21.02.2024

Ubermacht

Rider heißt jetzt Twix.
Und vom 22.März dieses Jahres an heißt die vom Weltkonzern AEG betriebene hässliche Mehrzweckhalle am Berliner Ostbahnhof, laut aktueller Statistik die Halle mit dem weltweit zweitgrößten Umsatz, nicht mehr Mercedes-Benz Arena, sondern, tschah: Uber Arena. Da werden sich die Berliner Taxifahrer:innen künftig freuen, wenn die Fahrgäste sie bitten, sie zur Uber Arena zu kutschieren…
Ach ja, und der mit einer Kapazität von 4.350 kleine Bruder der 17.000-Cap.-Arena, bisher „Verti Music Hall“, wird ab März dann „Uber Eats Music Hall“ heißen (man darf das gerne auch mit „Uber frisst die Musikhalle“ übersetzen).
Damit haben AEG und Uber den bundesweit größten Namensrechts-Deal geschlossen, einen „first-of-its-kind deal“.
Eine spannende Frage bleibt, wie sich die Friedrichshain-Kreuberger Bezirksregierung zur Umbenennung des zentralen öffentlichen Platzes in „Uber Platz“ verhalten wird. In diesem Bezirk sind nämlich laut einem Parlamentsbeschluss alle neuen Straßen- und Platznamen mit weiblichen Namen zu versehen – AEG hatte sich vor acht Jahren mit dem Hinweis aus der Affäre gezogen, „Mercedes“ Benz sei ja schließlich ein Frauenname.
Uber gehört wie AirBnB zu den Plattform-Konzernen, die die Gesellschaft zulasten der Schwachen zerstören, die z.B. Ferienwohnungen dem Mietmarkt entziehen oder Taxifahrer:innen nicht ordentlich bezahlen – die Ubermacht unserer Tage.
Um den Berliner Maler Liebermann zu variieren: Man kann sich gar nicht so sehr uberfressen, wie man sich ubergeben möchte…

(Quelle: IQ Mag 19.1.2024)