation. Laut „Musikwoche“ hat Live Nation unter der Bezeichnung „Women Nation Fund“ eine Initiative eingerichtet, „mit der der Live-Entertainment-Konzern von Frauen geführte Festivals, Events oder Veranstaltungsfirmen finden und fördern will. Auf diese Weise wolle man die Zahl der weiblichen Führungskräfte in der Livebranche signifikant erhöhen.“

Niedlich. Der größte Konzertveranstalter der Welt geht auf eine Art Schwammerlsuche und versucht, Festivals und Veranstaltungsfirmen zu finden, die von Frauen geführt werden. Wie wäre es denn, wenn sich der Konzertmonopolist stattdessen im eigenen Konzern auf die Suche nach Frauen in Führungspositionen begeben würde? Bei Live Nation geben nämlich durchweg Männer den Ton an, ob als CEO des internationalen Konzerns oder bei den Chefs der nationalen Firmen, wie beispielsweise Live Nation Deutschland. Und bei den zahllosen Festivals, die Live Nation weltweit betreibt oder an denen der globale Konzern Anteile hält, sieht es nicht viel anders aus, Frauen in Führungspositionen muß man bei Live Nation ebenso mit der Lupe suchen wie weibliche Bands auf den konzerneigenen Festivals.

„Der Women Nation Fund ist ein erster Schritt, neue Unternehmer zu bestärken und im Sektor des Live-Musik-Geschäfts mehr Chancen für Frauen zu schaffen“, plappert Live Nation-CEO Michael Rapino daher. Solange aber sein eigener Konzern keine Schritte unternimmt, Frauen „mehr Chancen zu geben“, offenbart sich der „Woman Nation Fund“ als das, was er ist: ein billiger Werbecoup ohne jede Bedeutung.
Michael Rapino sitzt im Glashaus und wirft mit Steinen. Es klirrt so schön.

14.05.2018

Netta Barzilai, ESC, BDS

Netta Barzilai gewinnt den ESC?
Das ist auf jeden Fall erfreulich – ein Gewinn für die Möglichkeiten des Andersseins, für Verschiedenheit und Individualität, für Querness und all das, was Menschsein und manchmal auch Popkultur ausmachen kann.
Vor allem aber „zero points“ für die reaktionäre, antisemitische und homophobe BDS-Organisation, die wieder einmal eine ihrer erbärmlichen und widerlichen Kampagnen gegen alles, was aus Israel kommt, startete und damit höchst erfreulich auf die dumme Nase fiel.

14.05.2018

Junge Amerikaner*innen: Die Erde ist flach!

Was ist nur los mit den jungen Amis?
Gerade einmal 66 Prozent der jungen Amerikaner im Alter von 18 bis 24 Jahren gaben laut „Telepolis“ bei einer YouGov-Umfrage an, daß sie davon ausgehen, daß die Erde rund ist.
Ein Drittel der Befragten dieser Altersgruppe ist im Zweifel, ob die Erde rund sei: 4 Prozent sind davon überzeugt, daß die Erde flach ist, 9 Prozent geben an, sie hätten bislang an eine runde Erde geglaubt, seien darüber jedoch in Zweifel geraten, und ganze 16 Prozent sagten, sie wüßten nicht, ob die Erde rund oder flach ist.
Übrigens bezeichnen sich 52 Prozent der Anhänger der flachen Erde aller Altersgruppen als „sehr religiös“. Ob Galileo oder der Papst und seine Inquisition Recht behalten, scheint also in den USA des 21. Jahrhunderts noch nicht endgültig ausgemacht.

13.05.2018

Smudo, der Meisterkoch, empfiehlt: Spargelkochen in der Spülmaschine!

Es ist schon ein Kreuz (sic! Wertedebatte!) mit den Deutschrappern. Denken wir an Smudo von den Vantastischen Fier, sie wissen schon, diese Band, über die der große Hagen Liebing einmal gesagt hat, man wisse nicht so recht, was bei ihnen zuerst da war, Album, Tour-Verträge oder doch eher ein lukrativer Kampagnen-Sponsor, denn „die Schwaben sind sich für keinen Werbedeal zu schade“.

