10.05.2026

Deutsche Staatspop-Künstler:innen & Popfunktionär:innen hatten viel Spaß in Austin

Die Initiative Musik und ihre Mitstreiter:innen sowie die von ihnen finanzierten Musiker:innen hatten eine tolle Zeit auf der SXSW in Austin, wie das skurrile Werbefilmchen belegt, das die Initiative ins Netz gestellt hat. Da wimmelt es nur so von Weisheiten der Marke Binsen, etwa „Innovation entsteht, wenn Kreativität auf Technologie trifft“. Und Katja Lucker, Deutschlands oberste Pop-Funktionärin, weiß: „Es hat wirklich funktioniert. Es ist aufgegangen. Es war vielleicht das beste GERMAN HAUS, das wir je hatten.“ Also alles supertrouper!
 
Garniert wird dieses Nation-Branding-Marketing durch fröhlich durch die Gegend hüpfende Menschen, paar Wolkenkratzer, Leute, die auf der Bühne einen Karton mit der Aufschrift „The Future“ öffnen und Staatspop-Musiker:innen, die das aufsagen, was von ihnen erwartet wird: „Es ist ein großes Privileg, so unterstützt zu werden“ oder „Eine der Künstlerinnen zu sein, die deutsche Kultur und deutsche Musik diesem sehr internationalen Publikum hier präsentieren darf.“
Alle hatten eine ganz, ganz tolle Zeit – während draußen Migrant:innen von ICE-Agenten gejagt wurden, während die USA Krieg im Iran führen und Hunderte von obdachlosen Fentanyl-Opfern auf Austins Straßen liegen.
 
Die Initiative Musik und ihre Austiner „happy few“ (Shakespeare) kommen einem wie die bekannten drei Affen aus dem japanischen Sprichwort vor: „Nichts sehen, nichts hören, nichts sagen.“ Nur kommt hier ein vierter Affe hinzu, der – mit geschlossenen Augen, mit Kopfhörern, die alle störenden Geräusche abhalten, und mit zugebundenem Mund (bloß nichts Kritisches sagen!) – wild auf der German Haus-Party tanzt. Alles so schön bunt hier!