19.06.2016

Alltags-Rassismus in D 1

Alltags-Rassismus in Deutschland, 2016.

Der „Tagesspiegel“ berichtet von der Gerichtsverhandlung gegen den mutmaßlichen Mörder zweier kleiner Jungen, Elias und Mahamed:
„Beobachter erhoffen sich vom Verfahren auch neue Erkenntnisse darüber, ob die Polizei bei der Suche nach den vermißten Jungen mit zweierlei Maß vorgegangen ist. Im Fall Elias wurde schon Stunden nach dessen Verschwinden eine bundesweite Fahndung eingeleitet, am nächsten Tag kamen ein Hubschrauber und Spürhunde zum Einsatz, später wurden große Freiflächen und Wälder abgesucht, Satellitenfotos analysiert, die Bundeswehr wurde um Hilfe gebeten (...) Im Fall Mohamed beantragten die Beamten erst an Tag fünf nach der Entführung, die Bilder der Überwachungskamera am Haupteingang des Lagesos auswerten zu dürfen. Was Kritiker besonders ärgert: In beiden Fällen haben sich die Ermittlungen zwischenzeitlich auch gegen die Mütter der Kinder gerichtet – aber nur bei Mohamed habe dies dazu geführt, daß Nachforschungen in andere Richtungen vernachlässigt worden seien. (...) Mohameds Mutter hatten Ermittler zunächst unterstellt, sie wolle mit dem Verschwindenlassen ihres Sohnes womöglich die eigene Abschiebung nach Bosnien verhindern.“
Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich, steht in der Verfassung. Manche allerdings sind etwas weniger gleich. Flüchtlingskinder etwa und deren Mütter.