16.05.2014

Der eindimensionale Mensch wird 50

In Kürze in diesem Theater: Eine großartige und vielversprechende
Konzert-Theater-Produktion mit dem schönen Titel „Der eindimensionale Mensch wird 50“. Was soll denn das, werden Sie
sich fragen, und die Älteren unter uns werden vielleicht wissend lächeln und
sich an ein Buch erinnern, das sie in den 60er oder 70er Jahren gelesen und
größtenteils nicht verstanden haben (wie, ähem, der Autor dieser Zeilen... den
das Buch jedoch seitdem nicht mehr losließ). Eine
facettenreiche Geburtstagsfeier für eine trostlose Gestalt, die sich auch noch
treu geblieben ist, seit Herbert Marcuse ihr glückliches Bewusstsein und ihre
versklavte Zufriedenheit erforschte. Die Geburtstagsfeier wird von einigen der
spannendsten deutschsprachigen Intellektuellen, Musiker und Schauspieler dieser
Tage ausgerichtet, nämlich von Thomas
Ebermann, Kristof Schreuf, Andreas Spechtl und Robert Stadlober. Bleiben Sie
gespannt – mehr Infos zu diesem spektakulären Projekt demnächst in diesem
Rundbrief (und auf unserer Website)!

16.05.2014

Eine Arbeitswelt inszenieren...

„Eine Arbeitswelt inszenieren, in der sich
Sklaverei wie Freiheit anfühlt“ war der schöne Titel
eines Gesprächs, das Reinhard Jellen mit mir für „Telepolis“ geführt hat und
das im März ebenda veröffentlicht wurde und seitdem ein wenig Furore gemacht
hat, wenn dies zu behaupten dem „bescheidenen Verfasser dieser Zeilen“ (schönen
Gruß JB!) gestattet sei. Es geht u.a. um die soziale
Situation von KünstlerInnen und KulturarbeiterInnen, um die Rolle der
sogenannten Kreativwirtschaft bei neoliberalen Arbeits- und
Wirtschaftsverhältnissen, um Popmusik
und Mittelschicht, Glücksversprechen der kreativen Klasse, die besänftigende
Wirkung von Popmusik, Neo-Biedermeier,
Selbstoptimierungsideologie, Afterworkparties
und Solidarität. Also: es geht
sozusagen „um alles“. „Linken“-Parteichefin Katja Kipping schrieb auf der
Fressenkladde dazu: „Zum Wochenende ein
etwas längerer Text, der sich mit den Arbeitsbedingungen in der
‚Kreativwirtschaft’ befasst. Sehr lesenswert!“ Sie sehen: nicht alles, was
die „Linken“ sagen und tun, ist schlecht ;-) Doch lesen Sie selbst: http://www.heise.de/tp/artikel/41/41080/1.html

16.05.2014

Bonnie 'Prince' Billy, The Residents

Ein Triumph auf allen
Ebenen war nicht nur die erste und fast komplett ausverkaufte
Deutschland-Tournee von Bonnie ‚Prince’
Billy seit Ewigkeiten im März, sondern auch die kurze Europa-Tournee der Residents im Mai mit ihrem neuen
Programm „Shadowland“, das sich mit „birth, rebirth, reincarnation and NDEs (near death experiences)“ beschäftigt hat. Mit
solchen Künstlern und Bands arbeiten zu dürfen, ist eine sehr, sehr große
Freude und Ehre und ein unglaubliches Vergnügen, glauben Sie mir...

