02.11.2012

Chris Dercon & Ai Weiwei

In
der „Süddeutschen Zeitung“ lesen wir, wie Chris Dercon, einer der
einflußreichsten Kunst-Funktionäre der Welt und aktuell Direktor der Londoner
„Tate Gallery“, die Kunst der ganzen Welt einkauft: „London hat großes Potential - schon wegen der enormen Präsenz von
Reichen. Dazu gehören Altreiche, aber noch öfter Neureiche, die aus
Lateinamerika oder dem Mittleren Osten stammen und sich gerne in unseren
Ankaufskommissionen engagieren. Wir treffen uns jährlich in New York und Miami
und schlagen vor, welche Arbeiten wir ankaufen sollten. Derzeit arbeiten wir daran,
das gesamte 'Musee d'art contemporain de l"Afrique' von Meschac Gaba
anzukaufen.“ Ekelhafter Neo-Kolonialismus.

Chris
Dercon ist Fan und Unterstützer von Ai Weiwei und hat ihm in seiner früheren
Funktion als Chef des Münchner Hauses der Kunst (oder sollte man in dem Fall
nicht auf den historischen Titel zurückgreifen und „Haus der deutschen Kunst“
sagen?) 2009 eine Sonderausstellung „So sorry“ ausgerichtet und, nachdem er im
Juni 2010 zum neuen Direktor der Londoner Tate Gallery bestimmt wurde, von Oktober
2010 bis Mai 2011 in seinem Londoner Museum Ai Weiweis Schau mit 100 Millionen
Sonnenblumenkernen, die Ai Weiwei in China aus Porzellan hatte herstellen
lassen; finanziert wurden die Kerne vom Unilever-Konzern – 100 Kilo der
Sonnenblumenkerne Ai Weiweis tauchten später bei Sotheby’s London auf und
wurden für sage und schreibe 560.000 US Dollar versteigert...

Der
Deutschen Lieblings-Dissident – oder „Ai Reirei, der Dissident aus der Tube“,
wie Wiglaf Droste ihn nach seinem jüngsten YouTube-Video (in Deutschland
zensiert) nannte – wird übrigens 2013 den deutschen Pavillon bei der Biennale
in Venedig bespielen. Dieses YouTube-Video, das sehr schön zeigt, wie
unser Lieblings-Dissident seinem Förderer Chris Dercon zu zünftiger Blasmusik
den Kopf massiert, ist bei YouTube derzeit noch unzensiert zu sehen – Gorny
& GEMA, übernehmen Sie! Todsicher liegen auf der Blasmusik, die da im
Münchner Hofbräuhaus gespielt wird, wertvolle Rechte der deutschen
Musikindustrie!

01.11.2012

Überwachungsstaat

Die Bundesregierung, die nicht einmal die
wichtigsten Dinge des digitalen Alltags endlich verbraucherfreundlich
gesetzgeberisch regelt, macht sich im Gegensatz daran, dieses Land in einen
Polizei- und Spitzelstaat umzuwandeln: Soeben hat die Bundesregierung einen
Gesetzentwurf verabschiedet, der einen fundamentalen Eingriff ins
Fernmelderecht und einen weiteren Schritt in Richtung Überwachungsstaat
darstellt.

Wie „heise online“ berichtet, sollen
Internetprovider zukünftig auch dynamische IP-Adressen zuordnen und dazu verpflichtet
werden, diese auf schlichte Nachfrage von Behörden – also ohne Richtervorbehalt
oder zumindest staatsanwaltliche Anordnung, wie es das Fernmeldegesetz bisher
vorschreibt – auszuhändigen.

Stefan Krempl schreibt dazu bei „heise online“: „Im heise online vorliegenden Entwurf wird
betont, daß die Auskunftspflicht auch für Daten wie PIN-Codes und Passwörter
gilt, mit denen der Zugriff auf Endgeräte oder damit verknüpfte
Speichereinrichtungen geschützt wird. Dies könnte sich etwa auf Mailboxen oder
in der Cloud vorgehaltene Informationen beziehen.“ Im Klartext: Behörden
können zukünftig auf alle durch Paßwörter gesicherte Informationen
zurückgreifen, sei es auf private Mailboxen oder Email-Konten, sei es auf
sämtliche z.B. in der Cloud gespeicherten Informationen.

Weiter Stefan Krempl: „Telecom-Anbieter müssen die erwünschten Daten "unverzüglich und
vollständig übermitteln". Über derlei Maßnahmen haben sie gegenüber ihren
Kunden sowie Dritten Stillschweigen zu wahren. Provider, die über 100.000
Kunden haben, müssen für die Abwicklung der Anfragen zudem "eine
gesicherte elektronische Schnittstelle" bereithalten. Dabei sei dafür
Sorge zu tragen, daß jedes Auskunftsverlangen durch eine verantwortliche
Fachkraft formal geprüft werde.“ Im Klartext: Wir werden zum gläsernen
Bürger. Und wir sollen nichts davon mitbekommen, wenn die Behörden uns
jederzeit durchleuchten.

Weiter Krempl bei „heise online“: „Zudem soll in die Strafprozeßordnung ein
Paragraph 100 j neu eingefügt werden. Demnach wäre Auskunft zu erteilen,
soweit dies für die Erforschung eines Sachverhalts oder die Ermittlung des
Aufenthaltsorts eines Beschuldigten erforderlich ist. Darüber hinaus sollen die
einschlägigen Gesetze für das Bundeskriminalamt, die Bundespolizei, den
Zollfahndungsdienst, den Verfassungsschutz, den Bundesnachrichtendienst und den
Militärischen Abschirmdienst angepaßt werden, da Mitarbeiter all dieser
Behörden als Auskunftsberechtigte vorgesehen sind.“ Im Klartext: Die
Aushöhlung des Fernmeldegesetzes und die Aushöhlung der Grundrechte der Bürger
soll umfassend und jederzeit geschehen. Alle Bundesbehörden und Geheimdienste
sollen jederzeit alle BürgerInnen umfassend überwachen dürfen, ohne daß wir das
merken bzw. überhaupt noch, wie nach der jetzigen Gesetzeslage, darüber
wenigstens nachträglich informiert werden.

„In
Providerkreisen wird der Vorstoß dagegen als problematisch eingestuft.
Angesichts der Tatsache, daß ein Eingriff in das Fernmeldegeheimnis erfolge,
seien nur unzureichende grundrechtssichernde Regelungen enthalten, warnen
Branchenvertreter. So sei einerseits die Zahl der abfragenden Stellen nicht
überschaubar, anderseits gebe es keine Beschränkung auf bestimmte Delikte. So
könne nach Landesrecht eine Vielzahl weiterer Behörden Auskünfte verlangen, um
bei Ordnungswidrigkeiten oder zur Abwehr von Gefahren für die öffentliche
Sicherheit tätig zu werden. Sonst übliche Schutzvorkehrungen wie ein
Richtervorbehalt oder zumindest eine staatsanwaltliche Anordnung seien nicht
vorgesehen.“ (Stefan Krempl)

Im Klartext: Der Stasi-Überwachungsstaat der DDR
war ein Kindergeburtstag gegen das, was die Bundesregierung hierzulande plant.

