China zieht am deutschen Musikmarkt vorbei! Und Superprofite in Mexiko...
Wenn das Vereinsblättchen der deutschen Musikindustrie, die „Musikwoche“, über den alljährlichen „Global Music Report“ des IFPI-Dachverbands schreibt, dann ist jedes Mal vom „Musikmarkt“ die Rede; gemeint ist die Plattenindustrie. Allerdings fällt der seit etlichen Jahren wesentlich größere Teil des „Musikmarkts“, nämlich die „Live-Industrie“, dabei völlig unter den Tisch, ganz so, als ob sie nicht existieren würde.
Die seriöse Berichterstattung, etwa von „Music Business Worldwide“, schreibt dagegen korrekt von der „Global Recorded Music“, denn genau davon...
BlackRock-Chef sorgt sich um Ungleichheit
Sehr hübsch, wie sich ausgerechnet Larry Fink, der CEO von BlackRock, plötzlich um die Ungleichheit der weltweiten Vermögen sorgt – verursacht nicht etwa von Kapitalorganisatoren wie seinem BlackRock-Konzern, der mit über 12 Billionen Dollar an verwaltetem Vermögen der weltgrößte „Vermögensverwalter“ ist, an allen DAX-Konzernen beteiligt ist und mit seinen „iShares“ auf einen weltweiten Anteil von gut 37% an allen börsennotierten Fonds (ETFs) kommt.
Aber nein, nun soll es ausgerechnet die AI, die künstliche Intelligenz sein, die für globale Ungleichheit sorgt, wie er laut...
Sozialticket, Alben zum Soli-Preis und kulturelle Teilhabe
Wie wäre es denn, wenn Musiker:innen und Tournee- und örtliche Veranstalter über neue Wege nachdenken würden, um auch Menschen mit geringerem Einkommen Konzertbesuche und mithin kulturelle Teilhabe zu ermöglichen?
Die Ärzte zum Beispiel bieten ja für einige Konzerte ein Sozialticket an. Berliner:innen, die Bürgergeld beziehen, Wohngeld bekommen oder die Grundsicherung im Alter erhalten, konnten für die Großkonzerten der Band 2024 auf dem Tempelhofer Feld Tickets für 19,90 Euro erwerben. Top Aktion!
Natürlich ist das schwer zu organisieren und mit beträchtlichem...
Deutsche Staatspop-Künstler:innen & Popfunktionär:innen hatten viel Spaß in Austin
Die Initiative Musik und ihre Mitstreiter:innen sowie die von ihnen finanzierten Musiker:innen hatten eine tolle Zeit auf der SXSW in Austin, wie das skurrile Werbefilmchen belegt, das die Initiative ins Netz gestellt hat. Da wimmelt es nur so von Weisheiten der Marke Binsen, etwa „Innovation entsteht, wenn Kreativität auf Technologie trifft“. Und Katja Lucker, Deutschlands oberste Pop-Funktionärin, weiß: „Es hat wirklich funktioniert. Es ist aufgegangen. Es war vielleicht das beste GERMAN HAUS, das wir je hatten...
weiterlesenItalien Fußballmannschaft bleibt stabil und boykottiert die WM in den USA
Stabil dagegen die italienische Fußball-Nationalmannschaft, die konsequent zum dritten Mal in Folge eine Fußball-Weltmeisterschaft in einem Land boykottiert, in dem eine autoritäre Regierung herrscht und wo permanent Menschenrechtsverletzungen begangen werden:
Nach Rußland 2018, Katar 2022 hat sich Italiens Team auch 2026 geweigert, an der WM in den USA teilzunehmen.
Vorbildhaft!
1 Weimer
Und was ist bitte „1 Weimer“?
Ich würde sagen: Die Wegstrecke von einem Fettnäpfchen ins nächste…
Ein Pixi-Buch sorgt für Ordnung
Lotta und Amir dagegen sorgen für Ordnung. Nämlich in einem Pixi-„Buch“, das in einer Auflage von 30.000 Stück von verschiedenen Ordnungsämtern an Kinder verteilt wurde.

Die "dahinsiechende Musikindustrie" und ihr Preisverleihungs-Fetisch
Ich weiß ja wirklich nicht, welchen Fetisch weite Teile der deutschen Musikindustrie mit ihren Preisverleihungen haben.
War doch eigentlich gut, dass der dämliche Echo vor Jahren so krachend gescheitert ist. Doch seitdem gibt es ständig neue Initiativen, verschiedenste Musikpreise samt üppig aufgebrezelten Verleihungszeremonien zu veranstalten. Teilweise wurden dafür sogar eigens Vereine gegründet – die Deutschen sind und bleiben eben Vereinsmeier. Beziehungsweise Vereinsmeierinnen.