24.04.2014

News 04/2013

The Residents Die Residents feiern 2013 ihr sage und schreibe 40jähriges Bühnenjubiläum - was für eine Bandgeschichte! Sie haben das erste Musikvideo der Geschichte hergestellt (dieses und andere Werke findet man in der ständigen Sammlung des MoMa New York), sie haben die berühmten und viel zitierten (und plagiierten) "Eyeballs" erfunden und zum Funkeln gebracht, sie haben legendäre Filme gedreht, Videospiele und Comics erfunden und in Museen gespielt. Und bis heute weiß niemand, wer sich hinter den Masken der Residents verbirgt, der Band ist es gelungen, die Identität ihrer Bandmitglieder über vier Jahrzehnte geheim zu halten. Zu ihrem 40jährigen Jubiläum haben die Residents ein spektakuläres neues Programm einstudiert, das die Vielfalt ihrer gesamten Karriere wiederspiegeln wird: THE RESIDENTS' WONDER OF WEIRD. Sex, shrugs and anti-rock'n roll - it's all there in The Residents' "Wonder of Weird." Eigens für ihre europäischen Fans haben die Residents ein Video zusammengestellt, das Sie hier sehen können – mit aktuellem Livematerial von der jüngsten US-Tournee: "Wonder Of Weird" - das große kleine Rock'n'Roll-Welttheater der Residents - auf ihrer möglicherweise letzten Europatour im Frühjahr 2013 noch einmal zu bestaunen an vielen besonderen Spielorten in ganz Europa: Die Daten   Chuck Prophet Sie wissen: Der 1963 geborene Sänger, Gitarrist und Songwriter aus Kalifornien war in den 80er Jahren als Frontmann der legendären Rockband Green On Red (ich würde sagen: bis heute eine der besten Bands dieses Genres aller Zeiten, Wort!) bekannt geworden. Endlich kommt Chuck Prophet mit einer formidablen fünfköpfigfen Band auf Europatournee und spielt auch zwei Konzerte in Deutschland. "Seit zwei Jahrzehnten liefert Chuck Prophet ein tolles Soloalbum nach dem anderen ab" (Piranha), so auch "Temple Beautiful", die aktuelle Hommage an San Francisco: "Nuancenreich, unsentimental (...) funkelt und rumpelt vielmehr als lässiger, staunender Streifzug an der Schnittstelle von Mythos und Mumpitz, Fakt und Fiktion (...) Natürlich spielt Prophet seine Telecaster immer noch wie ein im Gitarren-Himmel gezeugter Bastard aus James Burton und Richard Thompson - und hat, wenn's richtig brennen soll, auch mal flugs eine Twin-Attacke à la Lizzy in den Händen." (Jörg Feyer im "Rolling Stone", 4 Sterne). "Einer der wertbeständigsten, zuverlässigsten Rock'n'Roller, der keine Gefangenen macht. Bei ihm sitzt wirklich jedes Riff, seine Musik ist druckvoll, pointiert und treibend, sein Gesang ungefähr so vermurmelt und phlegmatisch wie der Tom Pettys (...) ausgezeichnete Platte." (Edo Reents, FAZ) Und "live" sowieso eine Wucht und in der Extraklasse: "Man könnte sein Foto zu Erläuterungszwecken im Lexikon neben dem Begriff "Rampensau" abdrucken (...) mit funkensprühenden Songs, die klingen, als hätte ihr Autor das Genre Gitarrenrock eben erst eigenhändig erfunden. In seinem Genre ist der Mann ein Genie: Der Achtundvierzigjährige verfügt über die seltene Gabe, große Songs voller cleverer Pop-Haken zu komponieren, diese aufregend zu arrangieren und mittels seines Gitarrenspiels in höhere Dimensionen zu überführen. Ein unvergeßlicher Abend, und man geht mit dem Gefühl, einem Ausnahmeauftritt beigewohnt zu haben." (Eric Pfeil in der "FAZ"). Auch Chuck Prophet hat für seine europäischen Fans ein Video für diese Tour zusammengestellt: http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=bHO97S8VM8Y Und wenn dieser Link hierzulande wieder einmal nicht funktionieren sollte, weil die GEMA eine Künstler- und Kunst-feindliche Institution ist, und Sie vor Ärger am liebsten Bomben schmeißen wöllten - trösten Sie sich hiermit, Chuck Prophet & The Spanish Bombs mit einer Coverversion von The Guns of Brixton:   Camper Van Beethoven Hurra! Eine der großartigsten Bands des Indie-Zirkus, eine Legende, mit hervorragendem neuen Album auf Tournee im Frühjahr (werden wir demnächst ausführlicher vorstellen): Die Daten  Van der Graaf Generator Die legendären Van der Graaf Generator werden im Juni fünf Deutschlandkonzerte spielen. Dabei stehen zwei lange Stücke im Mittelpunkt: Die Show wird "Flight" beinhalten, ihr Cover des ursprünglichen Peter Hammill-Solo-Stücks, das sie bisher nur in den USA und Japan aufgeführt haben, sowie eine neue Version von "A Plague of Lighthouse Keepers" von "Pawn Hearts". Zwei Kernstücke der Bandgeschichte, die die Herzen der Fans höher schlagen lassen dürften! Die Daten  Calexico Auf drei Tourneen 2012 und Anfang 2013 haben Calexico bewiesen, warum sie von Fans und Presse zu den besten Live-Bands überhaupt gezählt werden. Nachdem sie im Herbst mit ihrem neuen Album „Algiers“ Toppositionen der Album-Charts in ganz Europa erobert hatten, wählten die Leser des "Rolling Stone" die besten Calexico aller Zeiten auf Platz 4 der "Live-Acts des Jahres" (vor u.a. Coldplay, Bob Dylan, Muse, Jack White und den Beach Boys). Und ebenfalls auf Platz 4 der "Bands des Jahres" (vor u.a. The XX, Muse, den Toten Hosen, Coldplay, Radiohead, Led Zeppelin, Pearl Jam oder den Pet Shop Boys – sogar vor, mon dieu, vor Neil Young & Crazy Horse...). Wir gratulieren Calexico, wir gratulieren den "Rolling Stone"-Lesern zu ihrem guten Geschmack, und wir freuen uns auf die großen Sommer-Tourneen von Calexico im Juli und August 2013. Endlich können ihre europäischen Fans Calexico auch wieder auf Open-Airs und Sommer-Festivals erleben. Und Calexico bereiten gerade etwas ganz Besonderes vor: im Mai nämlich wird eine kleine EP erscheinen mit bisher unveröffentlichtem Material, und: mit einigen Coverversionen. Wir können jetzt schon verraten: Mit einigen sehr überraschenden Coverversionen! Und weil wir diesen Sommer Geburtstag feiern, laden wir Sie wieder mal zu einem Gewinnspiel ein: Tippen Sie eine Band, von der Calexico im Frühjahr eine Coverversion veröffentlichen werden! Unter den richtigen Einsendungen verlosen wir 10 Jubiläumsgeschenke – Freitickets für die Calexico-Konzerte im Sommer und CDs. Senden Sie Ihre Mail mit dem Namen einer (!) Band bzw. eines Künstlers an info@bseliger.de. Einsendeschluß 22.4.2013. Die Daten (einige weitere Daten sind bestätigt, dürfen aber noch nicht veröffentlicht werden)   25 Jahre Konzertagentur Berthold Seliger Jubiläumsfestival: Patti Smith and her band - Calexico - Bratsch - Depedro 2013 feiern wir das 25jährige Bestehen der Konzertagentur. Zum 25. Geburtstag bereichert die Konzertagentur Berthold Seliger in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Veranstalter Trinity Music GmbH das Berliner Konzertgeschehen mit einem eigenen Festival – vier Bands spiegeln  die musikalische Bandbreite der Agentur wider: Patti Smith and her band, Calexico, Bratsch und Depedro. Patti Smith und ihre Band sowie Calexico werden volle Sets spielen (Bratsch 45, Depedro 30 Minuten). Sozusagen ein Geburtstagsfeuerwerk anspruchsvoller und spannender Musik. Ort: Citadel Music Festival, Berlin, Zitadelle Datum: Dienstag, 2.Juli 2013 - Einlaß: 17.00 Uhr - Beginn: 18.00 Uhr News Amparo Sánchez wird mit ihrer (zum Teil neu besetzten) Band zum ersten Mal das Material ihres neuen, von der britischen, französischen und spanischen Presse bereits gefeierten Albums "Alma de Cantaora" am 10.5. bei einem exklusiven kleinen Club-Konzert in Berlin vorstellen; weitere Daten im Sommer, eine Tournee wird für Oktober/November vorbereitet.