Das „Gute“ daran ist: Wir wissen jetzt immerhin,
was die Regierung wirklich vorhat, und was diese Bundesregierung tatsächlich
von den im Grundgesetz festgehaltenen Grundrechten hält. Und wo Unrecht Recht
wird, ist Widerstand bekanntlich Pflicht!

01.11.2012

Und Ansonsten 11/2012

Daß es nur ein Mythos ist, daß sich Radio-DJs und
Radio-Macher nach Hören und nach Qualität für die Musik entscheiden würden, die
sie im Radio spielen, ist eine Weisheit der Marke Binsen (und die bekannten
Ausnahmen bestätigen diese Regel).

Ein besonders perfides Druckmittel, mit dem die
Tonträgerindustrie darüber mitentscheidet, was gespielt wird und was nicht,
stellte die wichtigste französische Fernsehzeitschrift „Telerama“ Mitte Oktober
in einem gut recherchierten Artikel vor (hierzulande via „Perlentaucher“): Man
nennt es „Co-Ausnutzung“. Ein Radiosender beschließt, über seine Playlist und
mittels deutlich rabattierter Werbung eine Band oder einen Sänger zu
unterstützen. Im Gegenzug erhält der Radiosender Prozente aus den Einnahmen vom
CD-Verkauf, häufig mit einem garantierten Minimum. Heißt: je öfter der Sender
den Titel spielt, desto mehr Tonträger werden verkauft, und desto größer die
Chancen des Senders, damit Geld zu machen über die garantierte
Verkaufsbeteiligung.

Wer französisch versteht, kann die Recherche von
Valerie Lehoux aus „Telerama“ mit dem schönen Titel „La musique à la radio,
bonjour business?“ hier nachlesen:

http://www.telerama.fr/radio/la-musique-a-la-radio-bonjour-business,8793...

Ob jemand garantieren kann, daß solche Praktiken
hierzulande nicht vorkommen? Ob all unsere Radiomacher ihre Playlisten redlich
und unbestochen zusammenstellen?

* * *

Das italienische Pendant zur deutschen GEMA, die
sogenannte SCF, hat sich dieser Tage ein Mussolini-Gesetz zunutze gemacht, um
bei den Konzertveranstaltern zusätzlich abkassieren zu können. Unser
italienischer Partner hat uns informiert, daß sich die SCF neuerdings auf das
italienische Gesetz Nr. 633, verabschiedet am 22.April 1941, beruft, um von
Veranstaltern und Künstlern, die vor und nach ihrem Konzert noch Musik vom Band
abspielen, zusätzlich zur ohnedies anfallenden Verwertungsgebühr nochmal
abzukassieren. Bislang war dieses Mussolini-Gesetz stillschweigend unter den
Tisch gefallen.

Die SCF sendet nun Spitzel aus, die überprüfen, ob
bei den Konzerten vorher und nachher Verwertungsrechts-relevante Musik
abgespielt wird, und kassieren dann doppelt bei den Konzertveranstaltern ab.

Calexico haben angesichts ihrer beiden
Italien-Konzerte im November verfügt, daß dann eben vor und nach ihren
Konzerten Stille sein soll.

Schon interessant, wie es die
Verwertungsgesellschaften immer mit den Faschisten haben, nicht? Die italienische
SCF bezieht sich auf ein Mussolini-Gesetz, während die deutsche GEMA
bekanntlich die Nachfolgeorganisation der 1933 von Goebbels zu einer
Monopolorganisation zwangszusammengeführten STAGMA ist - „die
in den Jahren 1933/34 verfügte monopolistische
Ausschließlichkeit der Wahrnehmung der Musikverwertungsrechte ist erhalten
geblieben“, betonte der dieses Jahr verstorbene Komponist und Musikwissenschaftler
Hans G Helms.

* * *

Und drollig ist sie auch, unsre GEMA, sie macht
immer wieder Spaß – wenn es nicht gleichzeitig zum Heulen wäre. Jetzt ließ die
Gema in einer Infratest-„Studie“ beweisen, was sowieso jeder wußte – nämlich „den hohen Stellenwert, den Musik
hierzulande genießt“. 90 Prozent der Deutschen halten es der
Infratest-Umfrage zufolge für „wichtig,
daß Musikschaffende angemessen für ihre schöpferische Leistung bezahlt werden“,
faßt die GEMA zusammen – was für eine Überraschung! Die Umfrage unter sage und
schreibe 1004 Personen brachte außerdem angeblich an den Tag, daß im
Durchschnitt 30 Prozent der Eintrittsgelder für die Musikurheber angesetzt
werden sollen.

Nur – wenn man sich die Umfrage genauer ansieht,
kann davon keine Rede sein. Die Gema wäre nicht ein bekloppter Gangsterladen
oder, wie Marek Lieberberg gesagt hat, „ein Ministerium der Angst“ mit einem „allmächtigen Vorstand, der Kadavergehorsam verlangt“, eine
Institution, die mit „ihrer Politik in
der Kreativwirtschaft Angst und Schrecken verbreitet“, wenn sie nicht die
von ihr in Auftrag gegebene Umfrage so manipuliert hätte, daß auch ja
herauskommt, was herauskommen soll.

Wobei,
die GEMA kann nicht mal die Ergebnisse der eigenen Umfrage korrekt
zusammenfassen – wie Stefan Niggemeier in seinem Blog nachweist, haben sich die
genannten 90 Prozent der Deutschen nicht etwa für eine „angemessene“ Vergütung
der „Musikschaffenden“ ausgesprochen, sondern sie haben bloß gesagt, daß sie es
angemessen finden, daß Komponisten und Texter eine Vergütung bekommen. Was ja
schon etwas anderes ist, solange die deutsche Sprache und Logik noch Sinn machen.

Wenn
die GEMA behauptet, daß die Befragten „30,1 Prozent des Eintrittsgeldes“ für
eine angemessene Vergütung halten würden, ist das schlicht gelogen, denn in
Wahrheit bezieht sich die Zahl nicht auf die Gesamtheit der Befragten, sondern
nur auf die 90 Prozent, die in der Frage vorher angegeben hatten, daß sie eine
Vergütung grundsätzlich für angemessen halten – die fehlenden gut 9 Prozent
läßt die GEMA in ihrer Interpretation der Umfrage einfach unter den Tisch
fallen. Wenn man sich die Umfrage dann genauer ansieht, merkt man, daß die GEMA
mit einer Vielzahl von Taschenspielertricks die Ergebnisse der von ihr in
Auftrag gegebenen Umfrage irgendwie hinbiegt. Laut GEMA gibt es „eine Art Konsens unter den Deutschen, daß
gut 30 Prozent des Eintrittsgeldes bei einer Musikveranstaltung an die Urheber
gehen soll“ (Niggemeier), während die Wahrheit ist, daß erstens immerhin 56
Prozent der Befragten, also eine deutliche Mehrheit, genau das Gegenteil,
nämlich Anteile von weniger als 30
Prozent als angemessen genannt haben, und gerade einmal 29 Prozent der
Befragten für eine Beteiligung von mehr als 30 Prozent plädierten.

