03.06.2005

Und Ansonsten 2005-06-03

Keiner
hat uns lieb. Alle möglichen "Beitrittsstaaten" landeten auf vorderen
Plätzen beim Grand Prix in der Ukraine, die Griechen nahmen "uns",
nach der Fußball-Europameisterschaft, nun auch den Schlager-Grand Prix ab - und
für die Gracia reichte es nur zum letzten Platz, mit jämmerlichen vier Punkten.

Nichts, was irgendwen interessieren würde. Aber taz-Redaktuer Jan Feddersen
stand plötzlich in Kiew und erklärte dem ARD-Publikum lang und breit, worans gelegen
hat. Schon schlimm genug, daß der Feddersen seit Jahr und Tag die taz mit
seinem...

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05.05.2005

Und Ansonsten 2005-05-05

Hübsch
ist es, die aktuellen Erfolgsgeschichten der sogenannten
"Musikindustrie" zu verfolgen (wir erinnern uns: das ist der von den
Medien, auch den Branchenmagazinen, gern so bezeichnete kleinere Teil der
Musikwirtschaft, nämlich die Plattenkonzerne). Waren bis vor wenigen Monaten
noch die Downloads Ursache für den Niedergang der "Musikindustrie",
so ist davon jetzt nicht mehr die Rede. Was kümmert mich mein Geschwätz von
gestern…
Aber da die Plattenkonzerne jetzt wieder fette Gewinne schreiben, liegt dies
natürlich nicht mehr, wie...

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05.04.2005

Und Ansonsten 2005-04-05

Die
F.A.Z. schreibt es der Bundesregierung ins Stammbuch: "Denn eine kontinuierlich
wachsende, erzwungene Beschäftigungslosigkeit von Millionen Menschen wird früher
oder später als Versagen des politischen und ökonomischen Systems
begriffen."
Ach ja, tatsächlich? Sag ich's doch…

* * *

Es gibt ja heutzutage Sängerinnen, die haben ihre eigene Kosmetika-Reihe.
Karstadt wirbt vor Ostern mit dem Duft von Celine Dion, nein, mit "dem unverwechselbaren Duft der
Diva". Es gibt ein "Celine Dion Belong" Shower Gel,
und ein EdT-Spray....

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04.03.2005

Und Ansonsten 2005-03-04

Merkwürdige
Welt. Da entläßt die Deutsche Bank, obwohl gerade sehr erfolgreich, Tausende
von Mitarbeitern, und die Politik heult Krokodilstränen. Dabei hat ihnen ihr
amtliches Verlautbarungsorgan, die FAZ, doch in der gleichen Woche bereits die
Welt erklärt:
"Und daß das
Kapitalverhältnis auf Ausbeutung fußt, muß man nicht mehr, wie in den Siebzigern,
mit Verweis auf die Dritte Welt mühsam herbeideduzieren, weil der Kapitalismus
nach dem Umweg über allerlei Sozialkrempel jetzt, da die sozialistische
Konkurrenz besiegt ist, weltweit zu...

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04.02.2005

Und Ansonsten 2005-02-04

Den Neujahrswünschen der "Jüdischen Allgemeine" würde man sich nur zu
gerne anschließen: "Und
wenn Sie uns fragen, wie viele Filme über den "Führer" wir im
sechzigsten Jahr nach Kriegsende und Befreiung der Konzentrationslager sehen
möchten: am liebsten gar keine. Hitlers Frauen, Hitlers Männer, Hitlers
Untergang, Hitlers Hund, Hitlers Briefmarkensammlung auf dem Berghof - wollen
wir nicht sehen, weder im Kino noch bei Knopp. Auch die Geschichten von
Flakhelfern, deutschen Kriegsgefangenen und Leuten, die auf dem Dorf wohnten
und von allem...

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24.12.2004

Und Ansonsten 2004-12-24

Eine
halbe 2raumwohnung erzählt, wie sie einmal versucht hat, Musik zu machen - Inga
Humpe in einem Interview mit der "Zeit":
"Ich wollte immer mal
eine Straßenmusikerin sein. Neulich habe ich das dann auch versucht und bin
nach Saint Tropez gefahren, nur mit meiner Gitarre (…) Es war furchtbar. Ich
habe mich so geschämt. Erst mal wurde ich am Hafen verscheucht (…) Ich dachte
ja, ich werde auf irgendwelche Yachten eingeladen und könnte dann dort
weiterspielen. Klappte überhaupt nicht. Dann war ich in so einer peinlichen
Fußgängerzone,...

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13.11.2004

Und Ansonsten 2004-11-13

Die
Süddeutsche Zeitung, die mit der Bild-Zeitung gemeinsam hat, daß sie versucht,
mit der Herausgabe von Büchern ihre Defizite zu übertünchen (und Defizite steht
jetzt bewußt ganz allgemein gehalten da…), die Süddeutsche Zeitung also bewirbt
die ersten 50 Bände ihrer "Sammlung" gekonnt feuilletonistisch und
völlig anders, als es die Bild-Zeitung tun würde:
"Tauschen? Niemals! Wer
diese Sammlung erstmal komplett hat, gibt sie nicht wieder her. Die Süddeutsche
Zeitung Bibliothek, 50 große Romane des 20.Jahrhunderts für je nur 4,90 €. (…)...