Und so polytont, opust oder popkulturt die „Szene“ vor sich hin und...
Der Neofeudalismus der staatlichen Kulturpreise vs. strukturelle, langfristige Kulturförderung
Unsereiner würde sich ja gerne mit vielen anderen Themen beschäftigen, aber man kommt gerade von der Kulturpolitik nicht los.
„Windbeutel“ („FAZ“) Weimer sei Undank.
Jetzt also die Malaise rund um den Buchhandlungspreis.
Da lässt der Kulturstaatsminister Buchhandlungen, die von einer unabhängigen und renommierten Jury einen staatlichen (und durchaus leider keinen stattlichen) Preis erhalten sollen, heimlich vom Verfassungsschutz überprüfen. Und über drei Buchhandlungen (darunter zwei, die sogar zu den fünf „besonders...
Popgipfelchen im Kanzleramt
Die Fortsetzung seines „Popgipfels“ nannte der Kulturstaatsminister dann nur noch eine „Gesprächsrunde mit Vertreter:innen von Musiklabels“ im Kanzleramt.
Das Gespräch fand natürlich hinter verschlossenen Türen statt, insofern konnte Weimer auf seiner täglichen Reise durch sämtliche bereitstehende Fettnäpfchen diesmal nicht verunglücken; jedenfalls konnte kein neuerliches Ungeschick verzeichnet werden.
Dafür gelang dem Kulturstaatsminister ein Bild mit hohem Symbolcharakter:
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weiterlesenDJ Hell erzählt von einem Major-Signing
Apropos Tonträgerkonzerne:
In der „Frankfurter Rundschau“ hat Helmut Geier alias DJ Hell im Dezember von seinen Erlebnissen als Förderer der Band Fischerspooner berichtet, und wie das Major-Signing deren Karriere behindert hat:
„Es war ein massiver Impact, eine Sensation. Dann kam schnell das Major-Label Ministry of Sound, die haben das Album noch mal released, das ich schon rausgebracht hatte – und wollten daraus einen Top-Ten-Act machen, was nicht funktioniert hat. Die haben viel Geld hingelegt, Fischerspooner eingeflogen – damals noch mit der...
Und was macht Live Nation gerade so?
Und was macht Live Nation gerade so? Der weltgrößte Livemusik-Konzern?
Mit der Trump-Regierung hat man sich Anfang März auf einen „Deal“ geeinigt: Die Abspaltung des Ticketing-Bereichs, also Ticketmaster, vom Mutterkonzern ist jetzt plötzlich vom Tisch. Dafür hat Live Nation zugesichert, die eigenen Venues für alle Veranstalter zu öffnen und ihnen zu erlauben, 50 Prozent der Tickets über eine andere Plattform als Ticketmaster anzubieten.
Die Gebühren für den Ticketverkauf werden nun auf 15 Prozent begrenzt. Wohlgemerkt: das gilt nur in den USA. Im Rest...
"Woman fighting to save Berlin's nightclubs" vs. Xjazz-Festival vor Aus
Kaum hat die altehrwürdige „The Times“ Berlins angesichts der CDU-Fördergeldaffäre reichlich angeschlagener Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson eine Art Ritterschlag verpasst und sie zur „Woman fighting to save Berlin’s nightclubs“ hochgejazzt (eine Weisheit, die die konservative britische Zeitung für sich allein hat), da wird sie aus dem Londoner...
weiterlesenBallett-Sturm in Piccolo-Gläschen
Niedlich, wie eine nebenher gemachte Bemerkung Timothée Chalamets im Jahr 2026 immer noch die Feuilletonisten unterschiedlichster Couleur aufregt.
Er würde „niemals in der per oder im Ballett arbeiten“, so der Schauspieler, weil das einfach „keinen interessiert“.
Und schon kam es zum erwartbaren Sturm in allen Piccolo-Gläschen und Mate-Flaschen.
Was waren das noch Zeiten, als Pierre Boulez im „Spiegel“-Interview 1967 gefordert hatte: „Sprengt die Opernhäuser in die Luft!“
Sowohl, was die Forderung und...
Praktika in Sternerestaurants und in der Musikindustrie
Das Kopenhagener Sternerestaurant Noma gilt als eines der besten Restaurants der Welt.
Nun hat der Chef des Gastrotempels für einen Skandal gesorgt. Er habe seine Angestellten drangsaliert und bedroht, teilweise sogar physischer Gewalt ausgesetzt.
Und: Im Noma waren unbezahlte Praktika wohl die Regel. Wie übrigens auch in der Musikindustrie, und da auch bei etlichen der großen Konzerne.
In bewundernswerter Offenheit hat der Berliner Sternekoch und Betreiber des Restaurants „Noibelhart & Schmnutzig“ zu dem Skandal Stellung...