Vor
allem aber: die Fragestellung von Infratest ist natürlich hochmanipulativ. Wenn
man 1004 Bundesbürger fragt, ob sie es angemessen finden, daß Bäcker für ihre
Brötchen bezahlt werden, dürften mindestens 90 Prozent mit „ja“ antworten,
gewiß. Wenn man aber detailliert nachfragt, welche Anteile des Preises eines
Brötchens an den Staat (via Mehrwertsteuer), an den Bäcker, an den
Bäckereifachangestellten, an den Mehlfabrikanten usw. gehen soll, wird man eine
andere, eine differenziertere Antwort erhalten. Ich wage die Behauptung, daß
ein Großteil der Befragten nicht wußte, daß es nicht darum geht, daß die Musiker einen Anteil von den
Eintrittsgeldern erhalten, sondern die Urheber,
was ja nicht immer und automatisch identisch ist. Und um welche Veranstaltungen
soll es gehen? Um Konzerte? Diskos? Kindergartenumzüge (bei denen die Gema ja
bekanntlich auch zur Kasse bittet)?

Wenn
sich Infratest im Auftrag der GEMA die Mühe gemacht hätte, detailliert
nachzufragen, etwa: „Sind Sie bereit, höhere Eintrittsgelder zu bezahlen, damit
die von der GEMA vertretenen Urheber künftig statt ca. 1,8 Prozent zwischen
5,76 und 7,2 Prozent der Eintrittseinnahmen erhalten?“, dann wäre ich zum Einen
gespannt auf die Antwort der Befragten gewesen, und zum Anderen hätte man mit
den Antworten vielleicht wirklich etwas anfangen können.

Birgit
Walter schrieb in der „Berliner Zeitung“:

„Für die nächste Umfrage schlagen wir vor,
den Katalog um folgende Fragen zu ergänzen:

1. Halten Sie die Abgabensteigerungen des
Monopolisten Gema bis zu 1500 Prozent für angemessen?
2. Finden Sie es gerecht, daß 65 Prozent der Gema-Einnahmen an fünf Prozent der
Urheber fließen und daß allein die Spitzenverdiener über die Verteilung
entscheiden?
3. Ist es angemessen, daß Gema-Vorstände mit ihrer öffentlich nicht
wahrnehmbaren Verantwortung bis zu 484.000 Euro bekommen? (Zum Vergleich: Die
Bundeskanzlerin verdient 260.000 Euro.)“

* * *

Liebe Plattenfirmen, liebe Künstler!

Habt doch ein bißchen Mitleid mit denjenigen
Käufern eurer CDs, die eine Brille tragen und nicht mehr so gut sehen. Muß es
denn wirklich sein, daß ihr eure Booklet-Texte und die sonstigen Angaben auf
euren CDs dunkel auf dunkel drucken laßt? Daß ihr bevorzugt Schriftgrößen
verwendet, die zu entziffern ohne Lupe unmöglich ist?

Zeigt euch barmherzig! Druckt eure Booklets in
anständiger Größe und in Farben, die man leicht lesen kann. Oder, falls ihr
wirklich kein Interesse daran haben solltet, daß irgendjemand eure Booklets
lesen kann – laßt sie weg, und macht dafür die CDs billiger!Dankeschön.

* * *

Wer der „Initiative Musik“ vorwerfen möchte, nur
Staatspop zu initiieren, muß sich eines Besseren belehren lassen. Zu den
staatlich geförderten Bands gehören nicht nur Gruppen mit  so hübschen Namen wie „Beißpony“, sondern
auch Fritz Kalkbrenner. „Mit Fritz
Kalkbrenner haben wir einen Künstler, der zwar den ersten Schritt schon
geschafft hat, sich aber nun weiter etablieren möchte“, sagt
Aufsichtsratsmitglied Norbert Niclauss laut „Musikwoche“.

Und um sich weiter etablieren zu können, benötigt
der Charts-Künstler also Staatskohle. Die ihm bereitwillig gewährt wird.Staats-Techno.

* * *

„In the US, we have the best
politicians money can buy.“        Tony Crow (Lambchop-Pianist, bei einem Auftritt
während der aktuellen Europatournee)

26.10.2012

Leonard Cohen, Suzanne, rights stolen

Im Oktober konnte man auf 3sat eine Dokumentation über
die Europatournee von Leonard Cohen im Jahr 1972 sehen. Und mal jenseits
dessen, daß man wieder einmal feststellte, was für wunderbare Songs dieser Mann
geschrieben hat, und abgesehen von den eindeutigen Avancen berühmter junger
Damen, und abgesehen von einem unglaublichen Einblick in das Chaos einer
Europatournee im Jahr 1972 blieb eine Szene besonders im Gedächtnis haften: Wie
Leonard Cohen im Intro zu „Suzanne“, einem seiner größten Hits, erzählt, daß
ihm die Rechte an diesem Song gestohlen wurden.

„The rights on
it were stolen from me. (...) I’m happy for that „friend“ who put that piece of
paper in front of me and said: „Sign this!“ So I said: „But what is this?“ He
said: „Oh, just a standard writer’s contract.“ So I signed it, and it was
gone...“

26.10.2012

Liao Yiwu

Was den chinesischen Autor Liao Yiwu angeht, halte
ich es wie Christian Y. Schmidt – man „möchte
keinen Mann kritisieren, der allein wegen eines Gedichts vier Jahre in einem
chinesischen Gefängnis eingesperrt war“, so Schmidt in der „taz“.

Also nehmen wir den Quark, den Liao Yiwu bei
seiner Dankesrede zur Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels
gesagt hat, ebenso stillschweigend hin und in Kauf wie das esoterisch anmutende
Lied, das er den Dalai Lama-Fans bei eben dieser Gelegenheit zum und in den Küchentopf
sang.

Nehmen wir hin, daß Liao Yiwu den Großkopferten
aller Lager, die da in der Frankfurter Paulskirche Beifall klatschten, Zeugs
erzählt hat wie, daß es in China ein „Wertesystem
des Drecks“ gebe, „das den Profit
über alles stellt“ – also, in China, wohlgemerkt. Nun ja.

Was allerdings nicht unkommentiert bleiben darf,
ist die Reaktion des Publikums wie des hiesigen Feuilletons auf Liao Yiwus mehrfach
und auch auf deutsch wiederholte Forderung, „dieses
Imperium, dieses Großreich muß auseinanderbrechen“ – entlang seiner
ethnischen Grenzen, am besten aber noch einmal in viel kleinere Einheiten, in
denen „die Leute alt werden und sterben,
ohne sich je besucht zu haben“. Christian Y. Schmidt schreibt dazu: „Dieser Satz ist nichts weiter als ein
Plädoyer für die Rückkehr zur Stammesgesellschaft, in der Fremde nur als Gast
geduldet werden. Er dürfte auch bei den Taliban großen Anklang finden.
Jedenfalls herrscht überall auf der Welt, wo versucht wird, diese „Utopie“
(Liao Yiwu) zu realisieren, Mord- und Totschlag“.

Daß das Publikum in Frankfurt „diesem reaktionären Gerede“ (Schmidt) geschlossen stehende
Ovationen zollte, daß am Tag danach die Feuilletons in einem Land, das bekanntlich
eine „strategische Partnerschaft“ mit China unterhält, diese „zurück in die
Steinzeit“-Rede geschlossen bejubelten – das ist entsetzlich. Es ist allerdings,
zugegeben, keine allzu große Überraschung.