10.02.2014

BPB Zusatzshow

Bonnie 'Prince' Billy: Wegen der großen
Nachfrage gibt es eine Zusatzshow in Berlin, am Mittwoch, 5.3.2014,
ebenfalls in der Apostel-Paulus-Kirche. Tickets ab sofort im Vorverkauf,
die günstigsten (ohne Internet-Gebühr) wie immer auf unserer Website.
Für die Konzerte in Dresden, Hamburg und Frankfurt sind im Moment noch
Tickets verfügbar. Das Berlin-Konzert am 4.3.2014 ist praktisch
ausverkauft.

05.01.2014

BS auf Arte

"Gegen den Kommerz in der Musik" war der Titel eines Beitrages von Romy Sydow über "Das
Geschäft mit der Musik" und über Berthold Seliger am 3.1.2014 im "Arte Journal",
der "Tagesschau" des deutsch-französischen Kultursenders (mit Ausschnitten von Patti Smith und Daniel Kahn). Kann man noch sieben Tage auf "Arte +7" im Internet betrachten:http://www.arte.tv/de/7753050.html

12.12.2013

News 12/2013

Bratsch

Lassen Sie uns
nicht drumrumreden: Bratsch sind eine der besten Bands, die überhaupt live zu
sehen sind, was sie zuletzt auch bei großen Festivals (wie bei unserem Berliner
Jubiläumsfestival zusammen mit Patti Smith und Calexico, die sich als große
Fans der Band outeten, oder beim Frankfurter Palmengarten Open Air vor gut
1.000 zahlenden Zuschauern, oder beim Montreal Jazz Festival vor
Zentausenden...) nachdrücklich bewiesen.

40 Jahre - was
für eine einmalige Reise! Wie wenige Bands können auf vier Jahrzehnte
Bandgeschichte zurückblicken wie die französischen Superstars, diese "ausgefuchsten
Akustiker" (FAZ), die "Balkan Blues Brothers" (SZ).

Anläßlich ihres sage und schreibe 40jährigen Band-Jubiläums
erscheint im November 2013 eine fantastische Anthologie mit dem schönen und
sehr französischen Titel "Brut de Bratsch" (Harmonia Mundi) - es ist
eben wie bei alten Weinen und Jahrgangs-Champagnern: je älter, desto toller,
und genauso treibens auch Bratsch.

"Nie wieder Einfalt!", titelte Wiglaf
Droste mal über ein Konzert von Bratsch.

