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Blog Archiv - Jahr %1
01.12.2013

Rundfunkgebühren in Frankreich

Während in Deutschland das Rundfunkgebührensystem zu Anfang des Jahres auf eine Haushaltspauschale umgestellt wurde, die zur Folge hat, dass auch jene Bürger in vollem Umfang Sportübertragungen, Volksmusiksendungen, Degeto-Fernsehspiele, Vorabendsoaps und Musiksendungen zweifelhafter Qualität mitfinanzieren müssen, die diese gar nicht nutzen (und häufig auch gar nicht nutzen wollen), schlägt die französische Kulturministerin Aurélie Filippetti laut „Telepolis“ ein faires, BürgerInnen-gerechtes Verfahren vor: Sie will, „daß die Bürger ihres Landes künftig in der Steuererklärung angeben können, ob sie den öffentlich-rechtlichen Rundfunk nutzen oder nicht. Wer sich lediglich über private Sender und das Internet informiert oder medienabstinent ist, müsste dann auch nichts mehr zur Staatsunterhaltung beitragen.“ Eine Überprüfung der Richtigkeit der von den Bürgern gemachten Angaben hat Filippetti angeblich nicht im Sinn, sie will den Menschen "vertrauen".In Frankreich beträgt die jedes Jahr mit der Inflation steigende Rundfunkgebühr derzeit 131 Euro im Jahr – 84,76 Euro weniger als die Zwangssteuer in Deutschland.

01.12.2013

Schwarz-grün

Der rechtskonservative Ministerpräsident Bouffier bastelt in Hessen eine schwarz-grüne Koalition. So wächst zusammen, was zusammen gehört.Das war der ursprüngliche Blogeintrag. Am Tag darauf lese ich in der „FAZ“, daß Grünen-Vorsitzender Al-Wazir seine Twitter-Meldung über die Koalitionsgespräche mit der CDU mit einem Song des einschlägigen Christen-Schmuse-Poppers und Afghanistan-Bundeswehr-Truppenbetreuers Xavier Naidoo verlinkt hat. Über das kulturelle Niveau der Grünen braucht man sich keine Illusionen zu machen, es wächst eben immer alles noch besser zusammen...

01.12.2013

Bauer sucht Frau

"Schön is' det nich', ne, überall heiraten se im Bekanntenkreis und bauen Häuser und alles, und selbst bleibt man irgendwie übrig."Aus „Bauer sucht Frau“, RTL

01.12.2013

Katja Hermes und Initiative Musik

Zu Angela Merkels „Boygroup“ gehört der bisherige Kanzleramtsminister Eckart von Klaeden, der jetzt in neuer Rolle für Daimler arbeitet, nämlich als Cheflobbyist. Direkt aus dem Kanzleramt verpflichtet. Im Kanzleramt hatte Eckart von Klaeden laut „FAZ“ u.a. „mehrere interne Vorlagen des Bundeskanzleramts zur Regelung des Kohlendioxidausstoßes von Neuwagen in der EU erhalten“. Das Wirtschaftsministerium hatte „die Verbrauchseffizienzkenn-zeichnungsverordnung minutiös an die Wünsche der Automobilbranche angepaßt“, meldete die FAZ süffisant.Aber wollen wir nicht so tun, als ob uns das in der Musikindustrie fremd wäre, auch wenn hier die Dimensionen natürlich um etliche Klassen geringfügiger sind. Die führende Mitarbeiterin der quasi staatlichen „Initiative Musik“, Katja Hermes, etwa übernimmt laut einem Bericht der „Musikwoche“ dieser Tage die Leitung der in Berlin neu eröffneten internationalen Agentur „Sound Diplomacy“. Was diese Firma so treibt? „Wir verbinden Veranstaltungsmanagement mit Forschung und strategischer Beratung“, heißt es bei „Musikwoche.de“. Aha. Und: „Katja Hermes fungiert künftig als Ansprechpartnerin für deutsche Institutionen, Organisationen und Unternehmen, die sich international etablieren wollen, aber auch für internationale Einrichtungen und Unternehmen, die auf den deutschen Markt abzielen.“Zu den ersten Kunden von Katja Hermes und ihrem deutschen Büro von “Sound Diplomacy“ gehören – die Initiative Musik. Und das Musicboard Berlin. Und Berlin Partner. Eben all die staatlichen „nation building“- und Stadtmarketing-Institutionen, die sich der deutschen Popwirtschaft bemächtigt haben und für eine derer Frau Hermes zuvor als Funktionärin gearbeitet hat.

