25.01.2014

USA: Armut und Reichtum

Der "Amerikanische Traum" ist nach einer Studie von Harvard-Ökonomen tatsächlich nur ein Traum, aber es gibt große regionale Unterschiede. In vielen Studien wurde festgehalten, dass in den USA die soziale Mobilität wie in anderen Ländern geschrumpft ist. Die Einkommensverteilung zwischen Arm und Reich ist nach einem Bericht des Congressional Research Service eine der größten in den Industrieländern. Ein Aufstieg von ganz unten nach ganz oben kommt danach ziemlich selten vor: "Wo man in der Einkommensverteilung beginnt, bestimmt wesentlich, wo man in ihr endet." Armut und Reichtum würden so gewissermaßen vererbt. Das wird auch von anderen Untersuchungen bestätigt (Millionär bleibt Millionär, Tellerwäscher bleibt Tellerwäscher). (laut Telepolis, 24.1.2014)

20.01.2014

Oxfam prangert Verteilung des Wohlstands an

Die britische Hilfsorganisation Oxfam hat in einem alarmierenden Bericht die Verteilung des Wohlstands auf der Erde angeprangert.Die 85 reichsten Menschen der Welt hätten das gleiche Vermögen wie die arme Hälfte der Weltbevölkerung auf der anderen Seite, heißt es in dem am Montag veröffentlichten Bericht.Oxfam stellte den Bericht aus Anlass des bevorstehenden Weltwirtschaftsforums in Davos zusammen. Die Hilfsorganisation kritisiert unter anderem die Steuervermeidung über Steueroasen sowie staatliche Sparpolitik, die vor allem die unteren Einkommensschichten treffe.Die wohlhabenden Eliten dominierten die wirtschaftlichen Weichenstellungen weltweit, heißt es weiter. Demokratie werde ausgehebelt, die Reichen könnten politische Entscheidungen beeinflussen - sowohl in entwickelten wie auch in Entwicklungsländern. Eine Umfrage in den sechs Ländern USA, Großbritannien, Spanien, Brasilien, Indien und Südafrika habe gezeigt, dass die meisten Menschen der Meinung seien, das Gesetze zugunsten der Wohlhabenden gebeugt würden.(Berliner Zeitung, 20.1.2014)

19.01.2014

Arbeitnehmerstandards durch transatlantische Freihandelszone gefährdet

Laut eines Berichts auf "Telepolis" gefährdet die geplante transatlantische Freihandelszone TTIP massiv die Arbeitnehmerrechte:"...wurde nun ein Aufruf gestartet, der die TTIP aus Arbeitnehmersicht kritisiert.Der zentrale Kritikpunkt lautet, dass das Abkommen grundlegende Arbeitnehmerstandards gefährdet. Schließlich haben die USA sechs von acht Normen der Internationalen Arbeitsorganisation nicht unterzeichnet, so die Begründung. Darunter befinden sich so zentrale Punkte wie das Abkommen zum Schutz der Vereinigungsfreiheit oder die Abschaffung von Zwangs- und Pflichtarbeit in Gefängnissen. Durch Zwangs- und Pflichtarbeit erst konnte ein "gefängnisindustrieller Komplex" in den USA entstehen, der mittlerweile eine zentrale Rolle in bestimmten Industriebranchen spielt. Auch das Abkommen für gleichen Lohn für gleiche Arbeit bei Männern und Frauen und eine Norm, die ein Mindestalter bei der Zulassung der Beschäftigung vorsieht, haben die USA nicht unterschrieben."

18.01.2014

Neoliberalismus und nouveau pauvre

"Neoliberalismus ist eine globale Ideologie. Eine Art permanenter Ausnahmezustand wurde in der ganzen westlichen Welt eingeführt. Diejenigen, die von der finanziellen Blase verführt wurden, müssen jetzt lernen, Konsum aufzugeben. Es sind nicht mehr länger ausgeschlossene Dritte, die leiden. In der ganzen Welt bewegen sich große Teile der Bevölkerung von wohlhabend zu nouveau pauvre (neue Arme) und von den Begünstigten der Macht zu den Ausgeschlossenen."Costas Douzinas (im Interview mit Jungle World, 16.1.2014)

18.01.2014

Revolutionäre Technologien vs. Armut und soziale Ungleichheit

"Man beachte, daß die vergangenen zwei Jahrzehnte der Informationsrevolution die höchsten Werte für Armut und soziale Ungleichheit seit Edisons Zeiten aufweisen, und zwar nicht nur in den Vereinigten Staaten, sondern in allen OECD-Ländern. Ein ganzes Füllhorn 'revolutionärer' Technologien hat nur wenig Revolutionäres bei all den Dingen bewirkt, die wirklich bedeutsam für eine erfolgreiche neue Zivilisation wären: gemeinsamer Wohlstand, demokratische Werte, Rechtsstaatlichkeit, breite gesellschaftliche Partizipation, Lösung von Umweltproblemen und Ressourcen für individuelle Verwirklichung auf allen Ebenen der Gesellschaft."Shoshana Zuboff (in FAZ vom 17.1.2014)

20.12.2013

Armut auf dem Vormarsch

"Armut auf dem Vormarsch - Jeder siebte Einwohner in Deutschland betroffen" titelt die "Berliner Zeitung".
"Ganze Regionen geraten in Abwärtsspiralen aus zunehmender Armut und wegbrechender Wirtschaftskraft, die soziale regionale Zerrissenheit hat eine neue Qualität erreicht, die Spaltung zwischen arm und reich ist tief wie nie (...) Armut in Deutschland befindet sich (...) dauerhaft auf dem Vormarsch. So hat der Anteil der von Armut bedrohten Personen zwischen 2006 und 2012 von 14 auf 15,2 Prozent zugenommen. Damit befindet sich die Armut auf einem neuerlichen Rekordhoch. Als armutsgefährdet gelten Personen, die weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens zur Verfügung haben. Für einen Single-Haushalt lag diese Grenze laut Mikrozensus 2012 bei gut 869 Euro. (...)
Verantwortlich für die Entwicklung ist aus Sicht des Paritätischen Wohlfahrtsverbands vor allem 'die Amerikanisierung des Arbeitsmarktes', also die Zunahme unsicherer Beschäftigungsverhältnisse in einem wachsenden Niedriglohnsektor. (...)
Beträchtliche Divergenzen sind unter den Großstädten zu verzeichnen. Den mit 26,4 Prozent höchsten Armenanteil weist Dortmund auf, gefolgt von Leipzig (25,9) und Duisburg (25,1). Am geringsten betroffen sind München (11,4 Prozent) und Stuttgart (13,4)."
(laut Berliner Zeitung vom 20.12.2013)

Jugendarbeitslosigkeit in Europa

Jugendarbeitslosigkeit: Haarsträubende Zahlen, keine Rezepte.
"Die Zahlen sind zum Teil haarsträubend: In Griechenland liegt die Jugendarbeitslosigkeit nach jüngsten Zahlen bei 51,5 Prozent, in Italien bei 44,2 Prozent, Spanien verzeichnet 43,7 Prozent und Frankreich 23,4 Prozent. Insgesamt sind es in Europa etwa fünf Millionen Unter-25-Jährige, die erwerbslos sind, berichtet Le Monde und fügt hinzu, daß die Politik noch keine Rezepte für dieses Phänomen gefunden habe, daß dem Problem in den europäischen Regierungen keine Priorität eingeräumt wird."
(Telepolis, 8.10.2014)
 

Seiten