Diese Woche ist das neue Album von Bratsch erschienen - eine
große Anthologie aus vierzig Jahren Bandgeschichte, aus Altem und Neuem und
Wiedergehörtem und "Unerhörtem" - "Brut De Bratsch 1976 ->
2013". Drei CDs, eine DVD und ein 142seitiges (!) Booklet mit vielen
Schätzen und Fundstücken aus dem Bandarchiv. Das Jubiläumsprogramm hat im
Februar 2014 im Rahmen einer einwöchigen Residenz im Pariser Theater l'Européen
Premiere; im März/April 2014 stellen Bratsch das Programm auch live in D-A-CH
vor.

„Das Quintett der Individualisten scheint Synonym für
Kontinuität, vermittelt zeigt aber auch stilistische Offenheit und einen wachen
Geist. Von je her schlägt das Herz der Bratsch-Mitglieder für musikalische
Nomaden, insbesondere die Leidenschaft der Sinti und Roma. Traditionen aus
Osteuropa oder Armenien und die Freiheitsliebe des Jazz inspirieren ebenfalls
die von Bratsch meist selbst komponierten Stücke. So kreiert das Quintett eine
sehr persönliche, imaginäre Folklore, die im besten Sinne Weltmusik ist:
grenzenlos und integrativ, gleichzeitig respektvoll gegenüber den jeweiligen
Wurzeln. In den letzten Jahren, insbesondere auf dem jüngsten Album „Urban
Bratsch“, offenbart die Band auch in Songtexten politische Haltung. Gekleidet
in Poesie oder Sarkasmus thematisieren Bratsch die Ungleichheit von Arm und
Reich, die Vernachlässigung der Vorstädte und Steuerungerechtigkeit. (...) Das
sprichwörtliche Feuer, das mündliche Überlieferung bisweilen lebendiger
erscheinen lässt als akademische Forschung, lodert auch in Bratsch.“ 
(Norbert Krampf in FAZ, 2013)

„Melancholische Balladen,
herzzerreißende Liebeslieder und dann wieder ein abrupter Ausbruch der
Heiterkeit.“ (SZ)

„Bratsch sind die wohl beste Band, die je Jazz, Klezmer,
südosteuropäische und Romamusik vermischte.“   (Concerto)

16.3. A-Wien, Akkordeonfestival25.3. Helmbrechts, Oberfränkisches Textilmuseum26.3.
Regensburg, Alte Mälzerei27.3. Frankfurt, Brotfabrik28.3. Reutlingen, Franz.k 29.3. Leipzig, Nato30.3. Berlin, Grüner Salon (Volksbühne) 31.3. Dresden,
Dreikönigskirche 01.4. Hamburg, Fabrik 02.4. Worpswede, Music Hall03.4.
Düsseldorf, ZAKK01.6. CH-Zürich, El Lokal(weitere Daten in Vorbereitung)

01.12.2013

Ausmitteilung II

Wer meine „Ausmitteilung“ Anfang Oktober aufmerksam gelesen hat, weiß, daß zwar die Konzertagentur Berthold Seliger nach 25 ½ Jahren zum Jahresende geschlossen wird, daß jedoch ein kleines, feines neues Büro zum 1.1.2014 öffnet: Berthold Seliger – Büro für Musik, Texte und Strategien. Dieses Büro wird ein paar andere Aufgaben haben als die bisherige Konzertagentur, ist aber andrerseits Rechtsnachfolgerin der bisherigen Firma und wird nicht nur die in 2014 bereits von KBS gebuchten Tourneen durchführen, sondern auch weiter einige wenige, ausgewählte Künstler betreuen: So werde ich in meinem neuen Büro weiter als Europaagent für Künstler wie Tortoise, The Residents, The Walkabouts, Big Harp oder Ben Zabo arbeiten, und für Künstler wie Bratsch, Patti Smith, Bonnie „Prince“ Billy oder Mamar Kassey werde ich auch in Zukunft die Tourneen in D oder D-A-CH veranstalten. Und Townes Van Zandt und Lou Reed werden für immer zum Künstlerstamm dieser Agentur gehören! Und sonst: lassen Sie sich überraschen...In meinem neuen Büro werde ich nach einigen alten Kriterien weiterarbeiten – z.B. generell nur mit Künstlern, deren Musik ich liebe, und generell ohne Sponsoring – aber auch einige neue Kriterien entwickeln. Zum Beispiel gibt es künftig grundsätzlich keine Zusammenarbeit mehr mit Managern, dafür ist mir meine Lebenszeit sozusagen zu kurz und meine Lebensqualität zu wichtig. Es gibt ausschließlich direkte Zusammenarbeit mit den Künstlern.Und: Mein neues Büro, das in Neukölln seine Anschrift hat, manchmal aber auch z.B. in Beijing oder in New York oder in der Auvergne oder in den Alpen IP-Adressen nutzen wird, ist nicht mehr telefonisch, sondern nur noch per Email erreichbar, und manchmal ist es auch ein oder zwei Wochen geschlossen, und zwar konsequent: Entschleunigung! Und wenn Tourneen zu organisieren sind oder meine Künstler Beratung brauchen, wird wie bisher hart und konsequent gearbeitet – ganz, wie es gerade nötig ist. Wir werden sehen, wo all das noch hinführt... Eine Frage, die mir in den letzten Wochen – und ich danke sehr für Hunderte von freundlichen und herzlichen Zuschriften! – sehr häufig gestellt wurde, ist die nach der Fortsetzung dieses preisgekrönten Rundbriefs – Sie wissen schon, „bester Newsletter der Musikbranche“ (laut Mersha-Award des Musikexpress/Rolling Stone) und so... Offensichtlich gibt es bei manchen Leuten den Wunsch, auch weiterhin einen Rundbrief aus meinem Haus zu beziehen – daher habe ich mich für eine Art „Opt-in“ entschieden: wenn mehr als die Hälfte der bisherigen AbonnentInnen des Newsletters den Rundbrief neu bestellt, wird er fortgesetzt. Sie haben es also selbst in der Hand – es braucht nur etwas mehr als dreieinhalbtausend Neu-AbonnentInnen. Es ist allein schon rechtlich notwendig, daß Sie sich neu bei unserem Newsletter-System eintragen und den Rundbrief bestellen. Wenn Sie also weiter den Rundbrief beziehen wollen (der künftig etwas unregelmäßiger, aber wahrscheinlich alle sechs bis acht Wochen, manchmal auch monatlich wie bisher erscheinen wird), darf ich Sie bitten, sich auf unserer Homepage entsprechend einzutragen – es hat zusätzlich den Vorteil, daß der Rundbrief künftig in anderem Layout via MailChimp verschickt werden wird, was die Lesbarkeit auf allen Systemen deutlich verbessern wird. Sie haben es also selbst in der Hand – ich freue mich auf Sie!

