09.03.2018

Südkorea, das ARD-Musterland der Demokratie

Es wird ja gerne behauptet, daß die Öffis vor allem auch deswegen ihre vielen Milliarden bekommen müssen, damit seriöse Informationen verbreitet werden können und nicht ständig all die Fake News wie im bösen Neuland.
Was mit seriöser Information gemeint ist, konnte man zu Beginn der Winterolympiade im selbsternannten öffentlich-rechtlichen Informations-Flaggschiff „Tagesthemen“ sehen. In der Rubrik „kurzerklärt“ wird die koreanische Teilung erklärt. Und zwar so, wie ein CDUCSUNATO-treues Lieschen Müller in der niederbairischen Provinz sich die Welt vorstellt: Da gibt es die Guten und...

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09.03.2018

Pjöngjang & taz. "Kontrollierte Einblicke"

Propaganda ist allerdings nicht nur Sache des Staatsfernsehens.
Ein hübsches Beispiel fand sich Mitte Februar auch in der „taz“, in einer vierteiligen „Bildergeschichte“ mit dem Titel „Kontrollierter Einblick. Pjöngjang“.

Darin etwa am 14.2. das Foto eines Fahrradfahrers und einer Verkehrspolizistin.

Der Untertitel: „In einem der pastellfarbenen Neubauviertel in der nordkoreanischen Hauptstadt. Eine Verkehrspolizistin spricht mit einem...

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09.03.2018

Kommerzielle Hundefleischindustrie in...

Und in welchem Land werden systematisch Hunde gegessen?
Nö, nicht, was Sie denken. Südkorea ist das einzige Land der Welt, das eine kommerzielle Hundefleischindustrie hervorgebracht hat.

09.03.2018

ARD nicht solidarisch mit Deniz Yüksel. ZDF macht Werbung für Garnisonskirche

Pressefreiheit, wie die ARD sie versteht:
Wie Kai-Hinrich Renner in „Medienmacher“ schreibt, „konnten die ARD-Intendanten sich im April 2017 auf einer Sitzung in Frankfurt nicht zu einer Solidaritätsaktion für Yücel durchringen. Der Vorschlag von NDR-Intendant Lutz Marmor, mit Mediengrößen wie Axel-Springer-Chef Mathias Döpfner ein Video für den Journalisten zu drehen, fiel bei der Mehrheit der Senderchefs durch. Sie verwiesen allen Ernstes auf den Satz des einstigen ‚Tagesthemen’-Moderators Hanns-Joachim Friedrichs, ein Journalist dürfe sich mit keiner Sache gemein machen, auch...

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09.03.2018

Freiheit nicht nur für Deniz Yücel, sondern auch für türkische Journalisten, spanische Rapper und...

Darüber hinaus wäre es schön, wenn nun, nachdem wir uns ausführlich über Freiheit für Deniz Yücel freuen durften, die Kampagne für die Freiheit aller inhaftierten Journalist*innen weiterginge! Denn von einem „türkischen Frühling“ kann mit der Freilassung Yücels noch längst keine Rede sein. Die türkische Plattform für unabhängigen Journalismus, „P24“, zählt derzeit in der Türkei 155 verhaftete Medienvertreter! „Reporter ohne Grenzen“ spricht von aktuell 36 Betroffenen, bei denen ein direkter Zusammenhang zwischen Haft und journalistischer Tätigkeit nachweisbar ist. Die...

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09.03.2018

Street Fighting Man goes Blödzeitung

Hurra! Die Rolling Stones spielen wieder zwei Konzerte in Deutschland!
Laut Presseerklärung des Konzertveranstalters wird die Band „etliche Klassiker“ aufführen wie „Satisfaction“, „Paint It Black“ (dessen unschlagbar beste Version ever allerdings die Live-Version von Eric Burdon bleibt), „Tumbling Dice“ oder „Brown Sugar“.
Und wer ist „Medienpartner“ der Rolling Stones? Die BLÖDzeitung. Im Ernst jetzt. Und die Abonnenten des „Onlinedienstes“ Blödplus hatten sogar laut „Musikwoche“ die Gelegenheit, am Tag vor offiziellem Vorverkaufsbeginn „über einen Bildplus-Artikel unter...

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09.03.2018

Lollapalooza-Klassengesellschaft mit VIP-Toiletten und VIP-WLAN

Lollapalooza-Klassengesellschaft:
Wer diesen Sommer in Berlin nicht die Rolling Stones und auch nicht Nick Cave oder Rufus Wainwright sehen möchte, sondern lieber zum Beispiel Scooter und David Guetta, der ist beim Lollapalooza-Festival richtig. Schlappe 139 Euro kostet der Spaß. Allerdings haben die Lollapalooza-Macher*innen sich auch eine feine Klassengesellschaft ausgedacht, es gibt nämlich auch VIP-Tickets – mit Extra-Eingang, VIP-Toiletten und „kostenlosem“ WLAN. Wer also eine saubere Toilette will, ist statt mit 139 mit schlappen 289 Euro dabei – und bekommt dafür sogar,...