Smudo jedenfalls hat für uns alle einen Ratschlag, wie man am besten Spargel kocht: In der Spülmaschine nämlich! „Das ist ja auch eine Art Dampfgarer. Da hast du heißes Wasser, was lange um das Gargut herumstreicht“, hat Smudo dem Radiosender „MDR Jump“ verraten. Im Ernst jetzt. Natürlich fragt man sich, wo Smudo nun sein schmutziges Geschirr wäscht – im Spargeltopf vielleicht?

Aber ich hätte auch einen guten Küchen-Ratschlag für Smudo, nämlich, wie man Eier kocht. Ganz einfach in die Waschmaschine geben! Die ist nämlich auch eine Art Eierkocher. Für das Procedere einfach die rohen Eier in Folie einpacken, das Waschprogramm auf Kochwäsche und los. Man kann sich auch vor die Waschmaschine setzen und zuschauen, was da so passiert. Allemal interessanter als die Castingshow „The Voice“, bei der Smudo zu sehen ist.

13.05.2018

Wie die "NZZ" in Berlin bei Castorf einmal in geistige Untersuchungshaft geriet...

Und wenn sich der Bourgeoisie eine wie auch immer geartete „Kommune“ entgegenstellt? Dann passiert, was schon immer passierte: Die Bourgeoisie schlägt um sich.
So das europäische Geschäftsblatt dieser Klasse, die „Neue Zürcher Zeitung“, in einem erbärmlich schlecht recherchierten, aber umso meinungsfreudigeren Bericht vom Berliner Theatertreffen, der Volksbühne und Castorfs Faust-Inszenierung.

Faust wird sage und schreibe fünf Mal gezeigt. Das Publikum darf kurze sieben Stunden und lange 10 000 Goethe-Verse lang Binge-Watching betreiben und sich im Koma-Hören üben. In die Zumutungen des Abends nicht mit eingerechnet sind Exkurse in Fanon, Rimbaud, Müller und ins Werk von Lord Byron.“ So schreibt die „NZZ“ über diese von Publikum wie Presse („Ein Alters- und Meisterwerk Castorfs“, jubelt die „Süddeutsche Zeitung“) begeistert aufgenommene Inszenierung. Die ratzfatz fünfmal ausverkauft war, „sage und schreibe“...
Nun, daß für „NZZ“-Lohnschreiber*innen Fanon, Rimbaud oder Lord Byron „Zumutungen“ darstellen, das darf man doch wohl hoffen und erwarten. Doch dann kommt Daniele Muscionico zum Punkt: „Castorfs «Faust»-Wiederauferstehung ist satte 500 000 Euro teuer.“ Und woher kommt das Geld? „Um das dafür notwendige Sümmchen zusammenzukratzen, hat Kultursenator Klaus Lederer tüchtig gespendet, den Rest liess man sich aus den Lottomitteln bezuschussen.“ Wie das eben so ist in einer Demokratie: Die Kultur wird von den kulturellen Institutionen finanziert, von den Bürgerinnen und Bürgern. Damit hat die „NZZ“ offensichtlich ein Problem. Sie behauptet allerdings, daß die Bürgerinnen und Bürger Berlins damit ein Problem hätten, also diejenigen, für die Kultursenator und Bürgermeister Lederer seit Monaten in allen Umfragen der beliebteste Politiker ist, mit weitem Abstand...

„Das schmeckt nicht jedem, und das ist verständlich. Vor allem ärgern sich die Erniedrigten und Beleidigten“, denn bei denen kennt sich die „NZZ“ aus, war sie doch immer schon eine Kampfschrift des internationalen Proletariats und Prekariats, „dass nicht klar ist, welche Mehrkosten durch die Verlegung in das Festspielhaus generiert werden.
Frank Castorf, der Herr der Fliegen (hä?!? BS), die sich an den Verlierern weiden, hat mit seinem «Faust», naturgemäss, eine Kapitalismuskritik im Auge. Das Kapital ist der Teufel!“
Mal abgesehen von der Frage, wer hier etwas „im Auge“ hat – daß Goethes Faust im zweiten Teil nur schwerlich nicht als Kapitalismuskritik zu lesen ist, hat sich nach Zürich wohl noch nicht herumgesprochen...