01.12.2013

Todeskino

Ich weiß ich weiß, Namenswitze...Aber wenn Sie in Ihrer Tageszeitung die Schlagzeile „Todeskino will Kiel weiter führen“ („FAZ“) lesen – geben Sie zu, dann müssen Sie doch auch schmunzeln, oder?

01.12.2013

Tobias Künzel & Marx-Musical

Tobias Künzel war mal bei den Prinzen und ist seit geraumer Zeit stellvertretendes Aufsichtsratsmitglied der GEMA. Dabei muß er schlimme Sachen gesehen haben, denn nun schrieb er ein Musical über Karl Marx. „Er wird langsam wieder sexy“, sagt Künzel laut „Berliner Zeitung“, und Marx „hatte oft recht“, und so hat der GEMA-Fan nun eine „schräge Verwechslungskomödie mit Rockmusik“ komponiert. Der Intendant des Plauener Stadttheaters, wo das Künzel-Musical und auch schon Musicals wie „Hasch mich, Genosse!“ Premiere hatten, meint laut „SZ“: „Marx gehört zum Osten einfach dazu, das interessiert die Leute.“Auf dem Programmflyer steht: „Lustiger als das Kommunistische Manifest! Romantischer als das Kapital!“ Ganz Musical eben, ganz Künzel eben, der laut Eigenaussage „keiner ist, der Straße auf Lampe reimt“.

01.12.2013

Neo Rauch & Die Welt

Springers „Welt“ hat am 30.10. den Maler Neo Rauch eingeladen, die Ausgabe der Zeitung zu gestalten – „jede Seite ein Traum“. Laut „Welt“ setzt Neo Rauch „gegen das Schlagfeuer der Nachrichten Bild-Erzählungen voller Rätsel und versteckter Botschaften“.Nach der ersten Seite dieser Ausgabe, auf der ein Bild von Rauch und die zitierte Ankündigung zu sehen ist, erstmal zwei Seiten Anzeige eines Automobilkonzerns, „die Kunst, voraus zu sein“. Dann drei Seiten „Zeitung“ oder was man bei der „Welt“ dafür hält (mit „Bloß keinen Ingwertee für Merkel“ wird eine Seite gefüllt, auf den Meinungsseiten „Was ist ein Diktator?“ und „Chodorkowskis Mut“), dann eine Seite Uhrenanzeige („Wahre Schönheit währt ewig“), eine Seite Bankenanzeige („We ♥ NR seit 16.3.1990“ – wohl das Datum des ersten Ankaufs eines NR-Bildes durch die Bank...), und so geht es weiter im sogenannten Feuilleton mit weiteren fetten Auto- und Konsumgüter-Anzeigen – bisserl redaktioneller Text muß eben auch in einem Anzeigenblättchen heutzutage um die Anzeigen herum verstreut werden, damit sich die Inserate der Industrie besser verkaufen...