01.12.2013

Songs: Ohia, Magnolia Electroc Co.

Das Album Songs: Ohia - Magnolia Electric Co. des im März verstorbenen Jason Molina, mit dem wir lange zusammengearbeitet haben, ist gerade in einer Jubiläumsedition anläßlich des Erscheinens vor 10 Jahren neu aufgelegt worden. Wir schreiben das Jahr 2003 und beobachten den Übergang von dem einen zum anderen Projekt, das letzte Album von Songs: Ohia, aber eigentlich schon das erste Magnolia Electric-Album. Sicher eine würdige Art, an diesen einzigartigen Künstler zu erinnern. Auf Soundcloud kann man direkt die Demo- als auch die Albumversion von "Farewell Transmission" studieren: https://soundcloud.com/secretlycanadian/songs-ohia-farewell/s-ff8qN .

01.12.2013

Jungle World Interview

Selbsterwähnungsbusiness II: Unter all den vielen Interviews, die ich in den letzten Wochen zum Erscheinen meines Buches gegeben habe, war mir das mit dem ohnedies sehr geschätzten Maurice Summen (Staatsakt) für „Jungle World“ eines der liebsten; Titel: „Die Künstler müssen wieder lernen, ihre Macht zu nutzen!“ Es kann auch im Netz gelesen werden: http://jungle-world.com/artikel/2013/43/48701.html .

01.12.2013

Berliner Zeitung Artikel

Selbsterwähnungsbusiness I: „Schöner Feiern mit Steuergeldern" ist der Titel des Leitkommentars im Feuilleton der "Berliner Zeitung" vom 9.10. Berthold Seliger erzählt, wie sich die deutschen Popfunktionäre von Gorny bis Neumann aus Steuermitteln, die eigentlich für die Spielstättenförderung gedacht waren, einmal eine fette Sause auf der Reeperbahn gegönnt haben. http://www.berliner-zeitung.de/kultur/popfoerderung-schoener-feiern-mit-... .

01.12.2013

Bonnie 'Prince' Billy

Bonnie "Prince" Billy hat dieser Tage ein neues, traumhaftes Solo-Album veröffentlicht. Leider ist es auf einem eher, ähem, romantischen Vertriebsweg erschienen: nämlich auf Will Oldhams eigenem Label, und der Vertrieb sieht so aus, daß der Künstler einen Packen CDs, LPs und, ja, Kassetten zu einem Plattenladen in Louisville geschleppt hat - so geht jedenfalls die Legende... Wir haben das Album auch in den USA für einiges Geld im Netz gekauft, können aber verraten: Es ist wirklich toll! Ganz im alten Stil. Albert Koch gab im Musikexpress 5 Sterne. Mit ziemlich großer Sicherheit wird mein neues kleines Büro Bonnie "Prince" Billy bereits im März 2014 endlich wieder in D auf einer kleinen Tour präsentieren können. Vorfreude ist die größte Freude.

01.12.2013

Lou Reed

Wir trauern um Lou Reed. Nachruf von Berthold Seliger in der „Jüdischen Allgemeinen“: http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/17426 .

