10.07.2018

Fußball-WM, Tanzbrunnen Köln, Bob Dylan, Chris Cacavas...

Zum 30jährigen eine kleine Anekdote aus der Agenturgeschichte: Heute vor 24 Jahren, am 10.7.1994, spielten bei der Fußball-WM in den USA im Stadion der New York Giants Deutschland und Bulgarien im Viertelfinale gegeneinander. Zum gleichen Zeitpunkt trat im Tanzbrunnen Köln ein gewisser Bob Dylan mit seiner Band auf. Und Bob Dylan war so großzügig, ausnahmsweise einen Support Act für diese Show zu akzeptieren, und das war, nicht zuletzt dank des unermüdlichen Einsatzes von Ernst Ludwig Hartz (der übrigens am kommenden Dienstag das Rufus Wainwright-Konzert in Essen und am 2.8. das Patti...

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26.06.2018

Über die Politgenies SeSö, Rechtspopulismus & wie man damit auf die Nase fällt

Mal ein paar Sätze zu all den Politiker*innen, die meinen, auf Kosten von Geflüchteten und Migrant*innen Politik machen zu sollen:

Die beiden christsozialen Politgenies Se&Sö haben die Mehrheit selbst in Bayern verloren, eine deutliche Mehrheit lehnt dort die Politik von Söder und Seehofer ab, deren CSU gerade noch auf 40 Prozent kommt. Pikant: die stärkste Zustimmung für Söder gibt es bei AfD-Anhänger*innen. Weiß eigentlich jeder Banause: wer den Rechtspopulisten hinterherläuft, macht diese (und nur diese!) stark.
Wie schrieb schon Thomas Mann über Seehofer, Söder, Trump...

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26.06.2018

REWE packt Mexikaner in den Backofen

REWE twittert am Tag des Spiels Deutschland gegen Mexiko:

„Mexikanern beim Aufwärmen zugucken? Geht auch im Backofen.“

Am Tag danach löscht REWE den Tweet, damit er nicht weiter „mißverstanden“ werden könne.
Was aber kann man daran mißverstehen?

18.06.2018

WM ohne Ton - aber mit Boris Godunow!

Ein Vorschlag zur WM:
Beim Fußballschauen auf das belanglose und wirklich nur schwer zu ertragende Reporter*innen-Geplapper verzichten, Ton abschalten & z.B. Mussorgskis Boris Godunow hören.
Hier mit dem großen, in D undank NS-Zeit & Kaltem Krieg weitgehend unbekannten Ivan Kozlovsky (als Simpleton), eine Aufnahme von 1948 aus dem Bolshoi. Weltbewegend!

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18.06.2018

Nietzsche über Nationalismus

Nietzsche über Nationalismus:

„Beim Nationalismus handelt es sich um die schlechte Ausdünstung von Leuten, die nichts anderes als ihre Herden-Eigenschaften haben, um darauf stolz zu sein.“

(das hätte jetzt auch nicht gedacht, daß ich Ihnen in diesem Blog jemals mit einem Nietzsche-Zitat kommen würde...)
 

18.06.2018

Über die Rolle von China

„China gerät unter Druck.
Peking fürchtet, nach dem Gipfel von Trump und Kim ins Seitenaus gedrängt zu werden.“

(„FAZ“, 12.6.2018)

„Der Gewinner heißt China.
Für Peking hätte der Gipfel zwischen Trump und Kim nicht besser laufen können.“

(„FAZ“, 15.6.2018)

18.06.2018

Wim Wenders - Priester oder Werbefilmer?

Wim Wenders dreht jetzt Werbefilmchen für autoritäre konservative Institutionen und ihre Patriarchen.
In einem Interview sagte er dieser Tage, sein ursprünglicher Berufswunsch sei Priester gewesen. Hätte er ihn doch realisiert, uns wären eine Menge prätentiöser und langweiliger Filme erspart geblieben...

13.06.2018

Gemeinnützige Initiative Musik finanziert Lobbyverband der deutschen Musikindustrie

In der 41. und 42. Runde hat das „deutsche Popförderbüro“, die Initiative Musik, „98 Projekte von Pop über Hip-Hop bis Jazz bewilligt“ und mit 1,03 Millionen Euro bedacht.
Darunter, gschamig ganz unten in der Liste versteckt, als allerletzte der 98 Fördermaßnahmen, unter dem Titel „Infrastrukturförderung“, nach dem „balance club/culture festival“ in NRW und „dialog.pop“ in Bayern: „Studie zur Musiknutzung, Berlin“. Und wer bekommt das Geld für diese Studie? „www.musikindustrie.de“. Man scheut sich natürlich, genau zu sagen, wer die...

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13.06.2018

Musikwirtschafts-Gipfel? Lobbyveranstaltung ohne Musiker*innen!