01.12.2013

Judith Holofernes im Spiegel

Apropos Qualitätsjournalismus: Was denken Sie, wo stand dieser Text, und über wen ist er geschrieben?„Sie will ein Album vorlegen, auf dem endlich ‚alles genau so klingt, wie ich es will’, sagt sie, das Visier aus Filz und Wolle für einen Moment geöffnet, das Gesicht gerötet von der Last des falschen Pferdes. Sie hat, auf den ersten Blick, noch immer die anrührend klaren Augen des Mädchens, das sie vor 15 Jahren war, in der Zeit vor dem Ruhm, vor der Heirat, vor den Kindern. Die blauen Augen der entschlossenen jungen Frau, die damals auch schon 22 war und die bei ihren allerersten Auftritten in vergammelten Kneipen ihren Traum besang, ein Popstar zu werden, auf der ganz großen Bühne (...)Sie konnte nicht wissen, wie es sich anfühlen würde ‚da oben’, im Licht, auf Platz eins der Charts, auf Festivals vor 80.000 zahlenden Zuschauern, wie es sich sitzt in den Fernsehstudios bei Maybrit Illner, bei Harald Schmidt, als er noch groß war, wie es ist, dem Dalai Lama die Hand zu schütteln. (...) Sie wußte nicht, wie erbarmungslos der Rummel um den Ruhm sein kann, wie tief Müdigkeit geht, wie schnell sich alles anfühlt, ‚als würde man sich nicht mehr selbst gehören’. Sie ahnte nicht, daß Popstar werden leichter ist als Popstar sein.Ihre Augen spiegeln diese Erfahrung heute, auf den zweiten Blick, eine Spur von Zweifel liegt manchmal in ihnen, eine kleine kichernde Angst, wenn sie sich die Reaktionen auf ihre neue Platte ausmalt, die Gemeinheiten, mit denen sie rechnen muß. (...) Dünn ist ihre Haut geblieben, ihr Panzer nur aus Wolle und Filz. (...) In den Liedern steht sie da, offen, verletzlich, erschütternd, den Kopf geneigt zum Nackenbiß.“Na? „Das neue Blatt“? „Gala“? Ein Lore-Roman? Susanne Messmer in der „Zeit“ über eine tibetanische Sängerin?Nein, das altherrenhafte Gesülze stand im „Spiegel“, und der Artikel ging über Judith Holofernes. Vor einiger Zeit hat sich die Künstlerin selbstbewußt gegen die Vereinnahmung der Blöd-Zeitung gewehrt. Daß leitende Redakteure der Blödzeitung jetzt leitende Redakteure beim „Spiegel“ sind und dort längst Artikel geschrieben werden, die so auch in der „Bunten“ stehen könnten – wer konnte so etwas ahnen. Ein derartiges Geschreibsel hat Judith Holofernes jedenfalls nicht verdient.

01.12.2013

Lahm & Käßmann

Aber es geht immer noch schlimmer. Oder können Sie sich ein Gespräch von Philipp Lahm und Margot Käßmann vorstellen? Wollen Sie das gar lesen müssen? „Chrismon“, das evangelische Umsonstblättchen, hat die beiden zusammen kommen lassen, „was uns stark macht“.Mir hat am besten Philipp Lahm gefallen, der ganz Fußballer-like (Abitur zu haben bedeutet heutzutage bekanntlich auch nichts mehr) plappert: „Ich denke, die Zeit, in der wir leben, ist sehr ungewiß. Und die Themen sind sehr kompliziert. Also brauchen wir Helden, zu denen man aufschauen kann, weil sie Mut bewiesen haben und ihre Erfolge Mut machen.“Die Zeiten? Sehr ungewiß, fürwahr.Die Themen? Sehr kompliziert.Erst hat man kein Glück, dann kommt auch noch Pech hinzu.

