06.04.2026

Popgipfelchen im Kanzleramt

Die Fortsetzung seines „Popgipfels“ nannte der Kulturstaatsminister dann nur noch eine „Gesprächsrunde mit Vertreter:innen von Musiklabels“ im Kanzleramt.
Das Gespräch fand natürlich hinter verschlossenen Türen statt, insofern konnte Weimer auf seiner täglichen Reise durch sämtliche bereitstehende Fettnäpfchen diesmal nicht verunglücken; jedenfalls konnte kein neuerliches Ungeschick verzeichnet werden.
 
Dafür gelang dem Kulturstaatsminister ein Bild mit hohem Symbolcharakter:

 (Foto: BKM, Photothek, Trutschel, via Musikwoche.de)
 
Der „Windbeutel“ als Strahlemann im Zentrum, eingerahmt vom Deutschland-Chef des weltgrößten Plattenkonzerns und vom obersten deutschen Musikindustrie-Funktionär.
An den beiden Rändern dann gedrängt die Vertreter der kleineren Plattenfirmen und einiger ausgewählter Indies. 
Das Foto spricht Bände über das, was Kulturstaatsminister Weimer repräsentiert.
 
Dazu die altbekannten Worthülsen, die so auch schon seine Vorgängerin abgesondert hat:
„Wir brauchen eine faire Vergütung und mehr Transparenz und im Musikstreaming."
Transparenz ist ja immer gut. Wie wäre es, die Tonträgerkonzerne würden als ersten Schritt veröffentlichen, welche Anteile ihrer Streamingeinnahmen sie an die Musiker:innen auszahlen?
 
Man kann den legendären Radiomann John Peel nicht oft genug zitieren, der klarsichtig die Rolle der Plattenfirmen beschrieben hat:
 
„Die großen Plattenfirmen haben nie so getan, als seien sie zu etwas anderem da, als möglichst viel Geld zu verdienen, von dem sie den Musikern möglichst wenig abgeben. Sie sind Investitionsapparate.“
 
Darüber, auf wessen Seite Wolfgang Weimer steht, braucht man sich jedenfalls keine Illusionen zu machen.