26.10.2012

Au Weiwei

Und was macht der Deutschen Lieblings-Chinese, der
„regierungskritische Künstler“ Ai Weiwei? Er tanzt. Im rosa T-Shirt. Und zwar
den südkoreanischen „Gangnam Style“. Wie man bei YouTube nachschauen kann.

Wie wir der „Berliner Zeitung“ entnehmen dürfen,
teilt Ai Weiwei mit, sein Clip sei mittlerweile „von der Zensur gesperrt“ worden. Das Videoportal YouTube sei „innerhalb Chinas komplett gesperrt“.
Wie in Deutschland also, quasi, wo die Gema alle nennenswerten Musikvideos sperren
läßt, oder, um im Sprech vom „heiligen Ai“ („Frankfurter Rundschau“) und der deutschen
Medien zu bleiben: zensiert.

Au weiwei.

21.10.2012

Deutschland - Schweden 4:4

Ich weiß gar nicht, was die Kommentatoren an dem
letzten Länderspiel auszusetzen haben. War doch höchst unterhaltsam. Sechzig
Minuten lang sah man eine technisch und spielerisch anspruchsvolle deutsche
Mannschaft 4:0 gegen überforderte Schweden gewinnen. Dann sah man eine
kämpferische schwedische Mannschaft mit gradlinigem Fußball 4:0 gegen
hoffnungslos überforderte Deutsche gewinnen. Acht Tore, ein unterhaltsamer
Fußballabend. So what?

Das Problem ist natürlich klar. Unterhaltsam war
das Spiel nur für unbefangene Zuschauer, denen es einigermaßen egal ist, welche
Mannschaft gewinnt, solange interessanter und attraktiver Fußball gespielt
wird. Die Kommentatoren des Staatsfernsehens dagegen erleben bekanntlich nur
dann ihren „inneren Reichsparteitag“, wenn „Deutschland“ gewinnt, insofern den
ekligen Zuschauern in Hitlers Berliner Olympiastadion nicht unähnlich, die nach
der deutschen Führung „Sieg!“ mit dreimaligem rhythmischen Klatschen
skandieren, und das Wort, das dann folgen soll, kann sich jeder denken.

Ich will noch ein letztes Mal in diesem Rundbrief
den Historiker Eric Hobsbawn zitieren, der in seiner vorzüglichen Studie
„Nationen und Nationalismus – Mythos und Realität seit 1780“ über das „Nation
Building“ durch Fußball geschrieben hat: „Die
vorgestellte Gemeinschaft von Millionen gewinnt mehr Anschaulichkeit in der
Gestalt von elf Stars.“

Was die deutsche Fußballnationalmannschaft angeht,
ist früheren Analysen an dieser Stelle im Grunde nichts hinzuzufügen – wie mein
Zürcher Freund und Fußballkenner vor der Europameisterschaft gesagt hat: Die
haben einfach furchtbare Frisuren, so wird das nichts. Da spielt eine
Generation von Fußballern, die technisch gut geschult sind, die teilweise
brillante Spielzüge können – die aber letztlich reine Schönwetterfußballer
sind. Sobald es Probleme gibt, sobald sich ihnen eine Naturgewalt wie Mario Barwuah
Balotelli oder ein siegeswilliger Instinktfußballer wie Zlatan Ibrahimovic
entgegenstellt oder, wie im Fall des FC Bayern, eine destruktiv kämpferische
englische Mannschaft, sind die deutschen Nutellabubis mit ihren
Milchbubifrisuren heillos überfordert. Sie sind aufgewachsen in zwei
Jahrzehnten neoliberaler Ideologie, sie beherrschen, darin vielen jungen
Musikern in der Musikindustrie nicht unähnlich, die Kunst der
Selbstoptimierung, sie haben brav alle von ihren Managements verordneten „wie
gebe ich am besten Interviews“-Medienseminare besucht – nur, wie man ein
schwieriges Fußballspiel gewinnt (oder: wie man gute, besondere Musik
macht...), das hat ihnen niemand beigebracht. Und dazu fehlt ihnen, mit den
Ausnahmen, die die Regel bestätigen, einfach Persönlichkeit. Dissidenz. Eigenständigkeit.
Selbstbewußtsein. Man muß sich nur die hilflosen Interviews mit dem sogenannten
Kapitän Lahm oder mit Kroos oder mit Herrn Löw angesehen haben, um zu wissen:
Titel werden die nie gewinnen. Das ist klar. Sie werden das eine oder andere
schöne Spiel bestreiten, doch wenn es ernst wird, werden die Mannschaften aus
den PIGS- oder BRIC-Staaten auch weiterhin den Sieg davontragen. Und das ist ja
auch eine Form von Gerechtigkeit, oder?

21.10.2012

SUISA-Gehälter

Wir wollen bitte nicht so tun, als seien
unsere Probleme mit der GEMA etwas einmaliges; nein, in anderen Ländern sieht
es nicht viel anders aus – etwa in der Schweiz, wie „Telepolis“ berichtet. Dort
erhalten die Funktionäre der SUISA, wie sich die Schweizer
Verwertungsgesellschaft nennt, so exorbitante Gehälter wie die hiesigen
GEMA-Funktionäre. Der SUISA-Direktor etwa erhält pro Jahr mehr als 357.000
Franken. Und der Chef von „ProLitteris“, der Schweizer VG Wort, hat 2008 laut
„Weltwoche“ über 308.000 Franken und in den Jahren darauf inklusive
Sonderzulagen noch deutlich mehr eingestrichen.

Als die Einkommenszahlen der Schweizer
Verwertungs-Funktionäre vor zwei Jahren erstmals veröffentlicht wurden,
äußerten Erfolgsautoren wie Alex Capus ihren Unmut über die Verteilung der
Einnahmen zwischen Funktionären und den Autoren, und Politiker verschiedenster
Fraktionen kündigten eine parlamentarische Initiative an, die die Gehälter der
Urheberrechtsfunktionäre auf das in der Staatsverwaltung übliche Niveau
begrenzen sollte.

Die Funktionäre jedoch sehen, dort wie hier, alles
im rechten Lot. Ernst Hefti, der Direktor von ProLitteris, dem die „Weltwoche“
neben seinem hohen Gehalt auch Spezlwirtschaft und Verschwendungssucht
vorwirft, meinte, auf das Mißverhältnis zwischen den Einkommen vieler Urheber
und dem seinigen als Urheberrechtsfunktionär angesprochen, im „Tagesanzeiger“
lapidar, daß schließlich „jeder seinen
Beruf selber wählt“.

So kann mans natürlich auch sehen. Nur sagt das so
drastisch selten ein Funktionär: „Urheber, ihr seid bescheuert! Selber Schuld,
daß ihr mich, den Urheberrechtsfunktionär, reich macht und ihr selber einigermaßen
leer ausgeht, ihr wart halt so blöd, den falschen Beruf zu wählen, ihr seid
halt nur Urheber, nicht Funktionär einer Verwertungsgesellschaft!“

Man nennt es Chuzpe.

Es ist Zeit, die Urheberrechtsfunktionäre zu
entmachten! Dort wie hier.