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09.03.2018

Essener Tafel: Wo ist eigentlich das Problem? (siehe Bergpredigt oder Beethoven)

Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, warum so viel Aufhebens um die Essener Tafel gemacht wird, die ihr Essen nicht mehr an Ausländer verteilen will.
Schon die Bergpredigt sagt doch eindeutig: „Selig, die arm sind vor Gott, mit Ausnahme der Ausländer und der Geflüchteten“, und an anderer Stelle (Matthäus 19) sagt Jesus ganz klar: „Wenn es dir ums Ganze geht, dann verkaufe deinen Besitz und gib das Geld den Armen, aber keinesfalls ausländischen Armen.“
Und auch wann immer Beethovens Neunte zu festlichen Anlässen erklingt, kann man im Schlußsatz die einschlägigen Ausschnitte aus...

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09.03.2018

Ein barrierefreies Erlebnis im Qualitätsfeuilleton

Qualitätsfeuilleton in der Qualitätspresse:

Am 8.1.2018 darf eine Jutta Czeguhn in der „Süddeutschen Zeitung“ Schuberts von Gerold Huber und Tareq Nazmi interpretierte „Winterreise“ rezensieren. Und das geht so:
„In dieser intimen Salon-Atmosphäre wird die Winterreise für das Publikum zum barrierefreien Erlebnis, wenn Huber – nicht ohne Ironie – aus dem Bösendorfer-Flügel die Krähen kreischen und die Hunde bellen läßt, Brüche provokant hart, fast modern setzt, am Ende sogar hörbar macht, wie erfrorene Hände die Leierkastenkurbel drehen.“
Die allerdings...

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09.03.2018

Schlechte Zeiten für CTS Eventim... Neues vom Ticketing- und Konzertgeschäft

Schlechte Zeiten für den deutschen Ticket-Monopolisten und drittgrößten Konzertveranstalter der Welt, CTS Eventim:

Ende November untersagt das Bundesartellamt CTS Eventim den geplanten Erwerb der Mehrheit der Anteile an den Gesellschaften von Four Artist (u.a. Die Fantastischen Vier, Clueso, Marteria, David Guetta, Andreas Bourani).

Wenig später wurde bekannt, daß das Bundeskartellamt CTS Eventim die Verwendung von Exklusivvereinbarungen untersagt hat, die das Ticketing-Unternehmen mit Veranstaltern aus dem Bereich Live Entertainment sowie mit Vorverkaufsstellen geschlossen...

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09.03.2018

We're on the wrong side of the power

„We’re on the wrong side of the power
It’s a shadow
It’s just a fire thrown across the wall.“
(Algiers, „The Underside Of Power)

09.03.2018

Brandenburgs Mühlen arbeiten auch langsam, oder: Why is Bebra so dysfunctional?

Anfang Dezember 2017 bekomme ich überraschende Post vom Land Brandenburg, bzw. von dessen Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur, nämlich eine „Bescheinigung zur Erlangung der Umsatzsteuerbefreiung nach § 4 Nr. 20a UStG zur Vorlage beim Finanzamt“ für das Ensemble Bratsch.
Bratsch allerdings haben sich Ende 2015 aufgelöst.
Kein Wunder, wenn der Berliner Flughafen BER nicht fertig wird, den bekanntlich der Bund, das Land Brandenburg und das Land Berlin zu bauen versuchen – wenn ein einfacher kleiner Bescheid in einer Umsatzsteuergeschichte beim Land Brandenburg schon...

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09.03.2018

Berlin hat ein anderes Zeitempfinden, oder: Why is Berlin so dysfunctional?

Wobei meine Privatthese zum Flughafen BER ja etwas mit unterschiedlichem Zeitempfinden zu tun hat. Die wenigen Male, da ich nicht mit dem Fahrrad, sondern mit dem ÖPNV in Berlin herumfahre, stelle ich immer wieder fest, daß die Uhren der offiziellen Berliner Stellen einfach anders gehen. Da steht dann in der U-Bahn-Station auf der Anzeigentafel, daß die U-Bahn in 2 Minuten kommen würde. In der Realität sind es dann meistens 4 oder 5 Minuten.
Man kann den Verantwortlichen keine Vorwürfe machen, ihre Uhren gehen einfach anders. Und wenn sie sagen, daß der BER irgendwann fertig sein...

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09.03.2018

Alex Kapranos ist für die Abschaffung des englischen Königshauses

Alex Kapranos („Franz Ferdinand“) im Interview mit der „Berliner Zeitung“ über das Königshaus seiner britischen Heimat und über Monarchien ganz allgemein:

„Ich bin kein Fan der Königlichen Familie. Es ist ein Anachronismus, der uns in die Zeit zurückwirft, in der Diebstahl am Volk begangen wurde. Und das Königshaus ist heute sowieso total irrelevant. Ich finde es sogar richtig peinlich, dass wir eine Königsfamilie haben. Und ich habe das Gefühl, dass Prinz Harry es manchmal auch peinlich findet, Teil davon zu sein. (...)
Das gefällt mir so an ihm und seinem Bruder: Sie...

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09.03.2018

Fishbach ist langweilig

Was viele Medienleute an der französischen Künstlerin Fishbach finden, bleibt rätselhaft. Eine der üblichen langweiligen Produktionen, in denen ein bißchen französischer Chanson (neuerdings: „Nouvelle Chanson“), Rock, Pop und Elektronik einigermaßen kunstvoll miteinander verbunden werden, um eine glatte und oft kitschige Melange zu erzielen, die im Starbucks-„Café“ oder im Formatradio niemanden stören und schon gar nicht wehtun wird. Beim aktuellen Stand der Produktionstechnik alles andere als ein Kunststück und so überraschend wie die Samstagabend-Sportschau. Etwas für Leute, die auch...

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