Dylan größer als Brecht?

22.07.2020

Willi Winkler in der SZ über das neue Album von Bob Dylan:
„Die einzige Konstante wie je: In mir habt ihr einen, auf den könnt ihr nicht bauen, oder wie Brecht es formuliert hätte, wenn er so gut wie Dylan gewesen wäre: ‚It ain't me, babe‘.“
Awcmon: Wenn Brecht „so gut wie Dylan gewesen wäre“ – really?!?
Bei allem gebotenem Respekt vor Bob Dylan wie auch vor Willi Winkler, dem wir viele schöne Artikel zu verdanken haben: geht’s bitte auch ne Nummer kleiner? Danke.

 

Negerkuß und Zigeunerschnitzel im BRD-Altersheim

02.07.2020

Rührende Szene im Seniorenwohnheim:
Bundestagsvizepräsident Kubicki (FDP) betont: „Ich sage weiter Negerkuß!“ Und er klopft mit dem Suppenlöffel auf den Tisch: „Und ich bleibe auch beim Zigeunerschnitzel.“
Ein paar Tische weiter, ganz rechtsaußen, freut sich Roland Tichy.
Und alle sind ganz begeistert von sich selbst und ihrem gewagten Tabubruch: Ringelkiez mit Anfassen im reaktionären Teil des bundesdeutschen Altersheims…
 

Pflegekräfte sollen intensiv nachdenken!

09.04.2020

In Springers „Welt“ gibt ein Schriftsteller namens Alain de Botton all den Pflegekräften, Supermarktkassierer*innen und Paketzusteller*innen einen guten Ratschlag:
Sie sollen doch „die Zeit der Isolation mit intensivem Nachdenken verbringen, um sich zu sortieren und zu begreifen (…) Die Welt wird wieder uns gehören, wir werden sie frei bereisen können.“
(zitiert laut „Perlentaucher“).

Apollo Brown "Sincerely, Detroit" is best!

25.03.2020

Liebe Musikjournalist*innen: Mir ein absolutes Rätsel, warum ihr Apollo Brown bei euren Jahresbestenlisten und Jahrescharts komplett ignoriert habt. Für mich ist „Sincerely, Detroit“ eines der allerbesten Alben des Jahres 2019 (neben Dina Ugorskajas Schubert-Einspielung).
Oder besprecht ihr grundsätzlich nur noch Alben, die euch von der Musikindustrie zugeschickt werden? Just asking – das ist keine Polemik, sondern eine Verständnisfrage.
(Antworten werden ggfs. auch unter Wahrung der Vertraulichkeit entgegengenommen)
 

Wie werde ich Popstar?

15.09.2019

Musiker*innen aufgepaßt! Die „FAZ“ verrät euch was, nämlich:
„Wie werde ich Popstar?“
So der Titel eines großen Artikels auf den Seiten „Beruf und Chance“. Und wenn es jemand weiß, wie man Popstar wird, dann ist das natürlich die „FAZ“...
Allerdings, der Untertitel wirkt schon etwas desillusionierend: „Nur von der Musik leben – das klingt traumhaft, es schaffen aber nur wenige“. Nun ja, soo wenige sind es auch wieder nicht, jedenfalls jenseits der Kategorie „Popstar“.

Ideologische Entkrampfung und Richard Strauss

15.09.2019

Er hat es wieder getan: Jan Brachmann, der eingefleischte Cordhosen-Neokon im Klassik-Feuilleton der „FAZ“, betreibt Ehrenrettung für Richard Strauss: „Dank einer ideologischen Entkrampfung erfährt Strauss’ Werk eine neue Bewertung“, behauptet Brachmann. Mal jenseits der Tatsache, daß die Werke von Richard Strauss, seit ich die Szene verfolge (also seit mehr als vier Jahrzehnten) allüberall und rauf und runter gespielt werden, und die Behauptung daher eo ipso schon ein ziemlicher Schmarrn ist – aber worin soll denn nun die „ideologische Entkrampfung“ bestehen?

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