01.12.2013

Lou Reed Nachrufe

Klar, unsereiner macht sich über den Zustand des hiesigen „Qualitätsjournalismus“ in der Regel wenig Illusionen (was nicht heißt, daß es immer noch eine gewisse Anzahl seriöser und guter JournalistInnen gibt – aber das wissen Sie ja selbst, daß man aus dem Allgemeinzustand einer Branche nicht auf jeden einzelnen dort Arbeitenden schließen darf). Wenn es einem aber gerade wieder einmal passieret, dann... Reden wir vom Tod Lou Reeds. Kaum ein deutscher Artikel, der ohne die Beschreibung Lou Reeds als „schwierig“, als „Feind von Journalisten“, als „Todeszwerg“ gar (in der „Welt“, als Titelzeile Lester Bangs zitierend) auskam – im interessanten Gegensatz übrigens zur französischen Musikpresse („Les Inrockuptibles“ brachte ein lesenswertes, mehrseitiges Interview mit Lou Reed) oder zu US-Medien, wo gerade die Freundlichkeit und Kollegialität des Künstlers hervorgehoben wurde.Besondere Erwähnung verdienen jedoch zwei hiesige Medien. In der „taz“ findet deren Pop-Chef, der die letzten Konzerte von Lou Reed 2012 noch als „Flop des Jahres“ bezeichnet hatte und in seiner Rezension damals von Lou Reeds Musik offenkundig überfordert war und es deswegen vorzog, ausführlich über die Regenjacken seiner Fans zu berichten, daß „seine Songs mit zum Größten gehören, was die Popmusik je hervorgebracht hat“.Auch toll der Nachruf von Thomas Groß auf der Titelseite (!) der „Zeit“, dieses altjungfernhaften Hamburger Mediums, das bevorzugt zu spät kommt, dann aber mit großem Getöse. Thomas Groß jedenfalls hat eine Fantasie: „Zu schade, daß er es nicht mehr auf Tour geschafft hat“, beginnt er seinen Artikel. Und schwurbelt dann, daß eine Tour doch prächtig „gepaßt“ hätte „zu einem Jahr, in dem sie alle noch einmal vorbeigezogen kamen, der heilige Neil, der olympische Leonard, der sakrosante Bob“, doch allein, „auf seine Weise aber war es folgerichtig, daß er fehlte: An Verabredungen gleich welcher Art hat Lou Reed sich nie gehalten“, nicht einmal an Verabredungen mit einem „Zeit“-Schreiberling, die nur in dessen Fantasie stattfinden.Aber das ist eben das Dilemma weiter Teile des deutschen Musikjournalismus: weiter als bis zum eigenen Bauchnabel reicht der Horizont in aller Regel nicht. Und wenn der Herr Zeit-Autor und sein Bauchnabel bei der letzten Lou Reed-Tour 2012, zu der ja gut 16.000 Menschen kamen, nicht dabei waren, dann kann diese Tournee natürlich einfach nicht stattgefunden haben. Und im besten deutschen Bauchnabeljournalismus-Stil darf man dann auf der Titelseite der „Zeit“ beklagen, daß es Lou Reed „nicht mehr auf Tour geschafft hat“.Wie armselig.(was jetzt nicht heißen soll, daß es nicht auch hierzulande angemessene Lou Reed-Nachrufe gegeben hätte, z.B. von Dietmar Dath in der „FAZ“, von Jens Balzer in der „Berliner Zeitung“, von Andrian Kreye in der „SZ“ oder von Karl Bruckmaier in der „taz“).

01.12.2013

Lou Reed Radioshow

Lou Reed hat während der letzten zwei Jahre zusammen mit Hal Wilner an manchen Samstagen um Mitternacht eine Radio-Show auf XM Channel 30 betrieben: „Lou Reeds New York Shuffle with Hal Wilner“, man kann die Playlists im Netz finden. Und in der letzten dieser Shows begann Lou Reed mit „Cadillac Desert“ von William Tyler (mit Lambchop Künstler dieser Agentur), und als zweites spielte er den wunderbaren „Heavenly Household Blues“ eines gewissen Townes Van Zandt, aber auch einen Track des großen Wadada Leo Smith, einen Ausschnitt der „Freedom Democratic Party 1964“, „Love Is The Drug“ von Bryan Ferry und „Golden Phone“ von Micachu und Musik von Johnny Cash, James Brown oder Scott Walker.So ist das alles.

01.12.2013

Tonträgerindustrie

Liebe Tonträgerindustrie! Von Gatekeepern meines Vertrauens wurden mir die neuen Alben von u.a. Troy Ave, Kelela oder Zebra Katz empfohlen. Alben, die ich mir zwar auf Spotify anhören, nicht aber z.B. als LP kaufen konnte, weil hierzulande nicht erhältlich. Hört ihr, liebe Plattenfirmen?!? Ich würde diese Alben gerne KAUFEN!!! Euer manchmal sehr altmodischer Kunde BS.

18.10.2013

Heino geht in die Hamburger Schule

Seit dem 18.Oktober geht Heino in die Hamburger
Schule. Auf der heute erschienenen, erweiterten Version seines Cover-Albums „Mit
freundlichen Grüßen“ namens „Jetzt erst recht“ singt Heino u.a. den Song „Kapitulation“
von Tocotronic.