Die von der Bundesregierung, der GEMA und anderen betriebene „Initiative Musik“ lädt am 14.Juni d.J. zu einem vom Tagesspiegel ausgerichteten „Musikwirtschafts-Gipfel“ ein.
„Die Tagesspiegel-Konferenz Agenda Musikwirtschaft zeigt hochkomprimiert und hochkarätig besetzt, welchen Themen sich die Bundesregierung aus Sicht der Musikwirtschaft stellen muss, um Musikschaffende und Kreativität zu schützen und zu fördern“, flötet die Initiative Musik. Wenn man so etwas hört, weiß man natürlich sofort, daß es weder um die „Musikschaffenden“ noch um „Kreativität“ geht, sondern darum,...

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13.06.2018

Hygge. Yoga. Panta achtsam rhei.

Big deals unserer Tage: Landlust. Hygge. Achtsamkeit. All das, was man noch vor wenigen Jahren verächtlich als bescheuerten Eso-Kram abgetan hätte, was aber mittlerweile in der Mitte der neuen deutschen (Klein-)Bürgerlichkeit angekommen ist.
„Hygge muß man lernen“, meint das Zentralorgan der deutschen Bürgerlichkeit, die „Zeit“.
Dabei kann ein neues Buch namens „Hara Yoga“ helfen. Untertitel: „Achtsam fließen“.
Panta achtsam rhei. Non cogito ergo summ summ summ zum nächsten Bienen-Buch...

13.06.2018

Internet für Idealisten

Aber heute muß sowieso alles, was man gerade tut, eine mindestens metaphysische Bedeutung haben. „Internet für Idealisten. Wer Firefox nutzt, setzt sich für eine bessere Welt ein“, schallt es mir aus einer Anzeige entgegen. Einfach nur einen gut arbeitenden Web-Browser benutzen? Iwo. Ohne Meta-Ebene geht es einfach nicht mehr.

13.06.2018

Marius Müller-Westernhagen schreibt Vorwort zu "Das Geschäft mit der Musik"

Marius Müller-Westernhagen hat der „FAS“ ein großartiges Interview gegeben, das sich wie ein Vorwort zur nächsten Auflage von „Das Geschäft mit der Musik“ liest.
Er erklärt, warum Loyalität dem Publikum gegenüber ein Geheimnis langfristigen Erfolgs ist. Und „daß man etwas ausdrückt, was andere zwar empfinden, aber selbst nicht artikulieren können.“
MMW wirft einen Blick in vergangene Zeiten, als „Künstler mehr Zeit hatten, sich zu entwickeln“, spricht ehrlich über Überforderungen, über Stadionkonzerte („haben mit musikalischer Qualität nichts zu tun“...

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13.06.2018

"Indiezeugs so abgeschmackt wie Helene Fischer"

„Das meiste Indiezeug ist ja so abgeschmackt wie Helene Fischer, nur für tätowierte Jungs. Mir ist das zu schwelgerisch, zu sentimental, zu selbstbezogen. Zu breiig.“
Daniel Richter, Maler und Besitzer des Labels Buback, im Interview mit „Freitag“

13.06.2018

"listen to Berlin" - Von CDs, die die Welt nicht braucht, und warum sie doch erscheinen

Liebe Berlin Music Commission!
Unbeirrt gebt ihr Jahr für Jahr eine CD namens „listen to Berlin“ heraus, die niemand anhört, die niemanden interessiert, die einfach völliger Mumpitz ist. Nun gut, ich verstehe, ihr zockt dafür jedes Jahr ein paar tausend Euro bei irgendwelchen Institutionen ab, denen ihr erzählt, daß das eine ganz fabelhafte musikalische Visitenkarte der ach so hippen deutschen Metropole sei. Und ihr verteilt das so sinnfreie wie überflüssige Dingens dann bei Stadtmarketing-Events, Messen und „Branchenevents“ weltweit, wo es dann einsam und verlassen auf irgendwelchen...

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13.06.2018

Kultursenat Berlin subventioniert "Live Music Accelator"

Und wo wir gerade von der „Berlin Music Commission“ sprechen, die jährlich allein vom Berliner Senat € 250.000 für „Musikwirtschaftsförderung“ erhält: Die sind natürlich auch mit dabei, wenn es um die Finanzierung einer sogenannten „Förderinitiative Live Music Accelerator Berlin (LMAB) geht. Deren vorgebliches Ziel: „auch kleine Berliner Clubs und noch unbekannte Berliner Artists sollen gut besuchte Gigs in Berlin veranstalten können“. Interessant: die Künstler sollen ihre Konzerte also selbst veranstalten, wenn es nach der LMAB geht – Musiker*innen als kleine Ich-AGs,...

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