1 Weimer
Und was ist bitte „1 Weimer“?
Ich würde sagen: Die Wegstrecke von einem Fettnäpfchen ins nächste…
Der Neofeudalismus der staatlichen Kulturpreise vs. strukturelle, langfristige Kulturförderung
Unsereiner würde sich ja gerne mit vielen anderen Themen beschäftigen, aber man kommt gerade von der Kulturpolitik nicht los.
„Windbeutel“ („FAZ“) Weimer sei Undank.
Jetzt also die Malaise rund um den Buchhandlungspreis.
Popgipfelchen im Kanzleramt
Die Fortsetzung seines „Popgipfels“ nannte der Kulturstaatsminister dann nur noch eine „Gesprächsrunde mit Vertreter:innen von Musiklabels“ im Kanzleramt.
Das Gespräch fand natürlich hinter verschlossenen Türen statt, insofern konnte Weimer auf seiner täglichen Reise durch sämtliche bereitstehende Fettnäpfchen diesmal nicht verunglücken; jedenfalls konnte kein neuerliches Ungeschick verzeichnet werden.
Dafür gelang dem Kulturstaatsminister ein Bild mit hohem Symbolcharakter:
"Woman fighting to save Berlin's nightclubs" vs. Xjazz-Festival vor Aus
„Meisterdenker": Wolfram Weimer will alles richtig machen...
Einmal wollte Wolfram Weimer alles richtig machen, und er würdigte den verstorbenen Philosophen Jürgen Habermas als „Meisterdenker“.
Allein: Markus Joch, Professor für Neuere deutsche Literatur an der Keio-Universität Tokio, musste dem Kulturstaatsminister auf „X“ erklären:
„Meisterdenker‘ ist bekanntlich ein Begriff, den A. Glucksmann ironisch prägte, um hegelianischen Theoretikern Größenwahn nachzusagen. ‚Würdigt‘ Weimer Habermas als ‚Meisterdenker‘, weiß er mal wieder nicht, was er redet.“
"German House" auf der SXSW absagen!
Presseerklärung
Musiker:innen mit Rückgrat?
Wichtig ist mir, dass dieser Aufruf sich gegen die Ausrichtung des „GERMAN HOUSE“ richtet, nicht aber gegen die individuelle Teilnahme von Musiker:innen oder Messebesucher:innen an der SXSW. Die Entscheidung, ob sie angesichts der aktuellen Lage in den USA nach Austin fahren wollen, sollten alle individuell für sich beantworten.
Popmusikgipfel mit Windbeutel
Doch was macht die Politik gegen all diese Konzentrationsprozesse?
Herzlich wenig.
Und das wenige besteht dann auch meistens aus wohlfeilen Lippenbekenntnissen.
Da ruft beispielsweise Kulturstaatsminister Wolfram Weimer einen „Popmusikgipfel“ im Bundeskanzleramt aus und lädt dazu, das ist sozusagen wirklich der Gipfel, die Popstars Herbert Grönemeyer, Peter Maffay und die unvermeidliche Balbina ein. Keine Rapper:innen, keine Indie-Musiker:innen, keine aktuellen Popstars.
Kulturabgabe im Münchner Kommunalwahlkampf
Und das gilt ebenso für Musiker:innen, Künstler:innen und Kulturarbeiter:innen.
Jüngstes Beispiel: Das sogenannte Aktivrentengesetz, das CDU, CSU und SPD im Bundestag beschlossen haben.
Dieses Gesetz fördert Erwerbstätigkeit im Rentenalter durch steuerliche Anreize. Personen, die nach Erreichen der Regelaltersgrenze (also aktuell 67 Jahre) weiterarbeiten, können bis zu 2.000 Euro monatlich aus sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung steuerfrei hinzuverdienen.