01.12.2013

Mark Trovillon

Wir trauern um Mark Trovillion (aka Buddie-t), der am 10.10. in Chattanooga, Tennessee, an einem Herzanfall gestorben ist. Mark Trovillion war lange Jahre der Bassist von Lambchop, ergehörte zur Stammbesetzung der Band während all ihrer Aufnahmen und Europatourneen bis vor einigen Jahren und spielte außerdem u.a. mit Vic Chesnutt. Eugene Chadbourne schreibt über Mark Trovillion auf "All Music": "Yet it is a winning alternative to describing him as a rhythm section player from a city where that species is as common as discarded pine cones in a forest. It also trumps his use of the nickname "Buddy" and the subsequent confusion this may have caused in reference to other bass buddies such as Buddy Demon and Buddy Edwards.“ Mark war nicht nur ein großartiger Musiker, sondern auch ein wunderbarer, freundlicher, vielseitig interessierter Mensch. Wir sind sehr traurig.

02.10.2013

Ausmitteilung

„Ausmitteilung“:Die
Konzertagentur Berthold Seliger wird zum Jahresende schließen, die Firma wird
zum 31.12.2013 nach 25 ½ Jahren abgemeldet.

Um gleich etwaigen Gerüchten deutlich entgegenzutreten:
diese Firma ist wirtschaftlich äußerst gesund, das laufende Geschäftsjahr wird
zu den zwei oder drei besten Jahren der Firmengeschichte gehören, und auch 2012
war ein sehr gutes Jahr. Und: Berthold Seliger erfreut sich im Rahmen der
Möglichkeiten eines nicht mehr ganz jungen Mannes bester Gesundheit und ist
guter Dinge.

Die Gründe, warum ich meine Firma schließe, sind, wenn man
so will, gesellschaftlicher, geschäftspolitischer wie auch privater Natur. Im
Wesentlichen gründet die Entscheidung, diese Firma zu schließen, auf der
Erkenntnis, daß das „Geschäft mit der Musik“ sich im letzten Jahrzehnt massiv
in die falsche Richtung entwickelt hat und sich für eine kleine Agentur wie
diese immer weniger Einflußmöglichkeiten ergeben, die Richtung des Schiffes
mitzubestimmen. Einige wenige weltweite Monopole dominieren den gesamten
Musikmarkt, ob es die Tonträgerfirmen oder das Live-Geschäft angeht. Die
Vielfalt der Kultur ist längst in Gefahr, während Konzerne zum Beispiel mit
Konzerten den größten Profit machen, ohne mit den Konzerten überhaupt etwas zu
tun zu haben – ich spreche von den Ticketingfirmen, die mit ihren absurden
Gebühren mehr verdienen als die Künstler und die Kulturarbeiter, die das alles
auf die Beine stellen. „World gone wrong“,
um es mit Bob Dylan zu sagen. Doch diese falsche Entwicklung findet sich auf
allen Ebenen. Wir sind nicht nur im Zustand der „marktkonformen Demokratie“,
wie sie Frau Merkel propagiert, nein, wir bewegen uns längst auch in einer marktkonformen Kultur. Man möge mir
verzeihen, aber mich interessiert die Frage, um die in unserem Geschäft längst
alles kreist, nämlich „wie viele Tickets verkauft die Band xyz?“, "wieviel
Profit kann ich mit Kultur machen?", deutlich weniger als die Frage der
Qualität der Musik, die eine Band spielt. Die erste Frage aller Musik ist –
taugt die Musik etwas? Kann diese Musik die Welt bewegen? Und dann erst kommt
die (natürlich auch wichtige) Frage, wie man mehr Tickets für die Konzerte der
jeweiligen Band verkaufen kann. Es kommt auf die Prioritäten an. Doch über
Inhalte wird immer weniger gesprochen, das „modern talking“ geht über Profite,
über Marketing, über Brands statt über Bands.

Machen wir uns nichts vor: Die Musikbranche war schon immer
ein Haifischbecken, auch schon vor 25 Jahren, als diese Konzertagentur
gegründet wurde. Die großen Plattenfirmen beispielsweise, sagte der legendäre John
Peel vor Jahren, „haben nie so getan, als
seien sie zu etwas anderem da, als möglichst viel Geld zu verdienen, von dem
sie den Musikern möglichst wenig abgeben. Sie sind Investitionsapparate.“ Klar.
Doch vor einem oder zwei Jahrzehnten trafen Sie auch in den großen
Plattenfirmen und auf allen anderen Ebenen des Musikgeschäfts auf Liebhaber,
auf Musikverrückte, auf Afficinados – während Sie diese heutzutage mit der Lupe
suchen müssen, und selbst in den sogenannten Indie-Firmen ist der
Musikliebhaber längst keine Selbstverständlichkeit mehr. Mittlerweile hat sich
die Lage für jemanden, der sich als Kulturvermittler,
als Kulturarbeiter versteht,
dramatisch verschlechtert – übrigens auch das Wirtschaften in der
Musikindustrie als solches. Tugenden wie Vertrauen oder Loyalität, die Basis
eines old school-Business sind, wie ich es betreibe, werden zunehmend in den Hintergrund
gedrängt.