„Doch ist die Berliner Ökonomie des Arschloches nicht bemerkenswert kurz gedacht? Wer die kapitalistischen Verhältnisse kritisiert und 500 000 Euro braucht, um seine Kritik glaubhaft zu machen und sich treu zu bleiben, der denkt in einer Kategorie, die das gemeine Volk «inkonsequent» nennt.“
Eine interessante Position – wer Kapitalismuskritik betreibt, soll also gefälligst darauf verzichten, das an einem Theater zu tun, wo alle Beteiligten ordentlich bezahlt werden – ist es das, was Daniele Muscionico meint? Castorf soll gefälligst eine unbezahlte Lesung veranstalten, wenn er Kapitalismuskritik betreiben will? So, wie es wohl im Sinne von Daniele Muscionico und seiner „NZZ“ gewesen wäre, wenn Metternichs totalitärer Staat dem Ludwig van Beethoven verboten hätte, für die Revolution, der Beethoven nun einmal anhing, Sinfonien zu schreiben, wo solche Werke doch zur Aufführung eines Sinfonieorchesters bedürfen. Wer die Herrschenden kritisiert, soll das gefälligst kostenlos tun. Man kann doch auch eine Klaviersonate schreiben, muß es immer gleich eine Sinfonie, muß es eine große, gar siebenstündige Theaterinszenierung sein? Theater und Konzerthaus wurden schließlich von der Bourgeoisie für die Bourgeoisie errichtet – seid gefälligst konsequent und bleibt unseren Kunsttempeln mit eurer Kapitalismuskritik fern!

Doch dann wird Muscionico in der „NZZ“-„Kritik“ zum Schluß noch ganz weinerlich und bekommt es mit der Angst zu tun, nämlich bei der Frage, „wie man ein Arschloch wird“:
Wer dazu zählt und wer nicht, ist ausgemacht. Vor allem aber, man wird, wie vor 1989, über die Zugehörigkeit nicht selber bestimmen können. Eine selbsternannte Autorität übernimmt das, fürsorglicherweise. Wo das hinführt? Fragt man sich das ernsthaft? Die Antwort liegt auf der Hand – in die geistige Untersuchungshaft.“
Vorsicht, liebe „NZZ“! Wenn ihr es mal wieder wagt, Kritiker*innen ins Ausland, gar nach Berlin zu schicken, können die schnell in „Untersuchungshaft“ landen! Wenn auch nur in „geistiger“... Wobei man spekulieren kann, ob die „geistige Untersuchungshaft“ von Daniele Muscionico nicht eher ein Synonym für „geistige Umnachtung“ darstellt.
Merke: Wenn die Bourgeoisie und ihr Mitteilungsblatt unter Druck geraten, schlagen sie um sich. Dumm und dreist, wie gehabt. Und beides in einer nach oben offenen Skala...

01.05.2018

"Rapmusik ist für mich menschenfeindliches Gestammel mit Musikverzicht"

„Von der ganzen Rapmusik, bei der nur jemand zu Schlagzeug und Bass rumlabert, wird nichts übrigbleiben”, plappert Heinz Rudolf Kunze daher. „Da kann kein Titel ein Golden Oldie werden, weil es keine Melodie gibt und niemand mitsingen oder mitsummen kann. (...) Das ist für mich menschenfeindliches Gestammel mit Musikverzicht”.

Der sogenannte „Deutschrocker“ ist eindeutig vom Fach, mit menschenfeindlichem Gestammel unter Musikverzicht kennt er sich bestens aus, solchen Kram hat er nämlich auf mittlerweile 36 Alben gepreßt, ohne daß sich Vinyl oder CD hätten wehren können.

„Ich sympathisiere mit Gott. Ich würde nicht so gerne mit der Überzeugung leben müssen, dass es überhaupt keinen Sinn im Weltall gibt.”

Wenn alternde Männer von etwas reden, von dem sie noch nie etwas verstanden haben... Im Fall des Rechtsauslegers Heinz Rudolf Kunze, dessen „Golden Oldies“ gerne von Pegida in Dresden mitgesummt werden, ist das, wovon er nichts versteht, allem Anschein nach ziemlich viel. Die Musik gehört jedenfalls dazu. Und ansonsten ist bei Hannover gerade ein Sack mit Deutschrock-CDs umgefallen...

