01.12.2020

Wiedervereinigung?

Was bedeutet eigentlich dieses „wieder“ in „Wiedervereinigung“, fragte die Filmwissenschaftlerin und Autorin Angelika Nguyen bei den von Max Czollek veranstalteten „Tagen der Jüdisch-Muslimischen Leitkultur“, wenn doch die Teilung nach dem Ende des deutschen Faschismus stattfand?
 

01.12.2020

Toller Popjournalismus mal wieder...

Was für ein tolles Popjournalismus-Wochenende Mitte November!
Die „taz“ quatscht ausführlich mit dem einschlägig bekannten Fruchtbonbon (das bekennt, „Singen hat was Sakrales" – ja, warum tut er's dann nicht?).
Die „Süddeutsche“ plaudert mit Abbas Björn, das „Neue Deutschland“ bespricht Black Sabbath, die „Junge Welt“ macht sich konsequent zur „alten Welt“ und bringt eine Seite ihres ohnehin nur zwei Seiten umfassenden Feuilletons mit Artikeln zu AC/DC und dem Boss (und schiebt am Montag gleich noch einen Riesenartikel über Motörhead nach; Randnotiz: die großen Artikel zu Black...

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01.12.2020

Deutsche Popmusik kann für irreperable Hirnschäden sorgen!

Naidoo, Nena, Wendler…
Obacht! Deutsche Popmusik kann für irreparable Hirnschäden sorgen!
Eltern haften für ihre Kinder.
Wann werden deutsche Plattenfirmen endlich einen „Parental Advisory“-Aufkleber auf ihre deutschen Veröffentlichungen pappen?
 

01.12.2020

Klasse Satz: Róisín Murphy sagt...

“This is a simulation, this is for demonstration.”
(Róisín Murphy)

21.09.2020

Ché Noir, Apollo Brown und der deutsche Popjournalismus

Was aber ist ein Popjournalismus wert, der zwar alle möglichen und unmöglichen Produkte der Tonträgerindustrie rauf und runter rezensiert, jedoch keine einzige Zeile und keinen Ton über eines der besten Alben des Jahres verliert, nämlich „As God Intended“ von Ché Noir und Apollo Brown?
Und das hat System – bereits das sensationelle „Sincerely, Detroit“ von Apollo Brown wurde letztes Jahr vom deutschen Popjournalismus großflächig ignoriert.

14.09.2020

Der Hl. Martin Seehofer und die Nächstenliebe

„Wir haben erreicht, daß sich zehn Länder an der Aufnahme von 400 unbegleiteten Jugendlichen beteiligen. Für uns wird das eine Größenordnung zwischen 100 und 150 Jugendlichen. Das ist ein konkretes Beispiel praktizierter Nächstenliebe.“
Horst Seehofer, Bundesinnenminister (CSU)

Nächstenliebe?
Genau, so kennen wir es ja auch aus der Legende vom Hl. Martin, dem Martin von Tours: Als der einem armen, unbekleideten Mann begegnete, hat der Hl. Martin bekanntlich nicht etwa seinen Mantel mit dem Schwert getrennt und die Hälfte dem Armen gegeben, sondern er hat von...

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14.09.2020

Fröhliche Cancel Culture

Interessant ja auch, daß das selbsterklärte und von der üblichen Feuilletondebatte als solches bestätigte „Opfer“ der sogenannten „Cancel Culture“ in der Folge nach ihrem abgesagten Hamburger Auftritt mit ellenlangen Interviews, Porträts und Rezensionen in praktisch allen, aber auch wirklich praktisch allen Feuilletons, Zeitschriften und Medien dieser Republik bedacht wurde. Hier zeigt sich ein ganz neues Verständnis von „Cancel Culture“…

 

09.09.2020

"Abgehört"-Rubrik auf "Spiegel Online": Verlag hat Budget gekürzt

Falls sich jemand wundern sollte, warum die gute, kluge und wichtige Rubrik „Abgehört" bei „Spiegel Online“ (weiß schon, das Internetdingens vom Spiegel heißt nicht mehr so…) jetzt so gekürzt erscheint und es nur noch ein Album der Woche und ein paar Kurzkritiken gibt statt vier ausführlicher und gut geschriebener Rezensionen: Die Redaktion hat das Budget für Gastautor*innen gestrichen, wie ich aus gut unterrichteten Kreisen erfahren habe.
Und so wird der Raum für Popkritik hierzulande immer kleiner, und das ist verdammt übel.