21.10.2012

Patente hemmen Investitionen

Patente hemmen heutzutage eher Innovationen, als
daß sie sie fördern würden:

„Patente sind staatliche
Monopole, die mit dem Argument gewährt werden, daß sie den Fortschritt fördern
würden. Inwieweit und für welche Bereiche das heute tatsächlich zutrifft, ist
allerdings seit Längerem zweifelhaft: Dem
Electronic-Frontier-Foundation-Gründer John Perry
Barlow und der New York
Times zufolge gaben im letzten Jahr sowohl Apple als auch Google
erstmals mehr Geld für Patentprozesse aus als für Forschung und Entwicklung.

Auch eine neue Studie
des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW)
kommt zu dem Ergebnis, daß das Patentsystem, so wie es aktuell besteht, durch
Rechtsunsicherheit, hohe Transaktionskosten und fehlende Transparenz
Innovationen nicht fördert, sondern stattdessen bremst. Der
Wirtschaftswissenschaftler Franz
Schwiebacher spricht
in diesem Zusammenhang von einem "Dickicht" aus schlecht
kalkulierbaren Risiken, das immer mehr als Bremse wirke. Der ZEW-Analyse
zufolge sind mittlerweile nicht mehr nur kleine, sondern auch große Unternehmen
davon beeinträchtigt. Vor allem dann, wenn "Erfindungen von vielen
verschiedenen Patenten geschützt werden".“

(aus: Peter Mühlbauer, „Monopole auf
Selbstverständlichkeiten“, in „Telepolis“)

21.10.2012

52 ways to screw an artist

In den Vorschulklassen der Musikindustrie bleuen
sie einem ein Mantra ein, das alle immerzu singen sollen: Die Plattenfirmen
sind die Guten, sie sind die einzigen, die die Karriere von Künstlern aufbauen,
Plattenfirmen sind euer Freund, deswegen müssen sie quasi unter Naturschutz
gestellt werden!

Leider wissen Künstler immer wieder eine andere
Geschichte zu erzählen. Wie jetzt James Taylor, der mit seinem Anwalt seine
Plattenfirma Warner Bos. Records verklagte. Auf „Digital Music News“ finden
sich die detaillierten „52 Ways to Screw an Artist, by Warner Bros. Records...“:
http://bit.ly/UqoEH8

Nehmen wir das erste Beispiel: James Taylor und
seine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft haben alleine für den Zeitraum von 2004
bis 2007 fehlende Royalty-Zahlungen in Höhe von 1,69 Millionen Dollar
recherchiert. James Taylor und Warner Bros. Records einigen sich nach zähen
Verhandlungen in einer Art Vergleich auf den Betrag von 764.056 Dollar. Warner
Bros. bezahlt nur 97.857 Dollar.

Und so geht das in einem fort, 52 traurige
Beispiele lang.

Lieschen Müller mag sich zu Beginn ihrer
Ausbildung als Kauffrau für audiovisuelle Medien fragen, wie so etwas geht, ob
es denn nicht Verträge gebe. Klar, gibt es, doch die Zahlungen vieler Plattenfirmen sind undurchschaubar, wer keine guten Accountants und noch bessere
Rechtsanwälte hat, zieht bei den Abrechnungen meistens den Kürzeren (mal
abgesehen davon, daß viele Künstler darüber klagen, ihre Abrechnungen ständig
zu spät oder erst nach mehrfacher Aufforderung zu erhalten, von den Zahlungen
ganz zu schweigen...). Hinzu kommt: Es gibt einen großen Streit darüber, wie
die Einnahmen aus digitalen Downloads zu verrechnen sind. Wir erinnern uns:
„digital downloads“, Internet, Totengräber der Plattenfirmen, böse böse.
Allerdings: schon längst werden im Internet von den Plattenfirmen Milliarden
gescheffelt. Ohne große Investitionen, für einen Download muß man schließlich
keine CD herstellen und braucht kaum Zwischenhändler (dumm nur, daß man den
Trend erstmal verschlafen hatte und z.B. Apple deshalb hohe Anteile an den Erlösen
einräumen muß). Obwohl das so ist, stellt sich die Tonträgerindustrie auf den
Standpunkt, daß die verkauften Downloads wie CDs abzurechnen sind – vom
Verkaufspreis einer CD erhalten die Künstler in der Regel nur etwa 10%. Die
Künstler und ihre Vertreter gehen dagegen davon aus, daß digitale Downloads wie
Lizenzen abzurechnen seien, also mit wesentlich höheren Einnahmebeteiligungen
für die Künstler.

Man darf gespannt sein, ob sich James Taylor und
all die anderen Künstler, die zuletzt „ihre“ Plattenfirmen verklagt haben,
durchsetzen können.

Der amerikanische Star-Blogger Bob Lefsetz
schreibt dazu lapidar: „That's the major label business model. Theft from
the artist.“

21.10.2012

Danziger Werft 1989 & 2012

Der kürzlich verstorbene englische Historiker Eric
Hobsbawn erzählt in einem Buch, wie der damalige Bundesminister für Arbeit und
Soziales, Norbert Blüm, 1989 den Arbeitern der Danziger Werft zurief: „Marx ist
tot, Jesus lebt!“

Damals arbeiteten auf der Danziger Werft noch
20.000 Menschen. Heute, 23 Jahre nach dem Sieg des Kapitalismus, sind es wenig
mehr als 2.000, also etwa ein Zehntel. Mittlerweile gehört die Danziger Werft
zwei Oligarchen aus der Ukraine, die die Werft unter anderem mit Mitteln der EU
restrukturiert haben...

„An erster Stelle
ist es die Einsicht (der marxistischen Analyse) in die unaufhaltsame globale
Dynamik der kapitalistischen ökonomischen Entwicklung, ihre Fähigkeit, alles zu
zerstören was sie vorfindet." (Eric Hobsbawn)

15.10.2012

Und Ansonsten 10 / 2012

Speaking of „Deutscher Welt-Zustimmungspop“ – ein
Meister darin ist seit jeher der esoterische Christenpopper Xavier Naidoo. Nun
hat Naidoo ein Album mit Kool Savas („Lutsch meinen Schwanz“, „Pimplegionär“)
aufgenommen; der sinnreiche Projektname: „Xavas“, der sinnreiche Albumtitel:
„Gespaltene Persönlichkeit“ – eben das, was rauskommt, wenn ein Gottesanbeter
auf einen Pimplegionär trifft.

Naidoo singt „mit
einer Inbrunst, die das Herz rührt, aber den Verstand vernebelt“ (Harald
Peters in der „Welt“) Texte wie „Und ich
schau nicht mehr zurück / aber wenn ich zurück schau / dann seh ich nur mein
Glück / alles andere habe ich gerne zugeschüttet / und mit schöner Erinnerung
einfach überbrückt“. Schlimm. Eine fürwahr „gespaltene Persönlichkeit“
irgendwo zwischen nordkoreanischer Gehirnvernebelung und tibetanischer
Gebetsmühle, mit „einem Stück weit“ Schwanzgelutsche.