Sie können meine Analyse der Lage des „Geschäfts mit der Musik“ in meinem Insiderbericht, im dieser Tage
bei Edition Tiamat erschienenen gleichnamigen Buch im Detail nachlesen, ich
will Sie an dieser Stelle nicht mit langwierigen Erklärungen langweilen.

Sicher, meine Firma hat sich in mehr als 25 Jahren einen festen Platz im
Konzertgeschäft Europas erkämpft. Eine Position, aus der heraus man natürlich
noch weitere Jahre einigermaßen gesichert versuchen könnte, anspruchsvolle
Musik auf Tour zu bringen. Nur: wenn man etwas, in dem man sehr aktiv „drin“
ist, als falsch erkannt hat, sollte man nur noch einen sehr überschaubaren
Zeitraum darin bleiben, das ist klar. Es ist das alte Lied, daß es eben „kein richtiges Leben im falschen“ gibt,
wie Adorno in seinen „Minima Moralia“ sagte. It’s that simple.

Auch die Rahmenbedingungen,
unter denen man hierzulande, aber auch europaweit eine kleine Firma wie meine
Konzertagentur betreiben muß, tragen nicht gerade zur Lust aufs Weitermachen bei.
Jüngstes Beispiel: für Tourneeveranstalter wurde der ermäßigte Umsatzsteuersatz
von 7% auf Einnahmen aus Konzerten mit Beginn dieses Jahres endgültig beerdigt,
ab sofort muß man als Tourveranstalter 19% bezahlen. Das bedeutet aktuell einen
Einnahmenachteil meiner Firma von mehr als 50.000 Euro im Jahr – Geld, das in
schwierigen Zeiten von einer kleinen Firma nur unter größten Mühen
erwirtschaftet werden kann. Eines kann ich nach mehr als 25 Jahren
Konzertagententätigkeit sagen: Unterstützung aus der Politik hat man als
Betreiber einer kleinen Firma nie erhalten, das einzige, was ich von den
jeweiligen Regierungen gleich welcher Couleur erlebt habe, war, daß man Knüppel
zwischen die Beine geworfen bekommt, daß es immer mühsamer wird, eine kleine
Konzertagentur mit einem anspruchsvollen Programm in stürmischen Zeiten am
Leben zu erhalten. Das ist nicht der Grund, diese Firma zu schließen, es
erleichtert einem aber ganz sicher die Entscheidung...

Und es gibt noch eine persönliche Ebene, die allerdings wie alles
Persönliche auch in die Gesellschaft hineinreicht: Ich arbeite jetzt
seit fast 35 Jahren hart und bestreite mit meiner Arbeit meinen
Lebensunterhalt. Ich habe das Gefühl, es ist an der Zeit, dem Strudel der
harten Arbeit, des Sich-Definierens über Leistung, aber auch der
Selbstausbeutung und der ständigen Verfügbarkeit an sieben Tagen in der Woche
einmal über einem längeren Zeitraum entkommen zu müssen. Ich habe kein Erbe zu
verprassen – mir ist es lediglich in all den Jahren gelungen, ein paar Euro zur
Seite zu legen. Die werde ich nun in eine Art schöpferischer Auszeit
investieren, in zwei oder drei Jahre „Sabbatical“.
Sie wissen vielleicht, was man tun sollte, wenn man in einen Strudel gerät:
ganz runter bis auf den Grund, klar, und dann irgendwie seitwärts raus – das
ist die einzige Chance, einem Strudel zu entgehen. Ich habe mich also für das gepflegte Seitwärts-Entweichen
entschieden. Ich finde es richtig, im sozusagen „besten Alter“ eine Zeit lang
seitwärts aus dem Strudel entschwinden, statt mit all dem, was so lebenswichtig
ist, auf eine ferne (Renten-)Zeit zu warten, die uns Kulturarbeitern sowieso
eher „droht“ als lockt. All die Bücher lesen, die man schon lange lesen wollte.
Musik hören ohne den Druck, sie unter Verwertungsaspekten beurteilen zu müssen.
Reisen. Schreiben (zwei weitere Bücher sind in Vorbereitung...).

In Jan-Frederik Bandels Buch „Palette revisited“ erzählt Harun Farocki
von einem Dasein als Jugendlicher im Hamburg der 60er Jahre: „Wir sind jetzt 15, wenn wir zehn Jahre lang
nichts machen, haben wir immer noch genug Zeit, danach etwas zu tun. Das ist
eigentlich die Hoffnung, auszulöschen, was es an tradierten Auflagen gibt, und
bei der Stunde Null wieder neu anzufangen.“        Es mag einer Generation von Selbstoptimierern und Karrieristen eine
ungeheure Vorstellung sein, einfach mal ein paar Jahre auszusteigen, zu
„leben“, und danach erst an alles Weitere zu denken. Aber warum eigentlich? Was
ist so absurd an dieser Vorstellung? Ist es nicht viel naheliegender, in
„bestem Alter“ einmal ein, zwei oder drei Jahre aus dem Strudel seitwärts zu
verschwinden, neue Erfahrungen zu machen und danach zu sehen, wohin einen das
Leben noch so trägt, statt stumpf auf die Rente hinzuarbeiten? Natürlich ist
das die Umkehr der gesellschaftlichen
Produktivitäts- und Rentabilitätsideale – und genau das ist natürlich
ungeheuer reizvoll!