01.05.2018

Zeitgenösissche Musik für Eliten

Neues aus dem Kapitel „wir tun alles, damit die zeitgenössische Musik eine Beschäftigung der Elite bleibt“:
Da gab es bis 1995 eine fabelhafte Reihe „Wege zur Neuen Musik“ in der ARD (die dann aus Quotengründen – warum zahlen wir gleich wieder unsere Zwangsbeiträge?!? – eingestellt wurde...). Der Dirigent Gerd Albrecht analysierte zusammen mit den jeweiligen Komponisten aktuelle Werke in „Erklärkonzerten“, zum Beispiel von Penderecki, Ligeti, Isang Yun, Henze, Kagel oder Widmann. Im Anschluß an das Gespräch mit den Künstlern wurde das Werk komplett aufgeführt mit dem Radio-Symphonie-Orchester Berlin (heute DSO). Es gab von 2010 bis 2012 noch einmal eine Neuauflage mit dem RSB.

Sechs dieser Gesprächskonzerte wurden jetzt verdienstvollerweise vom Label Arthaus Musik (bei Naxos) in einer zweisprachigen DVD-Edition unter dem Titel „Open Your Ears – Wege zur Neuen Musik“ herausgebracht. Diese sind nicht nur Musterbeispiele für kulturelle Vermittlung und musikalische Bildung, nicht zuletzt wegen Gerd Albrecht, diesem genialen Vermittler, sondern es handelt sich auch wertvolle Zeitdokumente, sind doch fünf der sechs Komponisten mittlerweile verstorben.

Allerdings: warum kostet diese Box mit 6 DVDs um die 100 Euro? Die beteiligten Orchester sind doch von der öffentlichen Hand subventioniert, die Aufnahmen stammen von den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, und der Dirigent wie auch die meisten Komponisten sind leider bereits verstorben. Wer also muß Profit mit so einer Box machen? Hier zeigt sich wieder einmal der Irrweg der Klassik-Szene, die bewußt oder unbewußt alles tut, um unter sich zu bleiben. Ein derartiges Musterbeispiel hochkarätiger Musikvermittlung, wie es mit „Open Your Ears“ vorliegt, muß preiswert sein, damit es wirklich die Chance hat, weit verbreitet zu werden und Werbung für aktuelle Musik zu machen. Eigentlich gehören diese Sendungen – wenn die unfähigen Programmchefs der tristen ARD-Sender schon nicht dafür sorgen, daß sie regelmäßig wiederholt werden, was dem gesetzlichen Bildungs- wie dem Kulturauftrag der Öffis entsprechen würde – auf YouTube!

30.04.2018

Das Problem des Journalismus...

Das Problem des Journalismus besteht ja nicht so sehr darin, daß, wer heute eine Zeitung oder ein Magazin in die Hand nimmt, nicht mehr sicher sein kann, daß die Texte darin von Menschen geschrieben wurden – das Problem ist doch eher, daß es so häufig keinen Unterschied machen würde.

30.04.2018

GEMA-Musikautorenpreis: Frauen schrecken vor nichts zurück...

Nochmal zurück zum GEMA-Musikautorenpreis (wir berichteten)

Musikautorenpreis, wie ihn die GEMA sieht:

Und wie ihn einige Musikerinnen sehen:

Die Frauen schrecken heutzutage wirklich vor nichts mehr zurück, um in Männerdomänen einzudringen!

30.04.2018

Kollegah, Echo etc.: Bizeps vs. Kunst

Nope. An dieser Stelle nichts mehr über Kollegah & Echo & all.
Oder, einer geht doch noch... nämlich ein alles sagender, wunderbarer Satz von Dietmar Dath über den Unterschied zwischen Kendrick Lamar und Kollegah:
„Nach diesen Kriterien, die man an Sonetten und Arthouse-Filmen so gut erproben kann wie an Mikrofonzungenartistik, ist Kendrick Lamar ein Künstler von höchstem Rang, die trübe Tasse Kollegah aber ein Poseur vom Gymnasium, der Fragen nach der sozialen Legitimität seiner drohbrünstigen Gettogestik und der künstlerischen Qualität seiner verhauenen Reime mit dem überzüchteten Bizeps wegdrücken muss."

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