Vollends pervers wird es allerdings, wenn „Xavas“
sich ihren Gewaltfantasien ergeben. Xavier Naidoo war wohl zu lange auf
Truppenbetreuung in Afghanistan, er singt allen Ernstes Texte wie diesen: „Ich schneid euch jetzt mal die Arme und
Beine ab / und dann ficke ich euch in den Arsch / so wie ihr es mit den Kleinen
macht“, heißt es in dem wohl als Protestsong gemeinten letzten Song der
Platte. „Ihr tötet Kinder und Föten. /
Ihr habt einfach keine Größe und eure kleinen Schwänze nicht im Griff.“
Harald Peters weist in der „Welt“ darauf hin, daß Naidoo diesen Song als
„Protestsong“ versteht, in dem es laut Naidoo „um furchtbare Ritualmorde an Kindern geht, die tatsächlich ganz viel in
Europa passieren, über die aber nie jemand spricht, nie jemand berichtet.“
Kool Savas weiß Genaueres: „Okkulte
Rituale besiegeln den Pakt mit der Macht.“

Harald Peters faßt zusammen: „Schwule Kapitalisten entwickeln unter dem Eindruck der Macht eine
unbändige Lust, Kinder abzuschlachten, und schließen sich zu diesem Zweck zu
Geheimgesellschaften zusammen. Verzweifelt erhebt nur Xavier Naidoo seine
Stimme (...) dessen Homophobie mit der Sehnsucht nach einer starken Schulter
einhergeht.“ Denn das Fazit von Xavas und seinem „Protestsong“ ist der Ruf
nach einem Führer: „Wo sind unsere
starken Männer, wo sind unsere Führer, wo sind sie jetzt?“

Glauben Sie jetzt alles nicht? Ist aber alles
wahr. Wahnsinn, oder? Und so gewinnt man heutzutage den „Bundesvision Song
Contest“ und belegt Platz 1 der deutschen Album-Charts. „Wo sind unsere
Führer?“ Ich weiß wo...

* * *

Wenn unsere großartige und allseits geschätzte
Bundesregierung sowie unsere allseits beliebten und bewunderten Politiker aller
Parteien, die auch nach Jahrzehnten, die dieses merkwürdige Dingens namens
Internet bereits existiert, immer noch keine Internet-kompatible Gesetzgebung
verabschiedet haben, sich aber gleichzeitig und gern jederzeit in eine Talkshow
setzen, um darüber zu palavern, daß dieses komische Dingens namens Internet
ganz schön gefährlich ist – ich bitte neu ansetzen zu dürfen: wenn diese unsere
Politiker, wenn sie schon sonst wenig hinbekommen, wenigstens an einer Stelle,
die allen wehtut, endlich einmal das Urheberrecht der modernen Zeit anpassen
könnten und dafür sorgen würden, daß die Pest der Abmahnanwälte und ihrer
dubiosen Abmahngeschäfte beendet würde, dann wären wir schon einen Schritt
weiter.

Jüngstes Beispiel: Der Blog „We like that“ hat ein
Foto verwendet, das den „Lego-Künstler“ Nathan Sawaya neben einem seiner Werke
zeigt. Der Blog-Betreiber wurde von einer deutschen Rechtsanwaltskanzlei zur
Zahlung von knapp EUR 3.000 wegen einer „Nutzungsrechtsverletzung auf seiner
Internetpräsenz“ und zur Abgabe einer Unterlassungserklärung aufgefordert. Der
Haken an der Sache: Der Künstler Nathan Sawaya hat nicht nur eine, vorsichtig
gesagt, andere Auffassung von Internetkultur als Agenturen und
Rechtsanwaltskanzleien, die seinen Bildern hinterhergooglen, nein, die
Fotoagentur, die über die Rechtsanwaltskanzlei die Bilder saftig abmahnen läßt,
besitzt an diesen Bildern überhaupt keine Rechte. Nathan Sawaya laut „Perlentaucher“ in einem
Statement zu dem Vorfall: "My
fiancé took the photo. My company owns it. We have not sold the rights
to it. My lawyer is reviewing this matter. I am not represented by the German
law firm who sent the letter. I am not represented by this photo agency." 

Eine
Posse? Sicher. Solange aber dubiose Agenturen mit Hilfe von
Rechtsanwaltskanzleien durchs deutsche Urheberrecht schnelles Geld machen
können, sind derartige Possen leider Wiederholungsfälle. Ein Ärgernis, dem
durch ein modernes, der digitalen Realität des 
21.Jahrhunderts angepaßtes Urheberrecht umgehend ein Riegel vorgeschoben
werden könnte.

* * *

Diesmal ein kleines Ratespiel, bei dem es für uns
alle leider nichts zu gewinnen gibt.

Versuchen Sie doch einmal, diese drei Texte drei
jungen Buchautorinnen zuzuordnen, die dieser Tage meinten, ein Buch
veröffentlichen zu müssen:

„Mein Name ist
Julia und ich lebe im Internet. Ich bin da ziemlich glücklich, habe Freunde,
die ich nur digital kenne und abschalten kann, wann ich will. Ich kann im
Internet alles sein: Mafiaboss, Barbie, Hitler, Hotelbesitzer und ein kleines
grünes Krokodil. Am Computer bin ich Gott. Und dabei fühle ich mich großartig –
großartig böse, kalt und berechnend. Bereits in jungen Jahren, mit 13 oder 14,
war ich mir über die schier endlosen Möglichkeiten der Identitätskonstruktion
bewusst. Das Internet war der Ort, wo ich alles zum ersten Mal erlebte: Liebe,
Sex und Verrat. Aufklärung, Freiheit und Politik. Dort rede, lache, weine und
denke ich. Denn ich bin ein Kind des digitalen Zeitalters, ich bin die, die aus
dem Internet kommt. Und das ist meine Geschichte.“

Und:

„...ich will auf
keinen Fall mehr derart zum Medienereignis werden. Zu sehr haben sich die
Berichterstattungen auf mein Privatleben, aber vor allem auch auf meine Kinder
ausgewirkt. (...) und natürlich wartete er ... nicht mit dem schlechtesten
aller Bodys auf. (...) Der sieht ja gut aus (...) ich habe bei Männern kein
festes Beuteschema.“

Und:

„Nanu-Nana
spezialisiert sich auf Artikel, die man im Ehestreit wütend aus dem Fenster schmeißen
kann. (...) Was mir fehlt, ist Mut. (...) Isländisches Heavy Metal Horror
Ballett gesehen. Jetzt habe ich alles erlebt. (...) Es ist gerade in den
entscheidensten Momenten am schwierigsten, um Hilfe zu bitten. (...) Allein in
Berlin mit zwei Koffern. Obdachlose helfen mir weiter. (...) Ich finde es gut,
wenn man durch Parteiarbeit auch die entlegensten Ecken von Deutschland
kennenlernt."

Nun?

Und gesetzt den Fall, Sie wären ein Verleger – welcher der drei Damen
würden Sie 100.000 Euro Vorschuß für ihr Buch gewähren, und welcher 60.000
Euro?

Und zuletzt: was denken Sie, mit welchem der drei Texte kann man auf
eine Spitzenposition der „Spiegel“-Bestsellerliste gelangen?

* * *

Die Piratenpartei scheint Politik als Echternacher
Springprozession zu betreiben. Wobei man den Piraten mal twittern sollte, daß
die Echternacher Springprozession nicht notwendigerweise den Gang des
Weltgeistes darstellt (nach Adorno).

