29.07.2018

Wie werden wir 2050 Musik machen und hören?

Marcus Staiger, der 1997 das Indie-Label „Royal Bunker“ gegründet hat, Keimzelle der Berliner Rapszene, im Interview mit der „Berliner Zeitung“:

Wie werden wir also auch noch im Jahr 2050 wirklich Musik machen und hören?
2050 leben wir hoffentlich in einer anderen Gesellschaftsordnung, in der es Eigentum nicht mehr gibt und die kapitalistische Produktionsweise abgeschafft ist. Das hätte auch zur Folge, dass es Streamingdienste wie Deezer und Spotify nicht mehr gibt – zumindest nicht als gewinnorientiertes Unternehmen.

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14.05.2018

Netta Barzilai, ESC, BDS

Netta Barzilai gewinnt den ESC?
Das ist auf jeden Fall erfreulich – ein Gewinn für die Möglichkeiten des Andersseins, für Verschiedenheit und Individualität, für Querness und all das, was Menschsein und manchmal auch Popkultur ausmachen kann.
Vor allem aber „zero points“ für die reaktionäre, antisemitische und homophobe BDS-Organisation, die wieder einmal eine ihrer erbärmlichen und widerlichen Kampagnen gegen alles, was aus Israel kommt, startete und damit höchst erfreulich auf die dumme Nase fiel.

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26.03.2018

Ali Farka Touré

Kann man eigentlich ein Musikmagazin – wurscht, ob Print, Netz oder Glotze – ernst nehmen, das im Jahr 2017, dreißig Jahre nach Erscheinen seines ersten Albums im Westen, keinen großen Beitrag über Ali Farka Touré bringt???

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09.03.2018

Fishbach ist langweilig

Was viele Medienleute an der französischen Künstlerin Fishbach finden, bleibt rätselhaft. Eine der üblichen langweiligen Produktionen, in denen ein bißchen französischer Chanson (neuerdings: „Nouvelle Chanson“), Rock, Pop und Elektronik einigermaßen kunstvoll miteinander verbunden werden, um eine glatte und oft kitschige Melange zu erzielen, die im Starbucks-„Café“ oder im Formatradio niemanden stören und schon gar nicht wehtun wird. Beim aktuellen Stand der Produktionstechnik alles andere als ein Kunststück und so überraschend wie die Samstagabend-Sportschau.

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02.11.2017

Echo Jazz - wie das Fernsehen Musik zensiert...

Ich weiß, manche halten es für übertrieben, wenn man in solchen und ähnlichen Zusammenhängen von „Zensur“ spricht. Aber wie sonst will man Verhältnisse bezeichnen, in denen in den Ländern, die doch selbsterklärt für „Freiheit“ und „hier kann jede/r offen sagen, was er oder sie will“ einstehen, eben dies verunmöglicht wird? Natürlich ist die Repression in den kapitalistischen Staaten raffinierter, es ist nicht einfach eine von oben durchexerzierte Zensur. Das Kontrollsystem bürgerlicher Staaten geht feiner vor, die Fassade wird gewahrt, das Ergebnis ist allerdings ähnlich.

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04.09.2017

Rapper disst Hurricane "Harvey"

Toll, wie der Rapper Biggie Balls aus Houston dem Hurrikan „Harvey“, den er als „Punk Bitch“ disst, eine formidable Abreibung verpaßt, sich also direkt mit der Naturgewalt anlegt:
„You tryna be like Ugly God / Drop water all over Houston / You need to get a job / Harvey, stop flooding our city / Or I will flood your brain!“
Nachzuhören auf Soundcloud.

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23.06.2017

Local Trash Music in China und hierzulande

In Yunnan im Südwesten Chinas gibt es in vielen Städten eine Art „Local Trash Music“:
Wenn die Müllwagen durch die Straßen fahren, erklingt eine Melodie, um die Leute daran zu erinnern, ihren Müll aus den Häusern zu tragen und in die Müllwagen zu werfen, die täglich durch die Straßen fahren.
Diese Melodien sind in einigen Städten eingängig und simpel und europäisch, aber in Shuhe bei der alten Königsstadt Lijiang habe ich diese hübsche Bollywood-artige „Local Trash Music“ erleben dürfen:

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03.06.2017

Musiklegenden im deutschen Staatsfernsehen

Musiksendungen im deutschen Staatsfernsehen, Pfingstsamstag 2017:
Der Kultursender 3sat sendet vier Stunden vom Festival „Rock am Ring“, also ein Programm, das ein Großkonzern der Musikindustrie „kuratiert“, also: aus den kommerziell erfolgreichsten langweiligen Rockgruppen des Planeten zusammengebucht hat, von der Schlagerrockcombo Die Toten Hosen bis zu Rammstein.
Kontrastprogramm auf SWR3: „Die größten Musiklegenden“. Untertitel: „Von John Lennon bis Roy Black“. Im Ernst jetzt.

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12.11.2016

C-Dur-Taste auf dem Klavier

Und wo wir schon beim gängigen Plapperjournalismus sind:
In der „Berliner Zeitung“ darf eine Theresa Dräbing unter dem Titel „Komponieren mit dem Fluxpad“ den halbseitigen Promotion-Artikel über eine neue und nicht uninteressante App schreiben, die die Band Mouse On Mars entwickelt hat. Darin dieser schöne Satz:
„Man muß keine Noten lesen können oder wissen, wo die C-Dur-Taste auf dem Klavier ist.“
Jetzt spiele ich doch schon eine ganze Weile Klavier, etwa fünfzig Jahre dürften es sein, aber eine C-Dur-Taste habe ich bis heute nicht gefunden. Hm.

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