„Ein sonderbarer
Wahnsinn überwältigt die Arbeiterklassen der Länder, in denen die
kapitalistische Zivilisation herrscht. Dieser
Wahnsinn ist die Arbeitsliebe, die morbide, leidenschaftliche Arbeitssucht, die
bis zur Erschöpfung der Lebenskräfte des Einzelnen und seiner Nachkommen
getrieben wird“, schreibt Paul Lafargue, der Schüler und
Schwiegersohn von Karl Marx, 1880 in seinem leidenschaftlichen Text „Das Recht
auf Faulheit“. Nun ist, zugegeben, in meinem Leben „Faulheit“ eher schwer vorstellbar –
daß man aber von dem Wahnsinn namens Arbeitsliebe, von der „morbiden
Arbeitssucht“ wegkommen sollte, scheint mir hilfreich und eine Lektion, die
noch zu lernen sein wird.

Es gibt letztlich,
trotz alledem und alledem, wesentlich mehr gute Gründe, diese Agentur jetzt zu
schließen, als sie weiterzubetreiben.

Das heißt nun überhaupt nicht, daß ich der Musik völlig und für immer
den Rücken drehen werde. Es wird ein neues kleines, feines Ein-Mann-Büro geben:
ein „Büro für Musik, Texte und
Strategien“, das zum 1.1.2014 seine Arbeit aufnehmen und übrigens auch die
Patti Smith-Tournee im Februar 2014 und die Bratsch-Tour im März/April 2014 und
wohl auch noch die eine oder andere weitere Tournee veranstalten wird. Für
wenige ausgewählte Bands werde ich auch weiter als Europaagent arbeiten. Ein
kleiner Raum, kein Telefon, nur ein Email-Anschluß. Einzelne Projekte
durchdenken und/oder organisieren und/oder produzieren. Künstler und
Plattenfirmen und Projekte von Fall zu Fall beraten. Strategien entwickeln, wie
Künstler oder Kulturprojekte in schwierigen Zeiten überleben können. Ich werde
Stellung beziehen, wo, wann und wenn man mich dazu einlädt (und manchmal auch
ungefragt, wie gehabt). Und ein wenig Lehre wird auch dabei sein, ich werde
versuchen, vor allem junge Menschen an meinem Erfahrungsschatz teilhaben zu
lassen – ob das Künstler zu Beginn ihrer Karriere sind oder Menschen, die ihren
Weg im Kulturmanagement gehen wollen. Es hört ja nie auf, daß man etwas
bewegen, etwas ändern will. Nur, der Ort wird nicht mehr eine Konzertagentur
sein, die im Tagesgeschäft steckt und sich den immer heftiger werdenden
Turbulenzen des neoliberalen Markt-Getriebes ständig ergeben muß, um
erfolgreich zu bleiben oder wenigstens zu überleben. Nicht für einen Apparat
arbeiten, sondern für Ideen.

Im neuen Büro sowie unterwegs wird intensiv über Kultur, Musik und die Welt nachgedacht werden. Sich Zeit nehmen für
Gedanken und Strategien. Sich der
Pflicht zur absoluten und ständigen Betriebsamkeit widersetzen. Und es wird
auch darum gehen, sich mehr mit kulturellen
Partizipationsmöglichkeiten der Benachteiligten als mit
Distinktionsvorteilen der Bevorteilten zu beschäftigen. Doch zunächst einmal wird Chinesisch gelernt, und ich werde 2014 einige
Monate in China leben.

Das Musikgeschäft hat mein Leben über zweieinhalb Jahrzehnte immens
bereichert. Sowohl den intensiven Kontakt und Austausch mit den Künstlern, als
auch die oft partnerschaftliche oder doch zumindest vertrauensvolle, meist
angenehme Zusammenarbeit mit Veranstaltern, Partneragenturen, Plattenfirmen,
den Medien betrachte ich als ein Geschenk. Ich will nicht verhehlen, daß auch
ein bißchen Wehmut dabei ist, diese Entscheidung getroffen zu haben, weil sie
eben auch bedeutet, diese schönen Erfahrungen hinter sich zu lassen. Doch Patti
Smith hat in der ihr eigenen deutlichen Art sehr schön gesagt: „I don’t fuck so
much with the past, I fuck with the
future...“ Der Blick geht nicht so sehr zurück, sondern nach vorne. Ich
freue mich wie verrückt auf die Zukunft, die sicher nicht minder spannend und
nicht minder bereichernd werden wird. Sie dürfen sich Berthold Seliger als
glücklichen Menschen vorstellen...

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