* * *

A propos Weltgeist: In Trier, dem Ausstellungsort
des „Heiligen Rockes“, kassiert die Pfarrei Liebfrauen laut „Telepolis“ seit
1589 bis heute jährlich etwa 360 Euro Zinsen aus dem Vermögen eines verbrannten
Hexenmeisters von der Stadtkasse, weil der Trierer Dietrich Flade vor seiner
Verbrennung auf dem Scheiterhaufen der Stadt aus seinem Privatvermögen 4.000
Gulden geliehen hat. Den Rückzahlungs- und Verzinsungsanspruch daraus erbte
nach Flades Hinrichtung der Erzbischof, der ihn an fünf Pfarreien weiterreichte,
wovon eine bis heute bei der Stadt abkassiert. Als die Stadtverwaltung vor zwei
Jahren bei der Pfarrei anfragte, ob man den alten Posten nicht endlich
streichen wolle, wurde ihr von der Pfarrei Liebfrauen beschieden, „daß der Titel im Haushalt erhalten bleiben“
müsse, weil er „an dieser Stelle eine
ständige Erinnerung an die Opfer des Hexenwahns“ sei.

* * *

Die sozialdemokratische Troika hat gekreißt – und
heraus kam: ein Nichts. Ein Peer Steinbrück. Ein Vizekanzlerkandidat.
Steinbrück wirkt wie die Inkarnation von Tucholskys Vergleich der deutschen
Sozialdemokratie  mit einem Radieschen
(Original 1926, hier geringfügig aktualisiert): „Ja und hier - ? Die ganz verbockte liebe gute SPD. / Der Peer
Steinbrück, Nahleslieschen / blühn so harmlos, doof und leis / wie bescheidene
Radieschen: / außen rot und innen weiß.“

Steinbrück hat sich zuletzt als tapferer
Bankenbändiger geriert – die Banker seien zu gut aus der Finanzkrise gekommen,
so Steinbrück, die gesamte Bankenbranche habe „zu den Aufräumarbeiten der von mir maßgeblich verursachten
ökonomischen und sozialen Schieflage zu wenig beigetragen“ (haben Sie den
kleinen Tippfehler bemerkt?).

Wir erinnern uns: Als Finanzminister und
Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen hat Steinbrück die deutschen Landesbanken
mit Zähnen und Klauen verteidigt und dem damaligen EU-Kommissar ein Abkommen
abgenötigt, wonach die deutschen Landesbanken staatlich garantierte Schuldtitel
ausgeben durften. Die Landesbanken investierten das gewonnene Kapital zum
großen Teil in toxische Papiere, die Scheingewinne wurden von der Politik
bejubelt, in der Finanzkrise waren es später aber gerade die Landesbanken, die
für die in Deutschland besonders brisante Finanzkrise sorgten. Für die Kosten
mußten im Wesentlichen die Steuerzahler aufkommen.

Ab 2005 tanzte der nun plötzliche selbsternannte
Bankendompteur als Finanzminister im Kabinett Merkel nach der Peitsche der
Banker. Steinbrück kämpfte dafür, daß die Banken mit Steuergeldern aus der
Bankenkrise rausgehauen wurden – die Banken erpreßten den Staat, Steinbrück
sprang wie ein zahmer Zirkustiger durch alle von den Bankern gehaltenen Reifen,
der Staat, also die Steuerzahler, zahlten. „Es
war Steinbrück, der aus den ökonomischen Spekulationen, es könnte Banken geben,
die too big to fail seien, viel zu
groß, um selbst nach schlimmstem Versagen pleitegehen zu dürfen, eine
historische Gewißheit machte. Von Gläubigerhaftung war damals nicht die Rede“,
schreibt die „FAS“. Als Bundesfinanzminister arbeitete Steinbrück an führender
Position am Koalitionsvertrag mit, in dem die Stärkung des Finanzplatzes im
Vordergrund stand. „Produktinnovationen“ wie Hedgefonds müßten „unterstützt“
werden, Regulatoren müßten „mit Augenmaß“ vorgehen. Und wenige Tage vor dem
Bankencrash in Deutschland hielt Steinbrück im Bundestag eine Rede, in der er
u.a. sagte: „Die Finanzmarktkrise ist vor allem ein amerikanisches Problem“,
das deutsche Bankensystem, das die Steuerzahler wenige Wochen später
Zigmilliarden kostete, sei dagegen „äußerst stabil“. Wo immer Steinbrück
politisch zugegen war, hat er das bestehende Finanzsystem zementiert, ist er
Allianzen mit den Banken zum Nachteil der Steuerzahler eingegangen, zeigte er
sich als Banken- und Banker-Freund.

Ein echter Finanzexperte eben, dieser Peer
Steinbrück. Der Vizekanzlerkandidat Isnogood, der Kalif werden möchte anstelle
der Kalifin – nicht mal mehr ein Radieschen, er und seine EsPeDe nicht mal mehr
äußerlich rot...

* * *

„Aufgeschreckt
wie Krankenschwestern eilen die Politiker ans Bett des Kapitalismus und tun so,
als ob sie etwas täten.“ Eric
Hobsbawn, R.I.P.!

* * *

Und wie geht es, wenn ein sozialdemokratischer
Ministerpräsident Bürgerbeteiligung übt? So:

Ministerpräsident Beck gibt dem SWR ein Interview
zum Thema „Bürgerbeteiligung“; da ruft ein Passant etwas Kritisches zum von
Beck zu verantwortenden Millionendebakel am Nürburgring  dazwischen, daraufhin der SPD-Mann: „Können Sie mal das Maul halten, wenn ich
ein Interview gebe? Einfach das Maul halten.“ Auf die Antwort des Bürgers,
er sei nur ehrlich, setzt Beck noch einen drauf: „Sie sind nicht ehrlich, Sie sind dumm.“

Wie wäre es, der Sozialdemokrat wählte sich ein
neues Volk – ein braveres, ein weniger dummes, ein Volk, das einfach das Maul
hält, wenn hochwohlgeboren Beck spricht? Dann kann er dem Staatsfernsehen ja
noch viele Interviews zu Grundzügen der Demokratie und der Bürgerbeteiligung
geben...

* * *

Und was hat die „Hamas“, die Organisation, die von
der EU und den USA als „terroristische Vereinigung“ definiert wird und die
Israel mit terroristischen Mitteln beseitigen will, was also hat die „Hamas“
den deutschen Copyright-Cops voraus? Die Hamas hat nicht nur jungen Frauen das
Mopedfahren verboten und Männern das Arbeiten in Friseursalons, die von Frauen
besucht werden, nein, die Hamas hat jetzt auch das eingeführt, wovon die
deutschen Urheberrechts-Fans träumen: Netzsperren.

Die Hamas sperrt seit Anfang September diesen
Jahres den Zugang zu Webseiten, die das Hamas-Kommunikationsministerium als
„pornografisch“ ansieht. Durchgeführt wird die Sperre laut „Telepolis“ von zehn
Internetprovidern, die im Gazastreifen tätig sind. Laut Ministeriumssprecher
Kamal al-Masr würde man mit der Politik für „sicheren Content“ lediglich
„internationalen Standards“ folgen. Verstoßen Provider gegen die Anordnung der Hamas,
dann drohen ihnen nicht nur telekommunikations-, sondern auch strafrechtliche
Konsequenzen.

