10.06.2012

Lilian Thuram

Zum Auftakt der
Fußball-Europameisterschaft bringt das Feuilleton der FAZ ein ganzseitiges
Interview mit dem französischen Rekord-Nationalspieler Lilian Thuram, der
unlängst ein Buch unter dem Titel „Manifeste pour l’egalité“ herausgebracht und
eine Ausstellung im Pariser Musée du Quai Branly organisiert hat, die „zeigt,
wie der Westen den Wilden erfunden hat“. Thuram hat auch eine Stiftung
„Erziehung gegen Rassismus“ ins Leben gerufen.

„Der Rassismus ist ein intellektuelles
Konstrukt, das von einer Generation an die nächste weitergegeben...

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10.06.2012

China, Familien, Kolonko

Am Samstag, dem
9.Juni 2012, argumentiert Petra Kolonko (das ist die Dame, die für FAZ und NZZ
gleichlautende Artikel über China oder Nordkorea schreibt, die sie vor ihrem
Fernseher in Tokio sitzend verfaßt; siehe auch „Pjöngjang im Kaffeesatz“,
Konkret 11/2010, auch auf unserer Homepage: http://www.bseliger.de/sites/default/files/Seliger11-10.pdf)
im Leitkommentar der „FAZ“ unter dem Titel „Chinas roter Adel“: „Daß prominente Familien wirtschaftlichen
und politischen Einfluß haben...

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10.06.2012

Gauck, Trittin und der Islam

 Nun werden die Zauberlehrlinge die Geister, die sie gerufen
haben, nicht mehr los.

„Kann man stolz auf
Deutschland sein?“ „Ja, das ist jetzt möglich“, tönt die Parole in
Großlettern nicht vom Titel der Blödzeitung und auch nicht vom Titel der
Nationalzeitung, sondern vom Titel der „Zeit“, und im Inneren des Blattes (was
ich in diesem Zusammenhang unbedingt metaphorisch zu lesen bitte) setzt Joachim
Gauck noch einen drauf: Anders als sein Bundespräsidenten-Vorgänger findet
Gauck nicht, daß der Islam zu Deutschland gehört, den Satz könne er „...

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31.05.2012

Und Ansonsten 6 / 2012

Laut Bericht auf
"Spiegel Online" hat Bruce Springsteen anläßlich seines Berliner
Konzerts kräftig gegen Banker und Finanzwelt gewettert, sein Song "We Take
Care Of Our Own" wurde angeblich schon so etwas wie die "Hymne der
Occupy-Bewegung". Doch wie so oft greift die Gesellschaftskritik
US-amerikanischer Musiker etwas kurz - es geht gegen "gierige Diebe"
und gegen "Raubritter" - schön brav sozialdemokratisch eben, man will
keine andere Welt, sondern die bestehende, die soll aber ein klein wenig
hübscher sein und ohne allzu gierige...

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06.05.2012

Andrea Berg

Wozu zahlen wir
Gebühren für unser Staatsfernsehen?

Am Sonntagabend,
dem 6.5.2012, wissen wir es: Für eine anderthalbstündige Sendung zu bester
Sendezeit um 20.15 Uhr im RBB mit Andrea Berg: „Abenteuer“ heißt „das
Live-Konzert 2012“ (auch so eine tolle Erfindung: „Live-Konzert“, und dann
sehen wir überdeutlich, daß alles Playback ist...), das uns die
Öffentlich-Rechtlichen ins Haus bringen. „Es gibt nicht viele Künstlerinnen,
die es schaffen, ihre Fans bei einem Konzert alle einzeln mit ihrer Musik zu
umarmen“, flötet der Videotext des...

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02.05.2012

Französische Wahl und Intellektuelle

Wer wissen will, wie viele der dämlichen und überflüssigen
Feuilleton-Debatten gemacht werden, kann am 27.April in der „NZZ“ bei Jürgen
Ritte lesen, daß sich die französischen Intellektuellen aus dem
Präsidentschaftswahlkampf weitgehend heraushalten. Höchstens die
Rückständigkeit der politischen Visionen und der Mangel an Ideen werde gelegentlich kritisiert. Dabei, findet
Ritte, sei es doch gerade die Aufgabe der Intellektuellen, Ideen zu produzieren.

Eine Woche
später, am 2.Mai, deckt Joseph Hanimann in der „SZ“ auf: „Nie waren in den letzten...

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02.05.2012

Piloerektion

„Jemals eine Piloerektion erlebt?

Dieses Gefühl, wenn
tausend winzig kleine Muskeln unter Ihrer Haut jedes einzelne Haar auf ihrem
Körper aufrichten? Auch bekannt als Gänsehaut. Diese auszulösen, dafür ist
jeder Jaguar geschaffen. Damit Sie sich lebendig fühlen. Erleben Sie den Jaguar
XK ab 91.200.- €.“

Aus einer mehrseitigen Anzeige in der Zeitschrift
„Interview“, anscheinend eine Zeitschrift für all diejenigen, die keinen Sex
mehr haben, aber für eine „Pilo-Erektion“ mal eben „ab 91.200 Euro“  auszugeben bereit sind, um sich
„...