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01.10.2004

Und Anonsten 2004-10-01

Über
die Perversion, daß in Berlin von den Staatlichen Museen die Flick-Collection
eröffnet wurde, wurde an dieser Stelle bereits mehrfach geschrieben. Dass
Politiker wie Schröder und Wowereit bei der Weißwaschung von
Kriegsverbrecher-Geldern dienen. Und dass die Berliner Museen wieder einmal
Museumsarbeit durch das Ausborgen einer Sammlung ersetzen, was, wenn dieser
Kalauer angesichts des Namens des Berliner Museumsgenerals, Peter-Klaus
Schuster, erlaubt ist, die übliche "Flickschusterei" ergibt…
Eine Ausstellung übrigens, über die selbst...

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07.09.2004

Und Anonsten 2004-09-07

"Fairerweise
muß man sagen: Die großen Plattenfirmen haben nie so getan, als seien sie zu
etwas anderem da, als möglichst viel Geld zu verdienen, von dem sie den
Musikern möglichst wenig abgeben. Sie sind Investitionsapparate.(…) Wenn nun
die Musikindustrie, wie wir sie kennen, kollabiert, dann tut es mir natürlich
leid für die Leute, die dabei ihren Job verlieren. Aber sonst stört es mich
eigentlich nicht. Es werden weiterhin sehr viele sehr gute Platten gemacht
werden." John Peel
Happy Birthday, John Peel, zum 65.! Ad multos annos! (siehe...

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03.08.2004

Und Ansonsten 2004-08-03

"Kultursommer
am Millerntor: Günter Grass reiht sich in die Retter des FC St. Pauli ein. Die
einmalige Rettungsaktion des Fußballs durch Dichtung wird vom Verein in
Zusammenarbeit mit dem Hamburger Abendblatt, mit Arte-TV, NDR Kultur, dem
Hamburger Goethe-Institut und dem Literaturhaus organisiert. Auf dem Spielfeld
wird eine Bühne für den Nobelpreisträger von 1999 errichtet, die 3.500
erwarteten Zuschauer nehmen auf der Hauptbühne Platz. Günter Grass wird aus
"Mein Jahrhundert", einige fußballspezifische Geschichten sowie neue,
bislang...

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02.07.2004

Und Ansonsten 2004-07-02

Die
Massenentlassungen in der deutschen Schallplattenindustrie gehen weiter - nun
bei der BMG Deutschland. Die Zahl der Beschäftigten von BMG Deutschland soll
von 500 vor zwei Jahren auf 220 bis 230 reduziert, also mehr als halbiert
werden. Derzeit hat die BMG Deutschland noch knapp 300 Mitarbeiter.
Wie zuvor schon EMI will auch BMG sich von etlichen ihrer Künstler trennen - 60
Prozent der deutschen BMG-Künstler stehen demzufolge auf der Abschussliste. Man
will sich zukünftig auf "zugkräftige Stars" wie z.B. Yvonne
Catterfeld, Oomph oder...

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05.06.2004

Und Ansonsten 2004-06-05

Eins
Live, selbst ernannter Jugendsender des WDR, stellt am 4.Juli erstmals ein
Live-Open-Air auf die Beine. Das Motto: "Königstreffen". Laut Aussage
von Stephan Laack, Musikchef bei Eins Live, steht beim
"Königstreffen" "auf der Bühne, was zurzeit in unserem Land
interessant und erfolgreich ist". Wenn man sich das Line Up anschaut, mag
das Kriterium "erfolgreich" ja noch stimmen, aber "interessant"?!?
Die Ärzte? Wir sind Helden? 2raumwohnung? Wenn das alles ist, was "zurzeit
in unserem Land interessant" ist, dann gute Nacht! Gottseidank hat...

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05.05.2004

Und Ansonsten 2004-05-05

Um
den Geisteszustand des öffentlich-rechtlichen Fernsehens im Jahre 2004 zu
begutachten, muß man nur mal zufällig an einem Samstagvormittag im April durch
die Programme zappen - die ARD überträgt live aus Holland mehrere Stunden lang
die Hochzeit irgendeines komischen Prinzen mit einer Bürgerlichen (er ist nicht
einmal Thronfolger!). Und was macht, lang lebe die kulturelle Vielfalt, das ZDF
parallel? Eben. Es überträgt live aus Delft stundenlang die Hochzeit
irgendeines niederländischen Prinzen.
Für den holländischen Käse soll unsereiner...

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02.04.2004

Und Ansonsten 2004-04-02

Zu
den vielen Dingen, die unsereinen nerven, gehört zweifelsohne die Behauptung,
der Musikindustrie gehe es schlecht. Allein schon dieses Wort,
"Musikindustrie"! Diejenigen, die das Wort in den Mund nehmen, wissen
in den seltensten Fällen, was sie genau meinen (geschweige denn, was sie sagen,
aber das ist ein anderes Problem…). Gemeint ist von den vielen selbstberufenen
Kommentatoren in der Regel die Tonträgerindustrie - und die ist der kleinere
Teil der Musikwirtschaft. Laut einer Studie der Gesellschaft für
Konsumforschung aus dem Jahr 2000...

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03.03.2004

Und Ansonsten 2004-03-03

Dass
das Feuilleton des Spiegel nicht gerade zu den Stärken des Blattes gehört, ist
ein offenes Geheimnis. Und der Popteil mit seiner Hofberichterstattung tut ein
Übriges dazu, dass man die zweite Hälfte des Hamburger Blatts getrost
ignorieren kann - Tiefpunkt war im Januar der Artikel über Tim Renner,
konsequent aus der Perspektive geschrieben, in der die Bunte über Uschi Glas
berichtet, mit feuchten Augen und wahrscheinlich auch anderen Körperteilen. Nun
war ein Schreiber des Spiegel dabei, wie eine 16jährige Britin im Nachtclub des
...

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