Wäre doch auch ein prima Song für CDU- und
SPD-Granden bei ihrer nächsten Wahlparty. Oder doch eher für die Grünen? Anything goes!

15.10.2013

Autokanzlerin und BMW-Lobbyisten

Und wie wird hierzulande Politik gemacht?

Zum Beispiel so:

Am 9.Oktober 2013 haben die BMW-Anteilseigner
Johanna Quandt und ihre Kinder Stefan Quandt und Susanne Klatten der CDU laut
SPON je 230.000 Euro gespendet. Insgesamt erhielt die Partei der „Autokanzlerin“ also von der
BMW-Anteilseigner-Familie eben mal 690.000 Euro. Stefan Quandt hält laut SPON 17,4 Prozent der BMW-Anteile, Mutter
Johanna 16,7 Prozent und Susanne Klatten 12,6 Prozent.

Nur fünf Tage später, am 14.Oktober 2013, verhindert die CDU-geführte
deutsche Bundesregierung beim Treffen der EU-Umweltminister eine Einigung auf
strengere Abgasnormen für Autos in Europa. „Ziel
der Bundesregierung ist es, die Einführung neuer Richtlinien über einen
längeren Zeitraum zu strecken, wovon vor allem Oberklasse-Hersteller wie
Daimler und BMW profitieren würden. Der EU-Kompromiss sah vor, dass ab 2020
Neuwagen nur noch 95 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer ausstoßen dürften.“

„Umwelt“minister Peter Altmaier (CDU) plädierte für mehr "Flexibilität". Konkret will die
Bundesregierung erreichen, daß Elektroautos und Hybride, wie auch BMW sie baut,
mehrfach gegen den CO2-Ausstoß von Spritfahrzeugen aufgerechnet werden können.
Zudem soll die schärfere CO2-Grenze nur für einen Teil der Pkw nach dem Jahr
2020 gelten. –

Parteispende der BMW-Anteilseigner erhalten und verbucht. Mission
erfüllt. Umwelt geschadet.

Im „Handelsblatt Morning Briefing“ schreibt Herausgeber Gabor Steingart
am 15.Oktober 2013:

„Auf
Angela Merkel kann sich die Autoindustrie verlassen. Im Streit um
strengere EU-Abgaswerte setzt
sie jetzt eine Verschiebung durch.
Eine bisher unveröffentlichte Besucherliste des Kanzleramts, die unserer
Zeitung vorliegt, zeigt: Die Vorstände der Autoindustrie sitzen deutlich
häufiger auf dem grauen Stoffsofa in Merkels Amtszimmer als andere
Industrievertreter.“ Was uns nicht wundert, sondern was
wir genau so auch erwartet hatten...

15.10.2013

Kretschmanns Politikverständnis

Auch „Grünen“-Ministerpräsident Kretschmann macht auf seine ganz eigene
Art Politik: Er erklärt das von der Partei in jahrelanger Kleinarbeit
zusammengestellte und einmütig verabschiedete Wahlprogramm seiner Partei im
„Spiegel“ kurzerhand für obsolet:

„Das Wahlprogramm
ist erledigt, es ist vom Wähler abgestraft.“

So ist das heutzutage: Man macht nicht mehr Politik, man betreibt
Populismus. Man kämpft nicht mehr für Ideen und Konzepte, von denen man die
WählerInnen zu überzeugen sucht, sondern man hängt sein Fähnlein in den Wind
und orientiert sich an Umfrageergebnissen.

Und beweist nebenher noch ein eher drolliges Demokratieverständnis: Daß
nämlich immerhin 8,4 Prozent der abgegebenen Stimmen für genau das Wahlprogramm
der Grünen mit allen Steuererhöhungen für Vermögende abgegeben wurden, wird kurzerhand
vom Tisch gewischt. Die Stimmen von 3.694.057 WählerInnen sind dem
Grünen-Politiker Kretschmann völlig schnurz, diese Stimmen sind für ihn „erledigt“.

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