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02.05.2012

Smartphone im Klo

In der „NZZ“ konnte man den original in der NYBR
erschienenen kleinen Text von Charles Simic über Toiletten-Bibliotheken lesen: „Ich bin in Serbien
aufgewachsen, wo Plumpsklos auf
dem Land noch häufig waren und Toilettenpapier von der einfacheren Bevölkerung
als dekadenter Luxus angesehen wurde. Der Stapel alter Zeitungen auf dem
Häuschen war nicht nur zweckdienlicher Ersatz für die Klorolle, sondern auch
willkommener Lesestoff, der mir ebenso viel Weiterbildung wie Vergnügen verschaffte.“

Ein
weiterer Grund, für auf Papier erscheinende...

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30.04.2012

Und Ansonsten 2012 05

Die „Linken“ im Berliner Abgeordnetenhaus forderten bei den
Haushaltsberatungen, daß bei Zuschüssen an die freie Szene der Hauptstadt „die Zahlung des Mindestlohns sichergestellt
werden“ solle.

Seit Jahren fixiert der Berliner Senat bekanntlich in seinen
Bewilligungsbescheiden für Projekte der freien Szene Stundenlöhne von 3 bis 5 Euro.

Übrigens: Die „Linken“ bildeten die letzten 10 Jahre zusammen mit der
SPD die Berliner Regierung und stellten fünf Jahre lang den Kultursenator – wie
wäre es denn gewesen, die „Linken“ hätten zu der Zeit, als sie...

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21.04.2012

Levon Helm R.I.P.!

„Yes, my child, it’s
true: there were giants in the earth in those fabled days. Their myths and
tales are preserved in the songs that have been passed along; the truths of the
sagas are in the plain-spoke words that you now hear, sung to melodies that are
torn from the fabric of the sky, soaring above gritty rhythms hewn from the
very earth.“

Chet Flippo in den Liner Notes zu „The Band, Across The
Great Divide“ (Box-Set)

„Once upon a time, /
tomorrow never came.“

„In A Station“, Richard Manuel 

R.I.P., Levon Helm! 

21.04.2012

Gema vs. YouTube

Eigentlich sollte man meinen, daß ein Gerichtsurteil wie das
im Fall YouTube vs. Gema Klarheit schaffen würde. Das ist auch der Fall: Für
die, die sich in der Materie auskennen und nicht von Lobbyisten gekauft sind,
ist die Sache klar – die von der Gema erhoffte Grundsatzentscheidung zur Frage,
wie mit dem Urheberrecht beim Umgang mit Musik und Filmen im Internet künftig
zu verfahren sei, blieb aus. Ganz im Gegenteil, die Gema verlor sogar ganz
konkret: YouTube darf laut dem Hamburger Urteil weiterhin einige der zwölf in
Frage stehenden Musiktitel...

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17.04.2012

Der Heilige Rock und das Internet

Ein kleiner Blick in die Zukunft: Was machen die Kämpfer für
das alte Urheberrecht im Mai  2012?
Schauen das Champions-League-Finale im TV, werden Sie vielleicht sagen. Aber
nein, ich sage Ihnen: Die Verfechter des Urheberrechts werden den Heiligen Rock
in Trier anbeten, Sie werden sehen.

Und das kommt so:

Um Ostern 2012 herum begab es sich in Deutschland, daß die
Verfechter des Urheberrechts sich mit der katholischen Kirche zusammentaten –
im Grunde eine logische Allianz der Konservativen, die das Bestehende, das
ihnen nützt, anbeten...

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17.04.2012

Claudia kneift

Die „grüne Gurke“ („taz“), die Bundesvorsitzende der
„Grünen“, Claudia Roth, wird im Internet derzeit als „Claudia kneift“
bezeichnet. Das „Handelsblatt“ hatte zu einer Podiumsdiskussion zum Thema „Urheberrecht,
Netzpolitik, Bildung und Umweltschutz“ die Bundesvorsitzende der „Grünen“ und
den Spitzenkandidaten der „Piraten“ in NRW eingeladen.

Doch in der Zwischenzeit begann der Höhenflug der „Piraten“,
die in NRW derzeit noch vor den Grünen als drittstärkste Partei bei 11 Prozent
liegen (die Grünen bei 10%). Und auf Bundesebene liegen Piraten und...

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11.04.2012

Und Ansonsten 04/2012

Ob „Unheilig“, ob „Wir sind Helden“, ohne Schiffs-Metaphern
kommt heutzutage anscheinend keine deutsche Band mehr aus. Die „Helden“
erklären in ihrer Quasi-Auflösungs-Stellungnahme „Wir sind erstmal raus“: „Der dicke Tanker WSH wird also fürs erste irgendwo
geparkt, in einer hübschen Bucht mit leichtem Wellengang.“ Einen Absatz
später wird der besagte „Tanker“ rasch zum „Kreuzfahrtschiff“ umgedichtet, was
die Metapher nicht viel besser macht – man weiß doch, daß diese Dinger
heutzutage sogar kleine Mittelmeerinseln rammen... Ist eben alles sehr deutsch...

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05.04.2012

Grass & Antisemitismus

Und Günter Grass? Betreibt das, was
er als junges Mitglied von Hitlers Waffen-SS gelernt hat und bis heute am
besten kann: Antisemitismus.

Das ekelhafte, dem deutschen
Antisemitismus konstitutive „man muß doch einmal sagen dürfen“ beweist nur, daß
Grass eine mehr als „gestörte Beziehung
zur eigenen Vergangenheit, zu den Juden und zu Israel hat“ (Shimon Stein).

Interessant ist die Bewertung des
„Gedichts“ durch die im Bundestag vertretenen Parteien. Die „Linke“ macht sich
wieder einmal unwählbar und unterstützt zusammen mit der NPD...

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