 

09.09.2020

Klaus Lemke über 50 Jahre Staatskino

„50 Jahre Staatskino ist gleich Hunderte von stark missbrauchsanfälligen Regisseuren plus ein paar Milliarden verschwendeter Steuergelder. Brav, banal, begütigend, frigide, käuflich und selber schuld. Staatsknete ist ein Tritt in die Kreativität jedes Regisseurs. Das ganze System ist am Arsch.“
Klaus Lemke, Regisseur (Jungle World, 13.8.2020)

08.08.2020

Authentischer Selbstliebe-Pop goes Majors

Thomas Winkler hat eine „Wilhelmine” für die „taz“ interviewt. Die Musikerin bekennt:
„Ja, ich mache Mainstream-Pop. Ich würde zwar eher sagen: Selbsterkundungs-Pop. Oder Selbstliebe-Pop.”
Sie sind auf jeden Fall bei einer großen Plattenfirma.
„Ja, und dafür habe ich mich bewusst entschieden. Ich bin auf die Plattenfirma zugegangen. Denn die Musik ist für mich kein Hobby. In meiner Idealvorstellung kann ich gut von der Musik leben, es groß machen und Konzerte spielen, zu denen auch tatsächlich Menschen kommen. Und ich habe mir überlegt, wie ich die meisten...

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08.08.2020

Lufthansa: Massenentlassungen & millionenfache Verzögerung bei Ticketerstattungen. Bundesregierung: "verärgert"...

Am 7.8. gab die Lufthansa, die in der Coronära 9 Milliarden Euro Staatshilfe erhalten hat, bekannt, dass sie Massenentlassungen plant. Einen Tag später stellt sich heraus, dass die Lufthansa ihren gesetzlichen Verpflichtungen, den Kunden Tickets für abgesagte Flüge zu erstatten, seit Monaten nicht nachkommt und aktuell noch 1,24 Millionen Erstattungsanträge unbearbeitet sind und entsprechend viele Menschen darauf warten, endlich ihr Geld zurück zu bekommen.
Und die Bundesregierung? Sie zeigt sich darüber „verärgert“. Wohlgemerkt just jene Bundesregierung, die es gelassen verschmäht...

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08.08.2020

Wie es einmal fast zwei Frauen aufs Cover des „Rolling Stone" schafften...

„Wie es einmal fast zwei Frauen aufs Cover des ‚Rolling Stone‘ schafften“, lautet der auf allen Ebenen sehr lesenswerte Artikel von Stefan Niggemeier in „Übermedien“. Zwei Frauen, die Soulsängerin Joy Denalane und die Rockmusikerin Ilgen-Nur, wurden für die August-Ausgabe der deutschen Ausgabe des Fanzines (aktuelle verkaufte Auflage: ca. 12.000) interviewt (und, am Rande: das Interview ist verdammt gut und ebenfalls sehr lesenswert! Klasse, daß die Redaktion das so ins Blatt...

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08.08.2020

Hasskampagnen vs. Meinungsfreiheit

Speaking of „Rolling Stone” und „Musikexpress”:
Die ebenfalls im Axel Springer-Konzern erscheinende Tageszeitung “Die Welt” beschäftigt den „Journalisten“ Rainer Meyer, der sich „Don Alphonso“ nennt und z.B. von der „taz“ als „Der Troll vom Tegernsee“ bezeichnet wird. Don Alphonso ist auf Hasskampagnen gegen progressive Menschen spezialisiert, „die dann von seinen rechtsextremen Followern bedroht werden“ („taz“), und zwar auf widerlichste Art und Weise.
Der Axel Springer-Konzern verteidigt seinen Autor: „Wer die Hasskampagnen kritisiert, stellt sich gegen die Meinungsfreiheit...

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22.07.2020

Dylan größer als Brecht?

Willi Winkler in der SZ über das neue Album von Bob Dylan:
„Die einzige Konstante wie je: In mir habt ihr einen, auf den könnt ihr nicht bauen, oder wie Brecht es formuliert hätte, wenn er so gut wie Dylan gewesen wäre: ‚It ain't me, babe‘.“
Awcmon: Wenn Brecht „so gut wie Dylan gewesen wäre“ – really?!?
Bei allem gebotenem Respekt vor Bob Dylan wie auch vor Willi Winkler, dem wir viele schöne Artikel zu verdanken haben: geht’s bitte auch ne Nummer kleiner? Danke.

 

02.07.2020

Negerkuß und Zigeunerschnitzel im BRD-Altersheim

Rührende Szene im Seniorenwohnheim:
Bundestagsvizepräsident Kubicki (FDP) betont: „Ich sage weiter Negerkuß!“ Und er klopft mit dem Suppenlöffel auf den Tisch: „Und ich bleibe auch beim Zigeunerschnitzel.“
Ein paar Tische weiter, ganz rechtsaußen, freut sich Roland Tichy.
Und alle sind ganz begeistert von sich selbst und ihrem gewagten Tabubruch: Ringelkiez mit Anfassen im reaktionären Teil des bundesdeutschen Altersheims…
 

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