              

* * *

Nachdem Tausende von Schulkindern Opfer einer
Brech-Durchfall-Epidemie wurden, fragt der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir
scheinheilig, warum unsere Schulkinder chinesische Erdbeeren auf den Teller
bekommen und nicht frische deutsche Äpfel oder Rhabarberkompott. Ja, warum
wohl? Die Beantwortung dieser Frage können sich Grüne und deren Wähler, die
ihre Kinder bevorzugt auf Privatschulen und Waldorfschulen schicken, wohl nicht
vorstellen. Vielleicht sollte der Grünen-Vorsitzende mal seinen Parteifreund,
den grünen Bezirksbürgermeister von Berlin-Kreuzberg, fragen. Denn it’s the
economy, stupid! Für ein Schulessen werden je nach Bundesland zwischen 2 und
3,50 Euro ausgegeben – für alle anfallenden Kosten, also inklusive
Essensausgabe und Geschirreinigung. Der von den Grünen regierte Berliner Bezirk
Friedrichshain-Kreuzberg etwa hatte im Frühjahr 2012 in einer Ausschreibung von
Schulessen maximale Kosten von 2,10 Euro festgelegt. Seriöse Anbieter haben
daraufhin die Ausschreibung boykottiert, wovon sich wiederum der
SPD-Schulstadtrat „enttäuscht“ zeigte, denn der Bezirk habe doch extra noch
einmal gut 10 Cent „draufgelegt“.

Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung
kostet ein „gesundes, sicheres Schulessen
mindestens 4,50 Euro“. „Wer weder bereit ist, eine ausreichende Finanzierung
bereitzustellen, noch für eine einheitliche, praktikable und kostengünstige
Organisation zu sorgen, muß sich hingegen nicht über Kantinen und Zulieferer
wundern, die den Anforderungen an eine gesunde Verpflegung nicht entsprechen“
(„Berliner Zeitung“).

Die Politiker, die weiter Dumping-Preise fürs
Schulessen festlegen, spielen also auch in Zukunft mit der Gesundheit der
Schulkinder. Bis zur nächsten Epidemie.

Übrigens: seit 2009 wird auf Schulessen der volle
Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent erhoben. Die Fast-Food-Ketten dagegen zahlen
weiterhin nur den ermäßigten Mehrwertsteuersatz von 7 Prozent. Haben Sie noch
weitere Fragen?

* * *

Wo aber ist Bradley Manning?

21.09.2012

Big Harp & Lady Gaga

Donnerstag, 21.9.2012, in Berlin, beiderseits der Spree.

In der Mehrzweckhalle auf der falschen Seite des
Flusses, die mit dem Charme eines Provinzparkhauses, gastiert die fantastische
Comic-Revue des durchgeknallten Burgfräuleins Lady Gaga. Popkultur, wie sie
schöner kaum sein kann – bunt, warm, verrückt, künstlich, Synthie-Gewummere und
Licht und eine Show, bei der man nicht aufhören kann zu lächeln. Dabei auch
beeindruckend, wie warmherzig der Superstar seine Fans behandelt, sie auf die
Bühne holt, mit ihnen spricht, singt, sie umarmt. Eine Lektion im ehrlichen
Verhältnis zu den Fans. Toll!

Und auf der anderen, der richtigen Seite der
Spree, im kleinen Club die Roots-Leute von Big Harp auf ihrer ersten
Europa-Tournee. Akustisch. Nach vorne. The real thing, no show. Weiter
auseinander kann etwas kaum sein als diese beiden Shows am gleichen Abend auf
beiden Seiten der Spree – und dennoch bezeichnen sie unseren Kosmos, das, was
wir wollen und lieben und präsentieren möchten. Nur das Mittelmaß zwischen
diesen beiden Polen, das Gewöhnliche, das Unengagierte, das Banale zwischendrin
– das verachten wir. Das haben wir satt! Immer.

(übrigens: in der Mehrzweckhalle waren vielleicht
13.000 Menschen oder noch ein paar mehr. Im kleinen Comet-Club waren 13
Ticketkäufer. Aber wie erzählte Lady Gaga bei ihrem Konzert? Bei ihrer ersten Show
waren 3 Ticketkäufer. Drei! Dann 13. Dann 50. Es war mühsam. Sie hat sich ihr
Publikum erspielt. „I’m working damn hard.“ Und heute hat sie bei Twitter mehr
Follower als Barack Obama und jeder andere Mensch auf der Welt.

Von Big Harp bis Lady Gaga. Ein lehrreicher Abend
in Berlin, beiderseits der Spree...)

20.09.2012

Bandfoto vs. Song

So beginnt auf „Spiegel Online“ ein Bandporträt:

„Das
Bandfoto war schon fertig, als der erste Song noch geschrieben werden mußte.“

So ist das wohl heutzutage bei der
Selbstoptimierer-Generation: Das Image wird als erstes kreiert, dann erst
schreibt man Musik und nimmt sie auf. Nur: wer erinnert sich noch an all diese
jungen Bands, die vor zwei, vor vier oder vor sechs Jahren ihre Bandfotos
aufnehmen ließen? Was bleibt, wenn es gut läuft, ist: ein Song. Die Musik.
Nicht irgendein Bandfoto.

Glaubt ernsthaft irgend jemand, daß Justin Bieber
bleiben wird? Klar, er macht ne Menge Geld, und er ist ständig in der Yellow
Press. Aber kann irgendwer einen seiner Songs nachpfeifen?

It’s the music, stupid! Nicht das Bandfoto. You
get in early and you get out quick.

(es geht in der SPON-Geschichte übrigens um „Die
Heiterkeit“, und diese Band ist nicht einmal schlecht)

20.09.2012

Welt-Zustimmungs-Pop 2012 und Angela Merkel

Was ist nur mit den jungen Leuten los?

Als unsereiner jung war, sympathisierte die große
Mehrheit der unter 30jährigen mit den progressiven Parteien. Über 25 Prozent der
unter 30jährigen wählte Grün (die waren damals eine progressive Partei, those
were the days...). Nur bei den Älteren hatten die Konservativen eine Mehrheit.

Und heute? Spiegel Online meldet am 19.9.2012: „Angela Merkel liegt zurzeit unschlagbar in
der Wählergunst vorne. (...) Vor allem die Jungen und Erstwähler sehen zu
Merkel demnach keine Alternative: Die Zustimmung reicht bis hin zu 69 Prozent.“

Sehen ganz schön alt aus, diese jungen Leute. Soll
ich Ihnen erzählen, was für eine Musik sie hören? Zum Beispiel den
Charts-Stürmer Cro, den mit der Panda-Maske: „Die Welt ist geil / Denn ich habe alles was ich brauch / Ich will hier
nie wieder raus / Solang ich hier bin mach ich das Beste draus“. Die taz
schrieb zu Cros Auftritt auf dem Berlin Festival: „Ein Animateur auf einem Kreuzfahrtschiff ist nichts gegen den
Stuttgarter, der sein Publikum zwischen jedem Song bekniet, in die Hände zu
klatschen.“

Deutscher Welt-Zustimmungs-Pop des Jahres 2012. 

Seiten

Berthold Seliger - Blog abonnieren